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Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Clavijo wirft Spanien „mangelnde Loyalität“ vor

Ein Virus erschüttert die Politik

Vor 15 Tagen legte das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ mit einer Hantavirus-Infektion an Bord am Hafen von Granadilla auf Teneriffa an. Die Wogen, die dieser Vorfall in der kanarischen Politik ausgelöst hat, sind jedoch noch lange nicht geglättet. Zwei Wochen später eskalierte die Debatte am Dienstag im Regionalparlament, als Kanaren-Präsident Fernando Clavijo erneut Stellung bezog und der spanischen Zentralregierung schweres Versagen vorwarf.

Clavijo: „Ich stelle die Kanaren immer über alles“

In seiner Rede vor dem Abgeordnetenhaus verteidigte Clavijo das Vorgehen seiner Regionalregierung während des Gesundheitsnotstands. Seine Handlungen seien ausschließlich dem Schutz der kanarischen Bevölkerung verpflichtet gewesen. Mit deutlichen Worten kritisierte er die Führung in Madrid und sprach von einer „mangelnden Loyalität“ gegenüber den Inseln. „Ich werde die Kanaren immer über das Wohlwollen von Pedro Sánchez oder internationalen Organisationen stellen“, erklärte Clavijo und bekräftigte, dass die Zentralregierung die Krise ohne ausreichende Abstimmung mit den kanarischen Behörden gemanagt habe.

Scharfe Attacken der Opposition

Der Wortführer der Sozialistischen Fraktion, Sebastián Franquis, konterte umgehend. Er bezichtigte Clavijo, das internationale Ansehen der Kanarischen Inseln beschädigt zu haben, indem er politische Konfrontation über die humanitäre Hilfe gestellt habe. „Sie haben den Weg der Angst, der Konfrontation und der Entmenschlichung gewählt“, schleuderte Franquis dem Präsidenten entgegen. „Niemand in Spanien oder der Welt zweifelt an Ihrer fehlenden Menschlichkeit, Herr Präsident.“

Ein persönlicher Seitenhieb gegen Ex-Präsident Torres

Clavijo ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen und schlug in die gleiche Kerbe. „Was niemand anzweifelt, ist die Geringschätzung und die mangelnde Loyalität der spanischen Regierung gegenüber den Kanaren und unserer Regionalregierung.“ Besonders bitter zeigte sich der Präsident in Richtung seines Amtsvorgängers Ángel Víctor Torres, der heute als Minister für Territorialpolitik in Madrid sitzt. Mit enttäuschtem Unterton sagte Clavijo: „Statt die Kanaren zu verteidigen, hat er sich nur versteckt und den Kopf eingezogen.“

Eine Krise mit langer Nachwirkung

Der Schlagabtausch verdeutlicht, wie tief die Gräben zwischen der Regionalregierung und der Zentralregierung in dieser Angelegenheit sind. Der Ausbruch des Hantavirus an Bord des Expeditionsschiffes „MV Hondius“ hatte die Kanaren nicht nur vor medizinische, sondern auch vor erhebliche diplomatische und logistische Herausforderungen gestellt. Der von Clavijo und Franquis geführte Disput zeigt, dass die Frage nach der Verantwortung und der korrekten Informationspolitik die politische Landschaft der Inseln noch lange beschäftigen wird.

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