Bürgerprotest gegen die Hafenpläne
Die Plattform zur Verteidigung von Los Cristianos ruft für diesen Sonntag zu einer Demonstration gegen die geplante Erweiterung des Hafens im Küstenort auf. Ein Zusammenschluss von rund zehn Vereinen und Verbänden – vom lokalen Gewerbe über Kultur- und Sozialgruppen bis hin zu den Fischern der Region – stemmt sich geschlossen gegen das Vorhaben.
Die Gegner befürchten vor allem zwei schwerwiegende Folgen: massive Beeinträchtigungen der Mobilität und Schäden am Strand, der wichtigsten touristischen Attraktion des Ortes. Der Vorsitzende der Plattform, Jorge Bello, gibt sich hinsichtlich der Teilnehmerzahl zurückhaltend und rechnet mit rund 800 Besuchern. „Aber so viele Leute sagen uns, dass sie kommen, dass wir glauben, es könnten bis zu 1.500 werden“, so Bello. „Wir wollen eine bürgerliche, völlig demokratische Veranstaltung ohne politische Untertöne. Wir laden ganze Familien ein“, fügt er hinzu.
Gerechtigkeit für die Nachbarinseln
Für die Mitglieder der Plattform sei es von zentraler Bedeutung, das Verkehrsproblem zu lösen – allerdings unter einer wichtigen Voraussetzung, erklärt Bello: „Die Bewohner von La Gomera, La Palma und El Hierro haben das gleiche Recht auf Anbindung, Lebensqualität und alles, was jeder andere Kanarier auch hat. Das ist für sie und ihre Entwicklung unverzichtbar.“ Gleichzeitig ist er überzeugt, „dass es Lösungen für die Verkehrsprobleme gibt, die uns nicht treffen müssen.“ Bello kritisiert: „Dieses Problem schleppen wir seit 30 Jahren mit uns herum. Es muss heute gelöst werden, nicht erst in 20 Jahren.“
Praktikable Alternativen
Der Vorschlag der Nachbarschaftsinitiative sieht vor, die Ankunftszeiten der Fähren zeitlich zu staffeln und den Warenumschlag aus dem Hafen von Los Cristianos zu verlagern. „Unsere Vorschläge sind einfach und könnten sofort umgesetzt werden“, betont Bello. Er verweist darauf, dass die Häfen von Granadilla de Abona und Santa Cruz de Tenerife den Güterverkehr, der derzeit im Süden der Insel ankommt, problemlos übernehmen könnten. „Beide Häfen sind fertiggestellt, es müsste also nichts investiert werden. Ich sage nicht, dass das übermorgen machbar ist, aber in einigen Monaten wäre es umsetzbar“, schätzt Bello.
Breite Unterstützung und nächste Schritte
Die Vorschläge der Bürgerplattform fanden bereits einstimmige Unterstützung im Gemeinderat von Arona. „Dabei haben sie ihre politischen Differenzen beiseitegelegt. Jetzt wollen wir die anderen Gemeinden im Süden ins Boot holen, denn was in Los Cristianos passiert, betrifft uns alle. Danach werden wir uns an die Inselregierung (Cabildo), die Kanarische Regierung und die Hafenbehörde wenden“, kündigt Bello an.

