Wohnsitzpflicht für günstige Tickets
Die Madrider Regionalregierung unter Isabel Díaz Ayuso (PP) schließt ab sofort kanarische Studenten, die in Madrid leben, von vergünstigten Tarifen im öffentlichen Nahverkehr aus. Die konservative Comunidad de Madrid, die auf den Kanaren mit Koalitionspartner Clavijo regiert, führt eine Art „Inländer-Priorität“ ein, um Rabatte auf Bustickets, U-Bahn- und Vorortzüge nur noch für Personen mit offiziellem Wohnsitz in der Region zu gewähren.
Neue Regel ab 15. Juni
Laut dem amtlichen Verkündigungsblatt der Region Madrid vom heutigen Freitag gilt ab dem 15. Juni: Die Ausstellung der persönlichen Nahverkehrskarte – sowohl für Neuanträge als auch für Ersatzausfertigungen – wird an den Nachweis geknüpft, dass der Antragsteller in einer Gemeinde der Region Madrid oder in einer der Tarifzonen E1 und E2 gemeldet ist. „Die Wohnsitzbedingung wird durch eine gültige Meldebescheinigung nachgewiesen, die den Wohnsitz des Antragstellers in einer der oben genannten Gemeinden bestätigt. Der Antragsteller muss diese Bescheinigung vorlegen oder seine Abfrage autorisieren, sofern diese Abfrage technisch möglich ist“, heißt es im Amtsblatt weiter.
Was die Nahverkehrskarte bietet
Die persönliche Nahverkehrskarte ermöglicht erhebliche Ermäßigungen im gesamten Netz der Metro, der Stadtbusse und der Vorortzüge (Cercanías). In bestimmten Fällen gewährt sie sogar kostenlose Fahrten. Für auswärtige Studenten, die in der teuren Hauptstadtregion studieren, war die Karte bisher ein unverzichtbares Instrument, um die Lebenshaltungskosten niedrig zu halten.
Scharfe Kritik von Opposition und Regionalpartei
Die Senatorin Marta Saavedra (PSOE) reagierte umgehend auf die Nachricht in den sozialen Medien. „Díaz Ayuso lässt kanarische Studenten in Madrid ohne Nahverkehrsrabatte dastehen und verlangt dafür eine Anmeldung in der Region. Inländer-Priorität, regionale Ausgrenzung“, kritisierte sie. Auch der Organisationssekretär der kanarischen Regionalpartei Nueva Canarias, Ayoze Corujo, schaltete sich ein. „Ich weiß, was es bedeutet, in Madrid zu studieren. Sowohl das Nahverkehrsticket als auch der kanarische Residentenrabatt für Flüge sind existenziell. Das eine ermöglicht dir die Fortbewegung in einer extrem teuren Region, das andere erlaubt dir, zu einem vernünftigen Preis nach Hause zu kommen“, betonte er.

