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Elend in Arona: So leben die Menschen in der illegalen Siedlung

Ein Ort der Hoffnungslosigkeit

Ein einfacher Besuch in der illegalen Siedlung Los Vivitos in Arona genügt, um zu verstehen, warum diese Tourismusgemeinde im Süden Teneriffas die zweithöchste Obdachlosenrate der Insel hat. Das geht aus einem aktuellen Bericht von Cáritas hervor. Zwischen überall verstreutem Müll stehen die unterschiedlichsten Behausungen: richtige Häuser aus Betonsteinen mit Türen und Fenstern, aber auch primitivere Hütten aus Holzplatten mit einem Metalltor, das den Zugang zum Grundstück versperrt. Einige der Bewohner haben sogar Überwachungskameras, Alarmanlagen, Solarpaneele und Wassertanks installiert.

Großrazzia mit dreimonatigem Ultimatum

Vergangenen Dienstag führte die Polizei eine groß angelegte Aktion in diesem Gebiet durch, das auf einem ländlichen Grundstück neben der Autobahn TF-1 zwischen Buzanada und Guaza liegt. Dabei wurden 17 Gebäude versiegelt, insgesamt 64 Konstruktionen inspiziert und 94 identifizierten Personen ein Ultimatum von drei Monaten gestellt, um den Ort zu verlassen. Es war bereits der zweite Einsatz der Sicherheitskräfte an diesem Ort, jedoch der bisher umfangreichste. Die Gemeindeverwaltung von Arona will mit dieser und weiteren angekündigten Aktionen in den kommenden Monaten die Ausbreitung dieser illegalen Siedlungen stoppen, die nicht nur in Arona, sondern entlang der gesamten Küste und in den mittleren Höhenlagen des Südens von Teneriffa immer mehr zunehmen.

Leben ohne jede Grundversorgung

Staub wirbelt bei jeder Windböe auf. Dazu kommen die Calima (trockener, heißer Saharastaub) und eine intensive Hitze, die die Lebensbedingungen in Los Vivitos unerträglich machen. Die Siedlung erstreckt sich über ehemalige landwirtschaftliche Flächen, auf denen noch die alten Trockenmauern der Terrassenfelder stehen. Die meisten Bewohner haben keinen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und beteuern, keine andere Wahl zu haben.

Eine Familie zwischen Hoffen und Bangen

Ein kolumbianisches Ehepaar um die 40 Jahre, das anonym bleiben möchte, schildert seine Notlage. Sie arbeitet in einem Touristenhotel, er ist krankgeschrieben. Das Paar hat zwei Kinder, eines davon ist autistisch. Täglich geben sie zehn Euro für Benzin aus, um den Generator zu betreiben, der sie mit Strom versorgt. Die Familie lebte zehn Jahre auf Teneriffa und mietete in Las Chafiras, wo sie 1.000 Euro im Monat zahlte. Doch eine Vertragsklausel ließ die Miete auf 1.400 Euro steigen, nachdem sie sich mit einer Zahlung um fünf Tage verspätet hatten. Da sie diesen Aufschlag nicht stemmen konnten, mussten sie die Wohnung verlassen. Die Suche nach einer neuen Bleibe war, so ihre Schilderung, eine wahre Odyssee: drei Monatsmieten Kaution, Maklergebühren und unzählige Auflagen. Nach einem Monat auf dem Campingplatz Nauta landeten sie in Los Vivitos. Zuerst hausten sie in einem Zelt, dann bauten sie einen winzigen Raum von gerade einmal sechs Quadratmetern, in dem heute alle vier Familienmitglieder schlafen. Die Behausung verfügt über eine kleine Kochnische, einen Wassertank, eine Waschmaschine und eine improvisierte Dusche. Sogar eine Klimaanlage haben sie installiert, um die sengende Hitze zu ertragen. Die Mutter betont, dass ihre Lage nur vorübergehend sei: „Wir haben immer gearbeitet. Wir sind hart arbeitende Leute und werden kämpfen, um hier rauszukommen.“ Ihre Kinder gehen in Las Zocas zur Schule, wo der Jüngere die nötige Förderung erhält.

Spekulation und Resignation

Doch nicht alle teilen diesen Kampfgeist. Ein Mann, der bereits seit acht Jahren in der Siedlung lebt, sagt, er habe keinen Ort, wohin er gehen könne, und werde das Gelände trotz des polizeilichen Ultimatums nicht verlassen. Die Bewohner berichten, dass die Bevölkerung von Los Vivitos rasant gewachsen sei, und schätzen, dass heute bereits zwischen 200 und 300 Menschen dort leben. Sie warnen sogar vor aufkommender Spekulation mit den Parzellen innerhalb der Siedlung. Alle sind sich einig, wo die Wurzel des Problems liegt: in der Wohnungskrise. Sie fordern, dass die Behörden den Mietmarkt regulieren, damit nicht noch mehr Menschen in Siedlungen wie Los Vivitos landen. Diese traurige Realität breitet sich bereits auf andere Gebiete Aronas aus, wie Guaza, Lomo Negro, El Fraile, Costa del Silencio und Las Galletas.

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