Immobilienpreise auf den Kanaren: Der Markt dreht durch
Die Wohnungspreise auf den Kanarischen Inseln kennen nur eine Richtung: nach oben. Besonders in den beiden Hauptstädten der Inseln hat sich der Markt im ersten Quartal dieses Jahres weiter angeheizt. Santa Cruz de Tenerife festigt dabei seinen Ruf als teuerste Hauptstadt – zumindest im direkten Vergleich mit Las Palmas de Gran Canaria. Denn die absolute Spitzenposition im gesamten Archipel belegt ein anderer Ort: Adeje im Süden Teneriffas. Hier liegt der Quadratmeterpreis bei atemberaubenden 3.727,90 Euro.
So viel kosten Immobilien in den Hauptstädten
Allein in den ersten drei Monaten des Jahres legte der Quadratmeterpreis auf Teneriffa um 160,30 Euro zu und liegt nun bei durchschnittlich 2.355,10 Euro. Das geht aus den aktuellen Daten des spanischen Ministeriums für Wohnungswesen und Städteagenda hervor, das Gemeinden mit mehr als 25.000 Einwohnern statistisch erfasst. Im Vergleich zum vorherigen Quartal entspricht dies einem Anstieg von 7,3 Prozent. Damit ist das Wachstum mehr als doppelt so hoch wie in Las Palmas de Gran Canaria, wo die Preise „nur“ um 3,22 Prozent zulegten. Hier kostet der Quadratmeter einer fertiggestellten Wohnung jetzt 2.251,40 Euro – ein Plus von 70,40 Euro seit Jahresbeginn.
Teurer als vor der großen Finanzkrise
Noch nie war es für die Menschen auf den Inseln finanziell so schwer, sich ein Zuhause zu leisten. Die aktuellen Preise haben sogar das Niveau vor dem Platzen der Immobilienblase im Jahr 2008 übertroffen. Die Gründe dafür haben sich jedoch grundlegend geändert: Während damals die hohe Rendite von Immobilieninvestments und die großzügige Kreditvergabe der Banken den Markt befeuerten, ist es heute vor allem die klaffende Lücke zwischen geringem Angebot und hoher Nachfrage, die die Preise in die Höhe treibt.
20 Jahre Preisentwicklung: Ein massiver Anstieg
Blickt man 20 Jahre zurück, wird das Ausmaus des Preisanstiegs deutlich: In der Hauptstadt Gran Canarias verteuerte sich der Quadratmeter um 502 Euro, was einem Plus von 28,7 Prozent entspricht. In Santa Cruz de Tenerife fiel der Anstieg mit 676,30 Euro und 40,2 Prozent noch deutlicher aus. Nach dem ersten Quartal 2006 stiegen die Preise zunächst weiter an, bis sie im ersten Quartal 2008 in Las Palmas de Gran Canaria mit 2.105 Euro pro Quadratmeter ihren bisherigen Höchststand erreichten. Nur drei Monate später, am Vorabend des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, folgte Santa Cruz de Tenerife mit 2.064 Euro. Die darauf folgende Wirtschaftskrise ließ die Immobilienwerte dann abrupt fallen. Die Erholung war langwierig. Erst die aktuelle Anspannung auf den spanischen Gesamtmärkten hat die Preise wieder über die 2.000-Euro-Marke gehoben: Zunächst im ersten Quartal 2025 in Las Palmas de Gran Canaria (2.101 Euro) und wenig später, im dritten Quartal 2025, in Santa Cruz de Tenerife (2.142 Euro).
Santa Cruz überholt Las Palmas – aber wer ist die Nummer eins?
Es ist vor allem Santa Cruz de Tenerife, wo die Preise lange Zeit nur zögerlich anzogen. Inzwischen hat die Stadt jedoch die Nase vorn und zeigt einen klaren Aufwärtstrend, der in diesem Tempo in Las Palmas de Gran Canaria nicht mehr zu beobachten ist. Doch weder die eine noch die andere Stadt ist die teuerste Gemeinde der Autonomen Gemeinschaft. Das Ministerium erfasst in seiner Statistik vier Gemeinden mit über 25.000 Einwohnern, die die 3.000-Euro-Marke pro Quadratmeter überschreiten.
Die Top- und Schlusslichter im Preisgefüge
Mit großem Abstand führt Adeje die Liste an: 3.727,90 Euro pro Quadratmeter (11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr). Dahinter folgen La Oliva auf Fuerteventura mit 3.213,70 Euro, San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria mit 3.138,90 Euro und schließlich Puerto de la Cruz auf Teneriffa mit 3.036,30 Euro. Am anderen Ende der Preisskala bieten sich die günstigsten Einstiegsmöglichkeiten: In Ingenio liegt der Quadratmeter bei 1.308,50 Euro, in Arucas bei 1.392,90 Euro, in Los Realejos bei 1.454 Euro und in Telde bei 1.469,10 Euro. Diese Gemeinden gelten derzeit als die erschwinglichsten Wohnlagen auf den Kanaren.

