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Immobilienpreise auf den Kanaren steigen um 16,5%, Verkäufe brechen ein

Markt unter Druck: Preise steigen, Verkäufe sinken

Der Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln befindet sich in einer Schieflage. Während die durchschnittlichen Kaufpreise für Wohnimmobilien im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat kräftig um 16,5% anzogen, brach die Zahl der notariell beurkundeten Kaufverträge zeitgleich um 13,6% ein. Diese aktuellen Daten veröffentlichte der Spanische Notarrat an diesem Donnerstag. Sie zeichnen das Bild eines Marktes, der unter einem deutlichen Wohnungsdefizit leidet, was die Preise in die Höhe treibt und den Zugang zum Wohnungseigentum – besonders für junge Menschen und Haushalte mit geringeren Mitteln – erheblich erschwert.

Preise knacken Rekorde der Immobilienblase

Die Entwicklung setzt einen Trend fort, der sich bereits 2025 abzeichnete. Damals stiegen die Preise um 7,5% und übertrafen damit die bisherigen Höchststände aus dem Jahr 2007, dem Höhepunkt der letzten Immobilienblase. Die Kauftätigkeit war 2025 noch mit einem Plus von 4,4% gestiegen und erreichte den zweitbesten Wert der historischen Datenreihe. Im Januar 2026 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf den Kanaren nun bei 2.065 Euro. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Wohnungstypen: Der Preis für Eigentumswohnungen („pisos“) stieg um 10,6% auf 2.382 Euro/m². Der Preis für Einfamilienhäuser („viviendas unifamiliares“) legte um 7% auf 1.539 Euro/m² zu und überstieg damit erstmals das Maximum vom Juli 2007 (1.503 Euro/m²). Bereits im Januar 2025 hatten die Wohnungspreise mit 2.155 Euro/m² den Blasen-Höchststand von 2.148 Euro/m² übertroffen.

Kanaren unter den Spitzenreitern bei Preissteigerungen

Die Preisrallye ist ein landesweites Phänomen. Im Januar stiegen die Immobilienpreise in 13 der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens. Die Kanarischen Inseln gehören mit ihrem Plus von 16,5% zu den Regionen mit den stärksten, also zweistelligen, Preisanstiegen. An der Spitze liegen La Rioja (+27,5%), Castilla-La Mancha (+23,3%) und die Valencia-Region (+16,7%). Preisrückgänge verzeichneten dagegen nur Navarra (-4%), Extremadura (-3,7%), das Baskenland (-0,8%) und Murcia (-0,4%).

Kaufverträge gehen landesweit zurück

Auf nationaler Ebene wurden im Januar 49.685 Immobilienverkäufe registriert. Das ist ein deutlicher Rückgang. Der Kauf von Wohnungen ging um 12,6% auf 37.405 Einheiten zurück, der von Einfamilienhäusern um 7,8% auf 12.280 Einheiten. Die Kauftätigkeit sank in fast allen Regionen. Lediglich in Castilla-La Mancha (+6,1%) und La Rioja (+5,6) gab es Zuwächse. Die deutlichsten Einbrüche verzeichneten Kantabrien (-18%), die Region Madrid (-15,9%) und Andalusien (-14,2%). Die Kanarischen Inseln liegen mit einem Minus von 13,6% ebenfalls im Bereich der stärksten Rückgänge.

Hypothekenvergabe bricht nach 21-monatigem Anstieg ein

Ein weiteres alarmierendes Signal kommt vom Hypothekenmarkt. Nach 21 aufeinanderfolgenden Monaten des Wachstums ging die Vergabe von Hypothekenkrediten für den Wohnungserwerb im Januar erstmals wieder zurück, und zwar um 6,8% auf 26.450 Operationen. Interessanterweise stieg die durchschnittliche Kreditsumme dabei jedoch um 13% auf 186.857 Euro an. Etwas mehr als die Hälfte aller Käufe (53,2%) wurde über eine Hypothek finanziert. Bei diesen finanzierungsabhängigen Käufen deckte der Kredit durchschnittlich 72,3% des Kaufpreises. Auf den Kanarischen Inseln war der Rückgang der Hypothekenvergabe mit -12% besonders ausgeprägt. Noch stärker fiel er nur in Andalusien (-14,5%) und der Valencia-Region (-13,4%) aus. Zuwächse gab es hingegen in Castilla-La Mancha (+15,3%), Katalonien (+2,5%) und Asturien (+1,1%).

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