baugenehmigungen wohnungen kanaren 2025 steigerung

Bauboom auf den Kanaren: Genehmigungen für über 5.600 neue Wohnungen

Langsame, aber deutliche Erholung der Bautätigkeit

Langsam kommt der Bausektor auf den Kanarischen Inseln wieder in Schwung, um auf die anhaltende Wohnungskrise zu reagieren. Dieser Aufwärtstrend ist bereits in den Statistiken sichtbar, die die Zahl der neu begonnenen Wohnungsbauprojekte im Archipel erfassen. Im Laufe des Jahres 2025 wurden Baugenehmigungen für 5.604 neue Häuser auf den Inseln erteilt. Diese mehr als fünftausend neuen Wohnungen, deren Bau im vergangenen Jahr begann, sind eine Reaktion auf die enorme Nachfrage nach Wohnraum in der Region. Es handelt sich um die höchste jährliche Zahl seit 2008.

Baugenehmigungen als Gradmesser für die Baukonjunktur

Die sogenannten „Visados de obra“ (Baugenehmigungen) sind ein ausgezeichneter Indikator für die Temperatur im Bausektor. Dabei handelt es sich um Genehmigungen, mit denen bescheinigt wird, dass das neue Bauvorhaben alle formalen Voraussetzungen für den Baubeginn erfüllt. Sie sind eine unabdingbare Voraussetzung, um mit dem Bauen beginnen zu können, und erlauben einen Blick in die Zukunft, um die Zahl der Wohnungen abzuschätzen, die in ein bis zwei Jahren fertiggestellt sein werden. Zwar sind diese 5.604 Genehmigungen immer noch nur die Hälfte der jährlich benötigten Anzahl, um mit der Neugründung von Haushalten Schritt zu halten, doch stellen sie einen bemerkenswerten Anstieg gegenüber den Vorjahren dar.

Mehr als 50 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr

Konkret bedeutet dies einen Anstieg von mehr als 50 Prozent im Vergleich zu den 3.605 Wohnungen, deren Bau nur ein Jahr zuvor begann – so die Daten des spanischen Ministeriums für Verkehr und nachhaltige Mobilität. Diese positive Dynamik scheint eine Antwort auf die Bemühungen der öffentlichen Verwaltungen zu sein, eine Aktivität voranzutreiben, die entscheidend ist, um das Wohnungsdefizit der kanarischen Bevölkerung zu beheben. In den letzten Jahren war der Sektor unter anderem durch langwierige Genehmigungsverfahren ausgebremst worden, also all die notwendigen Vorarbeiten, bevor die Betonmischer anrollen können.

Bürokratieabbau als Schlüssel zur Beschleunigung

Die für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität zuständige Regionalregierung (Consejería) hat seit Beginn der Legislaturperiode ihre Anstrengungen verdoppelt, um die Bürokratie zu beschleunigen und so die Zahl der neu zu errichtenden Wohnungen zu erhöhen. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehört die Vereinfachung der bürokratischen Verfahren in der Stadtplanung, einem der großen historischen Engpässe der Bautätigkeit. Durch zwei in den letzten beiden Jahren erlassene Dekrete wurden die Fristen für die Erteilung der notwendigen Lizenzen, Gutachten und Genehmigungen für den Baubeginn verkürzt – ohne die für einen so sensiblen Bereich notwendigen Kontrollen abzuschaffen. Das Ziel ist im Grunde, eine Maschinerie wieder in Schwung zu bringen, die nach Jahren der Lähmung infolge der Immobilienkrise etwas eingerostet war. Diese Maßnahmen wurden von den Arbeitgeberverbänden der Bauwirtschaft auf den Kanaren gelobt.

Fertigstellungen mit Verzögerung – aber steigend

Die 5.604 Häuser, deren Bau im letzten Jahr begann, werden in zwei bis drei Jahren fertiggestellte Wohnungen sein. Auch dies wird einen bedeutenden Fortschritt darstellen, wenn man bedenkt, dass im vergangenen Jahr die Fertigstellung von 2.196 Wohnungen auf den Kanaren bescheinigt wurde. Diese Menge war bereits höher als die von 2024, als 1.940 Immobilien auf dem Archipel fertiggestellt wurden.

Neubau ist nur ein Baustein der Lösung

Der Bau neuer privater Wohnungen, die die Nachfrage der ansässigen Bevölkerung decken, ist jedoch nur eine der Säulen, auf denen die Linderung der aktuellen Krise beruhen muss. Die Vergrößerung des öffentlichen Wohnungsbestands, die Wiederbelebung geschlossener oder verlassener Immobilien, direkte Hilfen für junge Menschen bei der Wohnungssuche sowie Garantien für Eigentümer, ihre Immobilien zu erschwinglichen Mieten anzubieten, sind weitere Maßnahmen, die in dieser Legislaturperiode ergriffen werden, um den Markt zu stärken und die jährlichen zweistelligen Preisanstiege in den Griff zu bekommen.

Öffentlicher Wohnungsbau wird reaktiviert

Was den verfügbaren öffentlichen Wohnraum betrifft, so wurden in der aktuellen Legislaturperiode eingefrorene Projekte reaktiviert und der Bau verschiedener Wohnanlagen auf verschiedenen Inseln wieder aufgenommen. Derzeit sind mehr als 3.900 Wohnungen in Bewegung und befinden sich in verschiedenen Stadien – im Bau, in der Planung oder im Erwerb – um den öffentlichen Bestand zu erhöhen.

Der Weg ist noch lang

Doch es bleibt noch viel zu tun. Die 5.604 Wohnungen, die im vergangenen Jahr begonnen wurden, sind nur die Hälfte dessen, was benötigt wird, um die Nachfrage neuer Haushalte zu decken. Daher muss in den kommenden Jahren sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor weiter Gas gegeben werden, um auf eine Situation reagieren zu können, deren Lösung nicht kurzfristig, sondern mittel- und langfristig angegangen werden muss.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link