Kanaren starten Aktiven Wohnungsfonds gegen Mietnotstand
Bezahlbarer Wohnraum und eine schnelle Reaktion auf die Wohnungsnot – das sind die zentralen Pfeiler der Hauptstrategie der Regierung der Kanarischen Inseln in dieser Legislaturperiode. Der Regionalminister für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität, Pablo Rodríguez, stellte am Montag den Start des „Aktiven Wohnungsfonds für bezahlbaren Wohnraum“ vor. Dieses Schlüsselinstrument soll private Wohnungen, die derzeit leer stehen – auf den Kanaren sind es schätzungsweise 211.000 – mobilisieren und mit voller Absicherung für Eigentümer und Mieter in den günstigen Mietmarkt integrieren.
Antwort auf ein strukturelles Problem
Der Minister betonte, dass das vorrangige Ziel dieser Amtszeit sei, alle möglichen Instrumente zu aktivieren, um das Wohnungsangebot zu erhöhen. Der Aktive Wohnungsfonds ist die Antwort auf ein strukturelles Problem: den Rückzug tausender Wohnungen aus dem Mietmarkt aufgrund der „rechtlichen Unsicherheit“, die private Vermieter wahrgenommen haben. Anders als bei früheren Versuchen wird die kanarische Regierung nun über das öffentliche Unternehmen Visocan als verlässlicher Mittler auftreten.
Dreifache Sicherheit für Eigentümer
Rodríguez erläuterte, dass bereits eine Ausschreibung im Wert von 1,8 Millionen Euro auf der Vergabeplattform veröffentlicht wurde. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren, die um weitere zwei Jahre verlängert werden kann. Organisationen des Dritten Sektors und spezialisierte Einrichtungen werden damit beauftragt, die Akquise und Verwaltung zu übernehmen und so als Brücke zwischen der Verwaltung, den Immobilienbesitzern und den Bürgern zu dienen. Besonders wichtig sei, dass das Programm für Eigentümer „attraktiv“ sei, damit sie den Schritt wagen und ihre leerstehenden Häuser wieder dem Markt zuführen. Dafür biete der neue Fonds drei Sicherheitsgarantien:
- Zahlungsgarantie: Der Eigentümer erhält mit Sicherheit die monatliche Miete, da die öffentliche Hand den Prozess absichert.
- Erhalt des Eigentums: Bei Vertragsende wird die Wohnung in einem angemessenen Zustand, so wie sie übergeben wurde, zurückgegeben.
- Hilfen zur Sanierung: Für den Fall, dass eine Wohnung nicht in optimal bewohnbarem Zustand ist, werden Renovierungshilfen angeboten.
Mieten etwa 30 Prozent unter Marktniveau
Der Minister hob hervor, dass sich dieses neue Modell von dem „krachenden Scheitern“ der vorherigen Legislaturperiode unterscheide, in der aufgrund der Forderung nach siebenjährigem Nießbrauch und extrem niedrigen Mieten in vier Jahren nur eine einzige Wohnung gewonnen werden konnte. Stattdessen knüpfe man an erfolgreiche Modelle an, die auf den Kanaren bereits zwischen 2002 und 2003 funktioniert hätten. Die Mietpreise werden festgelegt und liegen etwa 30 Prozent unter dem Marktpreis, orientiert am Grundmodul für öffentlich geförderten Wohnraum (VPO). „Wenn eine Wohnung auf dem freien Markt beispielsweise 950 Euro kostet, wird sie in diesem Fonds einen spürbar niedrigeren Preis haben, der es den Mietern ermöglicht, ein Leben ohne wirtschaftliche Erstickung zu führen“, so Rodríguez.
Teil einer umfassenden Notfallstrategie
Der Aktive Wohnungsfonds ist nur ein Teil eines größeren Maßnahmenpakets. Pablo Rodríguez verwies darauf, dass in dieser Legislaturperiode „die größte Anzahl an Instrumenten und Werkzeugen mobilisiert wurde, die bis heute auf den Weg gebracht wurden“. Zu diesen Maßnahmen zählen gesetzliche Änderungen zur Mobilisierung von Bauland, die Umwandlung von Immobilien – etwa von Geschäftsräumen, Bürogebäuden und unfertigen Bauten – in neuen Wohnraum, ein Dekret zur Beschleunigung von Verwaltungsverfahren sowie ein Rekordbudget für die Wohnungspolitik von über 200 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 36 Millionen Euro speziell für Mietbeihilfen.

