clavijo reise uruguay argentinien kanaren

Clavijo reist nach Uruguay und Argentinien: 300 Jahre kanarische Geschichte

Clavijo reist nach Uruguay und Argentinien

Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, reist diese Woche nach Uruguay und Argentinien. Ziel der Reise ist es, die historischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bande der Inseln mit beiden südamerikanischen Ländern weiter zu festigen. Wie die Regionalregierung mitteilte, erwartet Clavijo während der fünftägigen Mission ein straffes Arbeitsprogramm.

Dichtes Programm im Zeichen des 300-jährigen Jubiläums

Die Reise fällt mit den Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag der Gründung Montevideos durch kanarische Auswanderer zusammen. Geplant sind unter anderem die Teilnahme am Forum „Kanaren-Uruguay: Vom Ursprung in die Zukunft“, Treffen mit der bedeutenden Gemeinschaft der Nachkommen kanarischer Einwanderer sowie Besuche von Kooperationsprojekten, die von der Regionalregierung finanziert werden.

Begleitet wird Clavijo von einer Delegation, bestehend aus dem Vizekanzleichef Alfonso Cabello, dem Vizepräsidenten des Präsidialamtes Octavio Caraballo und dem Direktor für Auswanderungsangelegenheiten José Téllez. Es ist bereits der dritte offizielle Besuch eines kanarischen Präsidenten in Uruguay und Argentinien – zuvor reisten Román Rodríguez im Jahr 2002 und Paulino Rivero 2012 dorthin.

Hohe politische Gespräche in Montevideo

Während seines Aufenthalts sind Treffen mit dem uruguayischen Präsidenten Yamandú Orsi und dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Rodrigo Goñi, vorgesehen. Diese Begegnungen dienen der Analyse und Vertiefung der Beziehungen zwischen den Kanaren und Uruguay. Zum institutionellen Programm gehört zudem ein Gespräch mit dem Bürgermeister von Montevideo, Mario Bergara.

Die Regionalregierung erinnert daran, dass die Hauptstadt Uruguays im November 1726 unter maßgeblicher Beteiligung kanarischer Migranten gegründet wurde und in diesem Jahr ihr 300-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass wird die kanarische Regierung eigene Veranstaltungen in Montevideo und in der Verwaltungseinheit Canelones ausrichten, ebenso wie die Kanarische Stiftung von Montevideo, die an die 25 kanarischen Familien erinnert, die am 19. November 1726 in der Bucht der Stadt an Land gingen.

Canelones: Hochburg der kanarischen Einwanderung

Ein weiteres Treffen ist mit dem Bürgermeister von Canelones, Francisco Legnani, geplant. Canelones gehört zu den 19 Departements Uruguays, in denen sich im 17. und 18. Jahrhundert die meisten kanarischen Auswanderer niederließen. Am kommenden Freitag wird Clavijo dort an den Feierlichkeiten zu Ehren des Geburtstags von General José Gervasio Artigas teilnehmen, der als Vater der uruguayischen Nation gilt und eine zentrale Figur der Unabhängigkeitsbewegung und des Föderalismus im Río de la Plata war.

Wirtschaftsforum in der spanischen Botschaft

Das Forum „Kanaren-Uruguay: Vom Ursprung in die Zukunft“ findet in der spanischen Botschaft statt. Dort wird Fernando Clavijo vor über hundert Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Uruguays die Grundlagen der historischen Beziehungen zwischen beiden Regionen, den aktuellen Stand dieser Verbindungen sowie neue Wege der Zusammenarbeit darlegen.

Wie die Regionalregierung weiter mitteilte, wird der Präsident dabei auch über die wettbewerbsfähigen Steuervorteile der Kanarischen Inseln informieren – insbesondere über die Sonderwirtschaftszone Kanaren (ZEC) und die Anreize des Wirtschafts- und Steuerregimes (REF) für Unternehmen, die in strategisch wichtige Bereiche wie die Audiobranche oder Forschung und Entwicklung investieren.

Wirtschaftsmacht Kanaren: Spitzenreiter bei Importen aus Uruguay

In Buenos Aires organisiert die kanarische Außenhandelsgesellschaft Proexca eine Wirtschaftsveranstaltung, die darauf abzielt, das Interesse argentinischer Firmen mitten im Internationalisierungsprozess zu wecken – mit Fokus auf die Stabilität und die Steuervorteile des Archipels. In Montevideo wird sich die öffentliche Gesellschaft ebenfalls am Wirtschaftsforum beteiligen.

In wirtschaftlicher Hinsicht sind die Kanarischen Inseln die führende spanische Autonome Gemeinschaft beim Import uruguayischer Produkte und der wichtigste nationale Abnehmer für uruguayisches Fleisch und Getreide. Auch die Einfuhren aus Argentinien verzeichnen derzeit Rekordzahlen, wobei sich der Handelsfluss fast ausschließlich auf zwei Produkte konzentriert: Fisch und Fleisch.

Begegnungen mit der kanarischen Gemeinschaft

Das Arbeitsprogramm in Argentinien sieht ein Treffen mit dem spanischen Botschafter Joaquín María de Arístegui vor, um sich aus erster Hand über die Lage der kanarischen Gemeinschaft im Land zu informieren. Auf sozialer Ebene wird der Präsident während seiner Reise mehrere Zusammenkünfte mit Kanaren und ihren Nachkommen in Uruguay und Argentinien abhalten. Geplant sind ein Empfang im Rathaus von Montevideo sowie ein weiterer in der Gesellschaft „Islas Canarias“, einer Einrichtung, die soziale Projekte in der uruguayischen Hauptstadt umsetzt. In Buenos Aires steht ein Treffen mit der argentinisch-kanarischen Gemeinschaft auf dem Programm.

Kooperationsprojekte vor Ort besichtigt

Clavijo und die übrige Delegation werden sich zudem vor Ort ein Bild von einigen der Kooperationsprojekte machen, die die kanarische Regierung in beiden südamerikanischen Ländern unterstützt. Hervorzuheben sind die Finanzierung von Bauarbeiten am Bildungszentrum „Islas Canarias“ in Montevideo, am Wohnheim „Orillas Antiracistas“ in Canelones sowie am Programm „Orror Uruguay“.

Die Regionalregierung betont abschließend, dass die Beziehungen zwischen den Kanarischen Inseln und Uruguay auf mehr als 300 Jahren gemeinsamer Geschichte beruhen, geprägt von einer intensiven Auswanderungswelle, die den Archipel zu einer der wichtigsten Herkunftsregionen der uruguayischen Bevölkerung machte.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link