Krankenhaus im Norden Teneriffas muss OP-Betrieb einstellen
Die anhaltende Hitzewelle hat gravierende Folgen für die medizinische Versorgung im Norden Teneriffas: Das Hospital del Norte de Tenerife, das dem Universitätskrankenhaus der Kanaren (HUC) angegliedert ist, musste seine gesamte Operationstätigkeit vorerst einstellen. Nur wenige Tage, nachdem am Haupthaus des HUC ein technischer Defekt an der Klimaanlage der Operationssäle aufgetreten war, hat das Krankenhaus im Norden der Insel nun ein ähnliches Problem: Eine Panne hat dazu geführt, dass die beiden Säle für ambulante Operationen (CMA) ohne funktionierende Klimatisierung dastehen.
Hitze und Feuchtigkeit als Auslöser
Während die Ursache am HUC ein menschliches Versagen beim Umstellen von Schaltschränken war, ist diesmal das Wetter schuld: Die extremen Temperaturen der vergangenen Woche – in Nachbargemeinden wie San Juan de la Rambla wurden bis zu 34 Grad gemessen – in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit haben das Kühlsystem zum Erliegen gebracht.
Nach Angaben der Krankenhausleitung mussten zwar keine geplanten Eingriffe abgesagt werden, da sich noch keine Operationen in Planung befanden. Die zukünftige Terminierung neuer Operationen ist jedoch bis auf Weiteres komplett gestoppt. Die Geschäftsführung bezeichnet den Schaden als „punktuell“ und versichert, dass die technischen Dienste bereits an der Lösung des Problems arbeiten. Man hoffe, die Störung „so schnell wie möglich“ behoben zu haben.
Mitarbeiter widersprechen offizieller Darstellung
Doch es gibt Widerspruch aus den eigenen Reihen: Mitarbeiter des Hospitals del Norte berichten dieser Zeitung, dass die Panne bereits seit einer Woche bestehe und in dieser Zeit keinerlei Operationsplanung stattgefunden habe. Die Diskrepanz zwischen der offiziellen Version und den Aussagen der Belegschaft wirft Fragen zur Kommunikation innerhalb des Krankenhausverbunds auf.
Warum die Klimaanlage im OP so kritisch ist
Ein funktionierendes Klimasystem ist in Operationssälen überlebenswichtig: Die hohen Anforderungen an Hygiene und Patientensicherheit erfordern Temperaturen zwischen 17 und 23 Grad sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Nur so können Keime in Schach gehalten, die Leistungsfähigkeit des OP-Teams sichergestellt und empfindliche medizinische Geräte vor Überhitzung geschützt werden. Das Krankenhaus im Norden, das jährlich rund 2.000 Eingriffe durchführt, ist zudem von zentraler Bedeutung, um das übergeordnete HUC zu entlasten.
Erst HUC, dann Hospital del Norte: Zwei Pannen, zwei Ursachen
Erst vor fünf Tagen hatte es am Mutterhaus HUC in San Cristóbal de La Laguna eine ähnliche Störung gegeben. Dort konnte der OP-Betrieb aufrechterhalten werden, indem die Chirurgen kurzerhand im Nachbarkrankenhaus Universitario Nuestra Señora de Candelaria operierten. Die Ursache dort: ein Fehler beim Transfer von Stromkästen. Dies geschah im Rahmen eines umfassenden Modernisierungsprojekts der elektrischen Infrastruktur, in das rund fünf Millionen Euro investiert werden. Der alte Schaltschrank des HUC war rund 40 Jahre in Betrieb und den wachsenden Anforderungen der letzten Jahre zunehmend nicht mehr gewachsen.
Schon 2024 war die Stromversorgung des Krankenhauses prekär, die Nachfrage überstieg das Angebot bei weitem. Die damalige Leitung unter Adasat Goya, dem heutigen Direktor des Kanarischen Gesundheitsdienstes (SCS), griff ein 2019 gestartetes Projekt zur Erneuerung der Stromversorgung wieder auf. Bereits im vergangenen Jahr wurden vier Umspannstationen installiert, um die Last zu verteilen und die Versorgung zu stabilisieren.
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