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Dolmetscher bei Eigentümerversammlungen auf Gran Canaria

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Kommunikation als Schlüssel

Eigentümerversammlungen, Sonderumlagen, Sanierungsarbeiten oder die Genehmigung der Jahresabrechnung: Was für viele schon kompliziert genug ist, wird zur echten Herausforderung, wenn ein Teil der Miteigentümer kaum Spanisch spricht. Im Süden Gran Canarias, wo zahlreiche ausländische Immobilienbesitzer leben, setzen viele Gemeinschaften deshalb auf professionelle Übersetzer. So wird sichergestellt, dass wirklich jeder den Sitzungen folgen und mitentscheiden kann.

31 Jahre Erfahrung in Sachen Sprachen

Jenni Hymoff kennt diese Situation aus erster Hand: Seit 31 Jahren arbeitet sie als Übersetzerin und Dolmetscherin. Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Ana Rial gründete sie Ari Traducciones – das erste Unternehmen seiner Art in der Gemeinde Mogán. Aktuell betreut sie mehrere Dutzend Eigentümergemeinschaften, vor allem im Süden der Insel. Etwa 35 bis 40 verschiedene Hausgemeinschaften werden regelmäßig von ihr begleitet, einige davon mehrfach im Jahr, je nach Anzahl der Versammlungen und der Komplexität der anstehenden Themen.

„Hier haben ganz unterschiedliche ausländische Eigentümer Immobilien gekauft – und sie alle brauchen die Möglichkeit, sich zu verständigen“, erklärt Hymoff. Ihre Einsätze reichen von gehobenen Apartmentanlagen bis hin zu Gebäuden aus den 1970er-Jahren, in denen Eigentümer mit sehr verschiedenen wirtschaftlichen Hintergründen aufeinandertreffen. Das verbindende Element ist jedoch immer dasselbe: die Schwierigkeit, einer Versammlung auf Spanisch zu folgen.

Ordnungsgemäße Versammlungen, klare Beschlüsse

Ihre Einsätze finden vor allem bei ordentlichen und außerordentlichen Eigentümerversammlungen statt. Während die ordentliche Versammlung mindestens einmal jährlich stattfinden muss, um etwa die Jahresabrechnung zu genehmigen oder den Verwaltungsbeirat zu wählen, werden außerordentliche Sitzungen dann einberufen, wenn besondere Entscheidungen anstehen. „Ein Schaden, der Bau einer Rampe, die Erneuerung eines Aufzugs oder andere unvorhergesehene Ausgaben führen oft zu einer zusätzlichen Versammlung“, so Hymoff.

Genau in diesen Momenten wird die Rolle des Dolmetschers besonders wichtig. „Das spanische Wohnungseigentumsgesetz ist sehr streng. Die Eigentümer müssen wissen, was besprochen wird, welche Beschlüsse gefasst werden, wie die Zukunft der Anlage aussieht und wo Kosten auf sie zukommen“, erläutert Hymoff. Dabei geht es nicht nur um das reine Übersetzen von Wörtern. „Die spanische Gesetzgebung sieht Verfahren und Pflichten vor, die Menschen aus anderen Ländern oft nicht vertraut sind. Besonders schwer verständlich ist für sie, dass manche Dinge allein aus formalen Gründen erledigt werden müssen, weil das Gesetz es nun einmal verlangt.“

Wenn aus „schwarz“ nicht „weiß“ werden darf

Die Sprachbarriere kann außerdem zu Missverständnissen zwischen Nachbarn führen. Hymoff erlebt regelmäßig, dass sie um Erlaubnis bitten muss, eine Erläuterung zu ergänzen. „Wenn jemand behauptet, etwas sei schwarz, und ich sehe, dass es weiß ist, dann muss ich nun mal übersetzen, dass es schwarz ist. Aber oft setzt die Verwaltung voraus, dass ein Konzept verstanden wurde, das der ausländische Eigentümer gar nicht erfasst hat. Dann muss ich klären, warum eine Entscheidung so oder so getroffen wird.“

Das Unternehmen arbeitet für Eigentümer verschiedenster Nationalitäten. Schwerpunkte sind Englisch, Deutsch und Norwegisch; für weitere Sprachen gibt es ein Netzwerk an Kooperationspartnern. Insgesamt können so Übersetzungen in rund zwanzig Sprachen angeboten werden. „Derzeit gibt es im Süden der Insel viele italienische Eigentümer. Mit Italienisch arbeite ich selbst nicht, und sie kommen auf Spanisch oft gut zurecht. Wenn sie aber eine Übersetzung brauchen, vermitteln wir einen unserer Partner“, sagt Hymoff.

Mehr als nur Worte: kulturelles Verständnis

Ihre Verbindung zu Sprachen besteht übrigens schon lange: Jenni Hymoff wuchs in einem multikulturellen Umfeld auf – ihre Mutter war Deutsche, ihr Vater Russe. Diese Prägung hat ihre Berufswahl maßgeblich beeinflusst. „In diesem Job ist es entscheidend, dass die Leute bestens vorbereitet sind und ihre Sprachen wirklich beherrschen. Übersetzen lernt man oft – aber Dolmetschen ist noch einmal etwas anderes“, betont sie.

Neben der Arbeit in Versammlungen sieht Hymoff auch bei der Information der Eigentümer Nachholbedarf. „Oft bekommen sie ein Protokoll auf Spanisch zugeschickt und wissen schlicht nicht, was sie damit anfangen sollen“, sagt sie. Eine komplette Übersetzung mehrerer Seiten kostet für einzelne Eigentümer schnell viel Geld. Ihr Vorschlag: Mehrere Nachbarn könnten gemeinsam bei der Versammlung beantragen, dass die Übersetzung als Ausgabe der Gemeinschaft übernommen wird – statt von jedem Einzelnen.

Übersetzung auch außerhalb der Versammlung gefragt

Übersetzungs- und Dolmetscherdienste werden aber nicht nur rund um Eigentümerversammlungen benötigt. Ein wachsendes Feld sind etwa Mietverträge: Das Unternehmen übersetzt Verträge, damit beide Seiten genau verstehen, was sie unterschreiben. „Es ist enorm wichtig, dass ausländische Mieter oder Vermieter den Inhalt vor der Unterzeichnung wirklich verstehen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden“, so Hymoff.

Die Aufgabe dieser Profis liegt damit irgendwo zwischen Übersetzung und sprachlicher Vermittlung. Denn in Gemeinschaften mit internationaler Mischung geht es nicht nur darum, zu verstehen, wofür gestimmt wird oder was eine Sanierung kostet – es geht auch darum, die Funktionsweise der Wohnanlage insgesamt zu begreifen. „Im Grunde ist alles in Unkenntnis von Vorschriften und Sprache gehüllt“, fasst Hymoff zusammen.

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