Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Chimiche: Wenn der Staub zum Gesundheitsrisiko wird
Die Bewohner von Chimiche, einem Ortsteil von Granadilla de Abona im Süden Teneriffas, schlagen Alarm. Sie fürchten um ihre Gesundheit, weil ein Jable-Steinbruch (eine feine Sand- und Ascheart) nur etwa 50 Meter von ihren Häusern entfernt liegt und bei Wind große Mengen an Staub aufwirbelt. Seit etwa einem Jahr läuft der Abbau wieder, nachdem die zuständige Generaldirektion für Industrie der Kanarischen Regierung die Genehmigung verlängert hatte.
Eine Geschichte mit Altlasten: Von 1971 bis heute
Die Geschichte des Steinbruchs ist lang und konfliktreich. Die erste Abbaugenehmigung wurde bereits im Jahr 1971 erteilt, noch während der Franco-Diktatur. Doch schon 1995 wurden die Arbeiten auf Druck der damaligen Landwirte gestoppt. Nun, 31 Jahre später, sind es die gesundheitlichen Auswirkungen, die die Anwohner der nahegelegenen Siedlung am meisten beunruhigen. Selbst an einem Tag mit wenig Wind ist der feine Staub deutlich sichtbar – er hat sich sogar in die Fassade der Grundschule CEIP Virgen del Pilar eingebrannt.
„Wir atmen ein Material, das gefährlich sein kann“
Montse Gómez Hernández, die Vorsitzende der Nachbarschaftsvereinigung Vechisur, fordert drastische Maßnahmen: „Wir verlangen die vorsorgliche Schließung des Steinbruchs, bis garantiert ist, dass keine Gefahr für unsere Gesundheit besteht.“ Sie betont, dass es nicht um die lästige tägliche Reinigungsarbeit gehe, „sondern um das Einatmen eines Materials, das Experten zufolge gefährlich sein kann.“ An ihrer Seite steht Begoña Correa Plasencia, die Vorsitzende der Elternvereinigung AMPA Chimisur. Die Sorge ist besonders groß, da die Grundschule direkt in der Nähe liegt, die täglich von etwa 60 Kindern besucht wird.
„Wir haben Ventilatoren gekauft, um die Hitzewelle und den Staub zu lindern, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im letzten Schuljahr habe ich meine Kinder schließlich gar nicht mehr zur Schule geschickt“, gesteht die Elternvertreterin. Andere Nachbarn berichten, dass sie den Staub förmlich im Mund spüren: „Er brennt und man kann nicht richtig atmen. Es gibt Kinder mit Allergien oder Asthma. Früher hatten sie nur im Frühling Probleme, jetzt sind sie das ganze Jahr krank. Das ist kein Leben mehr.“ Sie beschreiben den Staub als sehr feines, kristallines Material, ähnlich wie vulkanische Bimssteinsasche (Tosca). „Man stirbt nicht sofort daran, aber es ist wie in einer Mine: Man atmet es ein, ohne es zu merken“, erklärt die Nachbarschaftsvertreterin.
Bürokratie und vertane Versprechen
Die Beschwerden der Anwohner wurden mehrfach an die Gemeindeverwaltung von Granadilla de Abona weitergeleitet. Gómez berichtet, dass man sich erst nach einer Unterschriftensammlung, die im Gemeinderat vorgelegt wurde, zu einem Gespräch bereit erklärte. „Sie trafen sich mit uns auf dem Schulhof, aber zusammen mit der Firma, die den Abbau durchführt.“ Obwohl alle politischen Parteien für eine Überwachung und Staubanalysen stimmten, sei nichts passiert: „Das Treffen war am 15. Juni. Wir wissen nichts: ob die Tests laufen, wie lange sie dauern und welche Maßnahmen ergriffen werden.“ Seitdem habe sich die Intensität der Arbeit zwar verringert, aber nicht gestoppt. „Es fahren zwar nur noch ein oder zwei LKW pro Tag, aber der Wind wirbelt weiterhin den offen liegenden Staub auf, und wir müssen ihn weiter einatmen“, so Gómez resigniert. Sie fordert, dass – wie schon beim letzten Mal – eine Schicht aus grobem Vulkankies (Picón) über das Gelände gelegt wird, um den Feinstaub zu binden. Eine einfache Bewässerung mit Schläuchen sei wirkungslos, da das Wasser zu schnell verdunstet.
Kritik an Behörden und ein Hilferuf
Die Wut der Anwohner richtet sich nicht gegen das Unternehmen selbst, sondern gegen die Institutionen. „Die Firma sucht wie jeder andere ihren eigenen Vorteil. Aber die Behörden müssen die Sicherheit garantieren“, sagt Gómez. Sie stellt die Entscheidung der Industriebehörde grundsätzlich in Frage: „Wie kann Industrie eine Genehmigung erteilen, ohne einen aktuellen technischen Bericht, der die Gesundheit der Anwohner schützt? In den Unterlagen, die uns gezeigt wurden, kommen wir nicht einmal vor.“ Die Verzweiflung ist so groß, dass viele über eine Abwanderung nachdenken. „Soll das die Lösung sein? Dass wir unser Zuhause aufgeben, in das wir unser Geld und unser Leben investiert haben?“ Gómez bringt es auf den Punkt: „Wir fordern kein Privileg. Wir fordern, dass sich jemand hierhersetzt, uns zuhört, uns erklärt und unsere Gesundheit garantiert. Wir wollen verstehen, wie so etwas erlaubt werden kann.“ Als nächsten Schritt plant die Gemeinschaft eine öffentliche Versammlung (Concentración) in San Isidro am 5. September, um für die Schließung des Steinbruchs zu demonstrieren.
Verantwortlichkeiten und eine zögerliche Verwaltung
Die Zuständigkeiten sind komplex: Die Generaldirektion für Industrie der Kanarischen Regierung ist die Entscheidungsbehörde und hat die Verlängerung der Konzession erteilt. Die Genehmigung wurde 2019 verlängert und im April 2023 im offiziellen Gesetzblatt der Kanaren (BOC) veröffentlicht. Die Wiederaufnahme des Abbaus erfolgte jedoch erst im Jahr 2025. Die Behörde wollte sich auf Anfrage nicht zu der Situation äußern.
Die Gemeindeverwaltung von Granadilla de Abona hingegen betont, dass sie sowohl mit den Anwohnern als auch mit dem Unternehmen gesprochen habe. „Als Ergebnis dieser Treffen hat die Firma Korrekturmaßnahmen ergriffen, darunter die Bewässerung des abgebauten Materials, um zu verhindern, dass es vom Wind aufgewirbelt wird. Zudem wurde das Unternehmen angewiesen, die Arbeiten an Tagen mit starkem Wind einzustellen.“ Weiterhin erklärt die Gemeinde, dass die Abteilung für Gesundheitsförderung am 7. Juli eine Anfrage an die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit der Kanaren gestellt habe, um eine Luftqualitätsprüfung und eine Bewertung der möglichen Gesundheitsauswirkungen der Abbaustätte zu fordern. Für die Anwohner von Chimiche ist das ein schwacher Trost – sie wollen Taten sehen, bevor die nächste Staubwolke ihre Häuser erreicht.
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