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Ausbau des Krankenhauses im Süden Teneriffas: Neue Verzögerung droht

Angst vor neuen Verzögerungen beim Krankenhausausbau im Süden Teneriffas

Die Plattform „Pro Hospital Público del Sur y Suroeste de Tenerife“ schlägt erneut Alarm: Der Zeitplan für die Erweiterung des Hospital del Sur in El Mojón, Gemeinde Arona, gerät nach Ansicht der Aktivisten erneut ins Stocken. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Ausschreibung für den Entwurf der Umbau- und Erweiterungsarbeiten weiter verzögert wird, und fordert die kanarische Regierung auf, das dringend benötigte Projekt endlich voranzutreiben.

Stand der Dinge: Ausschreibung läuft, Entscheidung steht aus

Die Gesundheitsbehörde der Kanarischen Inseln (Consejería de Sanidad) will den Auftrag für die Planung der ersten Bauphase in Kürze vergeben. Die Vergabekommission öffnete bereits am 24. März das erste Gebotskuvert. Eigentlich hätte die endgültige Vergabe ab dem 25. Mai, also zwei Monate nach diesem Schritt, erfolgen sollen. Doch die Plattform warnt: Jede noch so kleine Abweichung vom Zeitplan schürt die Unruhe in der Bevölkerung – nachdem es bereits über ein Jahr gedauert hat, bis die so dringend benötigten Arbeiten überhaupt angeschoben werden konnten.

Insgesamt hatten sich elf Unternehmen auf die vom Kanarischen Gesundheitsdienst (Servicio Canario de la Salud) ausgeschriebene Ausschreibung beworben. Davon wurden neun Angebote zugelassen. Zwei der sechs temporären Bietergemeinschaften mussten ihre Unterlagen jedoch nachbessern. Der Auftrag für die Planungsleistungen ist mit rund 1,1 Millionen Euro dotiert und hat eine Laufzeit von zehn Monaten. Die eigentlichen Baukosten werden auf etwa 40 Millionen Euro geschätzt.

Die Regionalregierung plant, im kommenden Haushaltsjahr 14 Millionen Euro für den Baubeginn bereitzustellen. Ziel ist es, die Erweiterung bis zum Jahr 2029 abzuschließen.

Nicht nur ein bürokratisches Problem

Für die Plattform ist die Sache jedoch nicht allein eine Frage der Verwaltung. Sie betont immer wieder: Jeder verlorene Monat bedeutet, dass die medizinische Infrastruktur im Süden weiterhin völlig unzureichend ist – für eine stetig wachsende Bevölkerung und eine Region, die unter einem enormen touristischen Druck steht. Das Krankenhaus versorgt die Gemeinden Arico, Granadilla de Abona, Vilaflor de Chasna, San Miguel de Abona, Arona, Adeje, Guía de Isora und Santiago del Teide.

Die erste Bauphase: Mehr als nur ein Anbau

Die erste Ausbaustufe umfasst die Fertigstellung von zwei Rohbau-Modulen, die Schaffung neuer Behandlungseinheiten und die Verbindung aller Gebäude des Komplexes. Der erste Modul wird drei Stockwerke haben und beherbergen:

  • Die neue Notaufnahme
  • Die Abteilung für bildgebende Diagnostik
  • Lagerflächen und zentrale Versorgungseinrichtungen
  • Die Patientenaufnahme
  • Ambulante Sprechstunden
  • Funktionsdiagnostik und Rehabilitation
  • Die Cafeteria und Schulungsräume

Der zweite Modul wird vier Stockwerke umfassen und folgende Bereiche aufnehmen:

  • Labore, Blutentnahme und Blutbank
  • Postoperative Überwachung
  • Intensivmedizin
  • Hämodynamik
  • Anästhesie und Aufwachraum
  • Stationäre Betten

Zudem wird der gesamte OP-Trakt modernisiert, und die Kapazitäten von Notaufnahme, Ambulanz und Radiologie werden verstärkt. Insgesamt wird die Erweiterung die Nutzfläche des Krankenhauses um beeindruckende 25.596 Quadratmeter vergrößern.

Kapazitätsverdopplung: Von 150 auf 300 Betten

Der Kern des Projekts ist die Verdopplung der Bettenkapazität. Nach Abschluss der ersten Phase wird das Hospital del Sur 300 statt bisher 150 Betten haben. Die Plattform macht deutlich, dass dieser Schritt überfällig ist. Die aktuelle Situation beeinträchtige nicht nur die tägliche Versorgung, sondern zwinge das Krankenhaus auch zu ständigen Verlegungen von Patienten in andere Kliniken.

Das große Problem: Fehlende Pflegeplätze blockieren die Klinik

Ein besonderer Dorn im Auge ist der Plattform der Mangel an sogenannten soziomedizinischen Betten (Betten für die Langzeitpflege und Rehabilitation). Nach Angaben der Initiative sind derzeit rund 60 Prozent der hospitalisierten Patienten medizinisch längst entlassungsbereit, können aber nicht entlassen werden, weil es an einem passenden Pflegeplatz mangelt. Diese Situation blockiert wertvolle Krankenhausressourcen und verschärft die Überlastung der Klinik drastisch.

Die Plattform fordert daher, dass auch der Bau des geplanten soziomedizinischen Komplexes auf dem Gelände des alten CAE El Mojón endlich vorangetrieben wird.

Druck von unten: Proteste nicht ausgeschlossen

Seit der Ausschreibung hat die Bürgerinitiative zahlreiche Gespräche mit Wirtschaftsverbänden, sozialen Organisationen und Bürgergruppen geführt, um den Druck auf die Regierung aufrechtzuerhalten. Ihr Ziel ist es, weitere unnötige Verzögerungen zu verhindern und sicherzustellen, dass die Auftragsvergabe nun ohne wenn und aber erfolgt. Die Plattform schließt nicht aus, ihre Proteste zu verschärfen, falls der Zeitplan erneut gedehnt wird. Man sei sich zwar bewusst, dass die Ausschreibung laufe, doch die Bürger im Süden dürften sich nicht länger mit leeren Ankündigungen und vagen Prognosen abspeisen lassen.

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