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Meilenstein für El Hierro: Erstes MRT-Gerät spart 700 Patienten pro Jahr die Reise

Ein historischer Schritt für die Gesundheitsversorgung

Das Hospital Nuestra Señora de los Reyes auf El Hierro hat einen Meilenstein erreicht: Erstmals steht auf der kleinsten der Kanarischen Inseln ein eigenes Magnetresonanztomographie-Gerät (MRT) zur Verfügung. Dank dieser Neuerung müssen jährlich rund 700 Patienten nicht mehr die weite Reise nach Teneriffa auf sich nehmen, um dort eine solche Diagnostik durchführen zu lassen. Das neue Gerät wurde am heutigen Donnerstag offiziell von Fernando Clavijo, dem Präsidenten der Kanarischen Inseln, und Gesundheitsministerin Esther Monzón vorgestellt. Es gilt als lang ersehnter Fortschritt für die medizinische Versorgung der Inselbevölkerung.

95 Prozent aller Fälle können künftig vor Ort gelöst werden

Seit der Inbetriebnahme des MRT-Geräts wurden bereits rund 40 Untersuchungen durchgeführt. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass mit dem neuen Service auf El Hierro künftig 95 Prozent aller Fälle abgedeckt werden können, die eine Magnetresonanztomographie erfordern. Dies reduziert die Notwendigkeit von Überweisungen an das Referenzkrankenhaus auf Teneriffa drastisch. Lediglich Patienten, die hochkomplexe Untersuchungen oder äußerst spezifische Behandlungen benötigen, müssen weiterhin außerhalb der Insel behandelt werden.

Beeindruckende Zahlen: So viele Fahrten fallen künftig weg

Die Bedeutung der neuen Einrichtung wird anhand der aktuellen Zahlen deutlich: Im gesamten Jahr 2025 mussten insgesamt 760 Patienten von El Hierro nach Teneriffa reisen, um dort ein MRT durchführen zu lassen. Allein in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurden bereits 299 Überweisungen gezählt. Mit dem neuen Gerät kann die überwältigende Mehrheit dieser Untersuchungen nun direkt im Hospital Nuestra Señora de los Reyes durchgeführt werden. Das spart nicht nur weite Reisen, sondern verkürzt auch die Wartezeiten und steigert die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich.

Ein neues Gebäude für modernste Diagnostik

Das MRT-Gerät wurde in einem neu errichteten Anbau untergebracht, der an das bestehende Krankenhaus angrenzt. Mit rund 400 Quadratmetern Fläche wurde dieser Erweiterungsbau speziell dafür konzipiert, die Behandlungskapazitäten des Krankenhauses zu erhöhen. Neben der neuen radiologischen Abteilung beherbergt das Gebäude nun multifunktionale Behandlungsräume, einen Empfangsbereich, ein Wartezimmer, einen Veranstaltungssaal und weitere Räumlichkeiten, die die Organisation des medizinischen Alltags verbessern sollen. Zudem ist die Installation eines Orthopantomographie-Geräts (einem Spezialröntgen für Zahn- und Kieferdiagnostik) geplant, um die diagnostischen Dienste des Hospitals weiter zu stärken.

Investition von über 2,3 Millionen Euro

Die Inbetriebnahme des Dienstes erforderte eine Investition von 1,2 Millionen Euro für die Anschaffung und Installation des MRT-Geräts selbst. Hinzu kommen die Baukosten für den neuen Anbau, die sich auf über 1,1 Millionen Euro belaufen. Insgesamt flossen somit öffentliche Mittel in Höhe von mehr als 2,3 Millionen Euro in die Stärkung der diagnostischen Kapazitäten des Gesundheitsbereichs von El Hierro.

Eine langjährige Forderung der Bevölkerung wird Realität

Bei der Vorstellung des Geräts betonte der Präsident der Kanarischen Inseln, dass die Anschaffung dieses Equipments eine seit langem gehegte Forderung der Bevölkerung von El Hierro erfülle. Sie ermögliche es den Patienten nun, eine essenzielle Diagnostik in Anspruch zu nehmen, ohne die Insel dafür verlassen zu müssen. Gesundheitsministerin Monzón ergänzte, dass nach Abschluss der Bauarbeiten am neuen Gebäude im vergangenen März eine umfassende Schulungsphase für das medizinische Personal stattfand, das nun erfolgreich mit dem Gerät arbeitet. Der Betrieb laufe inzwischen vollkommen normal.

Stärkung der Inseln jenseits der Hauptstädte

Die Einführung des MRT-Geräts ist ein weiterer Schritt zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitswesens auf den nicht zu den Hauptinseln zählenden Kanaren. Historisch gesehen waren Patienten von diesen Inseln oft gezwungen, für spezialisierte Untersuchungen und Behandlungen in größere Krankenhäuser auf den Nachbarinseln zu reisen. Mit dieser neuen Ressource verbessert El Hierro seine medizinische Eigenständigkeit, verringert die durch die Insellage bedingten Ungleichheiten und ermöglicht einen schnelleren und wohnortnäheren Zugang zu einer grundlegenden Diagnosetechnik, die für die Erkennung und Überwachung zahlreicher Erkrankungen unerlässlich ist. Die Erwartungen sind hoch, dass der neue Service die medizinische Versorgung beschleunigt, den Patientenkomfort erhöht und die Autonomie des Hospital Nuestra Señora de los Reyes weiter festigt – eine Infrastruktur, auf die die Bevölkerung der Insel lange gewartet hat.

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