neue endometriose einheit huc teneriffa

Neue Endometriose-Einheit am Uniklinikum Teneriffa

Neue Hoffnung für Tausende: Spezialeinheit für Endometriose am HUC

Das Universitätsklinikum der Kanarischen Inseln (HUC) auf Teneriffa richtet eine neue multidisziplinäre Einheit ein, die sich ausschließlich der Behandlung von Endometriose widmet. Diese chronische Erkrankung betrifft bereits 12.130 Frauen auf dem Archipel und erfordert ein abgestimmtes Vorgehen verschiedener Fachrichtungen. Bislang wurde die Erkrankung in der gynäkologischen Abteilung des Klinikums zwar in Zusammenarbeit mit anderen Bereichen behandelt, es fehlten jedoch klar definierte und verbindliche Abläufe.

Vom Kooperationsmodell zur zertifizierten Einheit

„Diese Patientenversorgungswege waren bisher nicht standardisiert. Genau das wollen wir mit der Schaffung dieser neuen Einrichtung erreichen“, erklärt Miguel Carrancho, Leiter der Abteilung für benigne Gynäkologie am HUC. Das Krankenhaus verfügt damit zum ersten Mal über eine spezialisierte Einheit, die sich gezielt dieser Erkrankung annimmt. Das Team arbeitet bereits seit Monaten an der Koordination der verschiedenen Dienste – von der Psychologie über die Physiotherapie bis hin zur Rehabilitation – und an der Ausarbeitung der Behandlungsprotokolle. „Wir sind bei der Einrichtung dieser Einheit schon recht weit fortgeschritten. Die Idee ist, dass der Ablauf nach dem Sommer perfekt ausgearbeitet ist, sodass die Einheit Ende September ihren Betrieb aufnehmen kann“, so Carrancho.

Auftaktveranstaltung: Ernährung als Therapiebaustein

Erste Früchte dieser Arbeit trägt ein Workshop zum Thema „Anti-entzündliche Ernährung und Stressmanagement bei Endometriose“, den Jéssica Ruíz, Ärztin der Schmerzambulanz des HUC, an diesem Freitag geleitet hat. Seit fünf Jahren bereitet diese Einrichtung einmal im Monat solche Aktivitäten für Patientinnen mit chronischen Schmerzen vor. „Wir treffen uns in kleinen Gruppen von 15 bis 20 Personen, um praktische Informationen zu vermitteln, Fragen zu beantworten und Werkzeuge an die Hand zu geben, die die Lebensqualität verbessern“, berichtet sie. Diese bewährte Dynamik wird nun auf Patientinnen mit Endometriose übertragen.

Endometriose verstehen: Ein entzündlicher Prozess

Endometriose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Dies kann zu Beckenschmerzen, Zyklusstörungen und Fruchtbarkeitsproblemen führen. In diesem Zusammenhang erweist sich die Ernährung als wertvolle ergänzende Maßnahme, um Entzündungen zu kontrollieren und Symptome zu lindern. Wissenschaftlich ist belegt, dass eine gesunde Ernährung entscheidend ist, um die Entstehung verschiedener Krankheiten zu verhindern. „Das Ziel der Workshops ist es, nachhaltige und evidenzbasierte Ernährungsgewohnheiten zu vermitteln“, erklärt die Ärztin.

Die Anti-Entzündungs-Diät: Mediterran mit Schwerpunkt

Die Expertin empfiehlt eine Ernährungsweise, die hauptsächlich auf frischen Lebensmitteln basiert: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Knollen, Nüsse und Samen. Sie rät zudem zu gesunden Fetten wie natives Olivenöl extra oder Avocado und zu hochwertigen Proteinquellen wie Eiern, hellem Fleisch oder Fisch. Dies sei entscheidend, um Muskelmasse, Immunabwehr und Regeneration zu erhalten. Insbesondere empfiehlt sie, mindestens zweimal pro Woche fetten Fisch zu essen, da dieser Omega-3-Fettsäuren enthält und entzündungshemmend wirkt.

Um Blutzuckerspitzen zu vermeiden, die Entzündungen verstärken und die Symptome der Endometriose verschlimmern können, rät die Expertin, den Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln und anderen Produkten mit geringem Nährwert zu reduzieren. Auch der Verzehr von rotem Fleisch sollte auf einmal pro Woche und Wurstwaren sollten generell eingeschränkt werden. „Im Grunde handelt es sich um eine mediterrane Ernährung mit einem stärkeren Fokus auf Lebensmittel mit potenziell entzündungshemmender Wirkung“, fasst Ruíz zusammen. Dazu zählen unter anderem Kreuzblütler wie Brokkoli und Blumenkohl, Beeren, grüner Tee, dunkle Schokolade und Gewürze.

Keine Einheitslösung: Maßgeschneiderte Beratung

Allerdings gibt es keine universelle Diät, die für alle Frauen gleichermaßen geeignet ist. Die Ernährung muss daher individuell an die Bedürfnisse und Besonderheiten jeder Patientin angepasst werden. Die Veränderungen könnten laut der Expertin bereits kurzfristig positive Effekte zeigen. „Ich bestehe immer darauf, einen gesunden Lebensstil zu führen, denn man wäre überrascht, wie schnell man Ergebnisse sehen kann“, fügt sie hinzu. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen eine Verringerung von Schmerzen und Entzündungen, ein weniger aufgeblähter Bauch, mehr Energie und eine Reduzierung der Müdigkeit.

Ganzheitlicher Ansatz: Mehr als nur Ernährung

Neben der Ernährung werden im Workshop auch andere Aspekte wie Achtsamkeit und Stressmanagement behandelt. „Wir wissen, dass viele Faktoren eine Rolle spielen – etwa die Erholung, körperliche Bewegung, die emotionale Seite und das seelische Wohlbefinden. Deshalb versuchen wir, die Patientin mit einem ganzheitlichen Blick zu behandeln“, erklärt Ruíz. In diesem Zusammenhang erweise sich Bewegung als der beste Verbündete, um eine gute Stimmung zu bewahren. „Das sind die Säulen, die gemeinsam bearbeitet werden müssen“, schließt sie.

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