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Hochwasserrisiko auf Teneriffa verdreifacht: 27 Gefahrenzonen

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Eine Insel rüstet sich gegen die Flut

Die Zahl der Gebiete auf Teneriffa, die als Hochwasserrisikozonen gelten, hat sich innerhalb eines Jahrzehnts verdreifacht. Waren es 2015 noch acht Areale, sind es heute 27, die als Gebiete mit potenziellem signifikantem Hochwasserrisiko eingestuft werden. Sie verteilen sich auf 30 Teilabschnitte in 16 Gemeinden der Insel. Diese Aktualisierung der Risikokarten des Inselrats für Gewässer von Teneriffa (Ciatf) reagiert auf die wachsende Gefahr durch Sturzfluten und intensive Regenfälle. Dringend erweitert wurde außerdem die Liste der kritisch zu überwachenden Flussläufe: von 20 auf 101 Kilometer im gesamten Inselgebiet.

Warum das Risiko so stark gestiegen ist

Der drastische Anstieg ist das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren: Veränderungen in der Landschaft, extremere Wetterphänomene und eine deutlich verbesserte technische Fähigkeit, Risiken zu erkennen und zu messen. Eine entscheidende Rolle spielt der verheerende Waldbrand des Jahres 2023, der rund 15.000 Hektar Land erfasste. In weiten Teilen der mittleren Höhenlagen und der Gipfelregionen wurde die schützende Vegetationsdecke zerstört, die zuvor einen Teil des Regenwassers zurückhielt und absorbierte. Seitdem können intensive Niederschläge viel schneller zu Oberflächenabfluss führen und große Mengen an Erde, Asche und Sedimenten in die Schluchten spülen. Dies erhöht die Gefahr von Sturzfluten erheblich – etwa im Barranco Agua de Dios in Tegueste, besonders aber in den Gebieten unterhalb der Brandflächen.

Hinzu kommen die heftigen Regenfälle der letzten Jahre. Sie haben gezeigt, wie schnell manche Schluchten enorme Wassermengen aufnehmen können und haben die Behörden dazu veranlasst, Szenarien zu überprüfen, die bisher nicht auf der Karte standen. Betroffen sind verschiedene Flussläufe im Süden und Südwesten der Insel, wie Torviscas in Adeje oder Aquilino und Las Arenitas in Arona. Aber auch im Norden gibt es neue Brennpunkte: Der Flusslauf von Martiánez ist mit über zwölf Kilometern Länge der längste und massivste untersuchte Hochrisiko-Abschnitt der gesamten Insel.

Modernste Technik für präzisere Karten

Für die Neubewertung setzten die Fachleute modernste Technologie ein: Drohnen, LiDAR-Scans und zweidimensionale hydraulische Modelle. Diese Werkzeuge, bereitgestellt vom Ingenieurbüro Aquatec, ermöglichen es, das Verhalten der Wassermassen wesentlich präziser zu simulieren und Gefahrenstellen zu identifizieren, die bisher unsichtbar blieben. Besonderes Augenmerk lag auf kanalisierten Abschnitten unter den Straßen, wo das Wasser oft verborgen fließt. Das Ergebnis dieser akribischen Arbeit: 19 neue Risikoabschnitte wurden entdeckt, zwei bestehende Gebiete – die Schluchten Santos und Santos-La Carnicería – wurden erweitert und zwei weitere, San Juan und Torviscas, wurden aktualisiert.

Ein Plan für die Zukunft: Von der Analyse zur Strategie

Die Kartierung ist Teil des dritten Planungszyklus zur Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie der EU für den Zeitraum 2027–2033. Sie bildet die Grundlage für den künftigen Plan zur Bewältigung von Hochwasserrisiken auf Teneriffa. Das Dokument überarbeitet die vorläufige Risikobewertung (EPRI) und die Hochwassergefahren- und Risikokarten (MAPRI), die die gefährdeten Gebiete festlegen und die möglichen Folgen einer Sturzflut berechnen. Das Ziel, so Blanca Pérez, Inselrätin für Natürliche Umwelt, ist es, „auf diese Ereignisse schneller und effektiver reagieren zu können“.

Bevor der Plan jedoch endgültig beschlossen wird, durchläuft er ein öffentliches Beteiligungsverfahren. Nach der Veröffentlichung im Gesetzblatt der Kanarischen Inseln (Boletín Oficial de Canarias) haben Verwaltungen, Verbände und Bürger nun drei Monate Zeit, die Unterlagen einzusehen und Einwände vorzubringen. Der gesamte Prozess folgt dem von der EU vorgegebenen Zeitplan für das Hochwasserrisikomanagement. Die Richtlinie 2007/60/EG sieht sechsjährige Planungszyklen vor und verpflichtet die Mitgliedstaaten, die verschiedenen Phasen der Bewertung, Kartierung und Planung fristgerecht abzuschließen.

Mahnende Erinnerung aus Brüssel

Die Dringlichkeit des Vorhabens ist nicht nur der Natur geschuldet. Die Kanarischen Inseln haben in dieser Sache bereits schlechte Erfahrungen mit der EU-Kommission gemacht. Im Jahr 2018 leitete Brüssel ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien ein, weil die Hochwasserrisikomanagement-Pläne für die Inselgruppe nicht rechtzeitig vorgelegt wurden. Der Fall ging bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH), der die Versäumnisse feststellte. Erst 2021 wurde das Verfahren eingestellt, nachdem die Kanarischen Inseln ihre Pläne nachgereicht hatten und so letztlich doch noch finanziellen Sanktionen entgingen.

Sollte es erneut zu Verzögerungen kommen, droht ein ähnliches Szenario: Ein Vertragsverletzungsverfahren, eine mögliche Verurteilung durch den EuGH und im schlimmsten Fall hohe Geldstrafen – sowohl ein pauschaler Betrag für den Verstoß als auch Zwangsgelder für jeden Tag der weiteren Verzögerung. Formal wäre die spanische Regierung gegenüber Brüssel in der Pflicht, doch die nationale Gesetzgebung sieht Mechanismen vor, um die Kosten solcher Sanktionen auf die verantwortliche Verwaltung abzuwälzen.

Um all das zu vermeiden, liegt die Herausforderung nun darin, die Arbeit an den Gebieten mit dem höchsten Risiko zu intensivieren, den Schutz und die Prävention zu verstärken und die Auswirkungen der nächsten großen Sturzflut so gut wie möglich zu begrenzen. Die Zeit bis dahin sollte genutzt werden – denn dass sie kommen wird, daran besteht auf Teneriffa angesichts der jüngsten Erfahrungen kein Zweifel.

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