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Orcas-Umzug: Frankreich drängt auf Transfer nach Teneriffa

Wohin mit den letzten Orcas?

Die französische Regierung macht ernst: Sie will, dass die beiden Orcas, die noch immer im ehemaligen Meerespark Marineland an der Côte d’Azur leben, so schnell wie möglich in den Loro Parque auf Teneriffa umziehen. Die Lage sei inzwischen dramatisch, heißt es aus Paris. Der für die ökologische Wende zuständige Minister Mathieu Lefèvre erklärte in einem Interview mit der Zeitung Nice Matin, das am Samstag veröffentlicht wurde: „Alle Genehmigungen liegen vor. Es liegt nun an Marineland und den spanischen Parks, sich zu einigen, damit die Verlegung in den kommenden Wochen erfolgen kann.“

„Sie sind zum Tode verurteilt – wenn wir nichts tun“

Noch vor fünf Monaten hatte Lefèvre dafür plädiert, die Tiere in ein kanadisches Schutzgebiet zu bringen. Doch nun sieht er die Dinge anders. Gegenüber der Zeitung stellte er klar: Ich weigere mich, sie einer sicheren Todesstrafe auszuliefern. Wenn nichts unternommen wird – und zwar angesichts des Zustands der Becken –, sind sie verloren. Er betonte, dass alle Voraussetzungen für einen Transport nach Spanien geschaffen worden seien, falls eine Lösung für das, was inzwischen zu einem dringenden Notfall geworden sei, gefunden werde.

Marineland schloss im Januar – nach über 50 Jahren

Der Hintergrund: Marineland an der Côte d’Azur hatte Anfang Januar endgültig seine Tore geschlossen. Grund war ein französisches Gesetz, das ab 2026 Shows mit Walen und Delfinen verbietet. In den Jahren zuvor waren die Besucherzahlen bereits massiv zurückgegangen. Der Park gehörte zum spanischen Freizeitpark-Konzern Parques Reunidos. Dieser will die Grundstücke nun anders nutzen und schlägt vor, die beiden Orcas in den Loro Parque auf Teneriffa zu bringen – der jedoch einem anderen Betreiber gehört.

Protest von Umweltschützern – und ein heikler Zeitplan

Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd hat sich klar gegen eine Verlegung auf die Kanaren ausgesprochen. Sie fordert, die Tiere in halbwilde Schutzzonen zu bringen. Doch Lefèvre lehnt diesen Vorschlag nun ab. Man müsse schnell handeln, argumentiert er, denn die Wasserbecken, in denen die Orcas derzeit leben, könnten einstürzen. Das Risiko wolle er nicht eingehen. Um die Sache voranzutreiben, wird der Minister an diesem Freitag persönlich in Antibes erwartet, um sich mit der Führung von Marineland zu treffen.

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