Gedenkfeier im Hafen von Arguineguín
Papst Leon XIV. wird am 11. Juni am Hafen von Arguineguín (Gran Canaria) gemeinsam mit einem halben Hundert Migranten eine Blumenoffrande für jene Menschen halten, die auf der gefährlichen Atlantikroute in Booten und Holzbooten ihr Leben verloren haben. Dies gab an diesem Donnerstag der Geschäftsführer der öffentlichen Hafenbehörde der Kanarischen Inseln (Puertos Canarias), José Gilberto Moreno, bekannt.
Ein Besuch mit Tiefgang – Warum gerade Arguineguín?
Moreno betonte, dass dieser Stopp des Papstes – der erste nach seiner Ankunft auf den Inseln aus Barcelona – der eigentliche Sinn seines Aufenthalts auf den Kanaren sei. Hintergrund ist der Wunsch seines Vorgängers, Papst Franziskus, den Archipel zu besuchen, um dessen Engagement bei der Aufnahme von Migranten zu würdigen. Die logistische Planung der Reise begann bereits vor vier Monaten und umfasste zwei Vorbesuche von Delegationen des Vatikans.
Die Organisation der Veranstaltung, Sicherheitsfragen und die Protokollabläufe der verschiedenen beteiligten Behörden standen im Mittelpunkt der Koordinierungsgespräche für den ersten Papstbesuch auf den Kanarischen Inseln überhaupt.
Ankunft und Weg zum Hafen
Nach seiner Landung am Flughafen von Gran Canaria wird Leon XIV. direkt zum Hafen von Arguineguín fahren. Von diesem Anleger aus startet die Seenotrettung (Salvamento Marítimo) regelmäßig zu Einsätzen, um die notleidenden Boote auf der Kanarischen Route zu bergen. Der Hafen war im Jahr 2020 Schauplatz einer humanitären Krise: Damals waren dort über mehrere Tage hinweg mehr als 2.000 Migranten untergebracht.
Die damalige Nothilfe erforderte den Einsatz zahlreicher Kräfte des kanarischen Rettungsdienstes, des Roten Kreuzes, lokaler Fischer, freiwilliger Bürger sowie verschiedener Polizeieinheiten und sozialer Träger, die sich um die Überlebenden der oft tödlichen Überfahrten kümmerten.
Das zentrale, emotionale Ereignis
Dass Leon XIV. sich in Arguineguín mit 2.800 Menschen treffen wird – 80 Prozent von ihnen sind Migrantenfamilien aus allen Kontinenten außer Ozeanien –, wird als der bewegendste Programmpunkt auf Gran Canaria angesehen. Dabei sollen alle Menschen und Organisationen geehrt werden, die sich für die Integration von Migranten auf den Kanaren einsetzen.
Neben den Migrantenfamilien werden daher auch Arbeitgeber, Personal aus Aufnahmeeinrichtungen, Vertreter der örtlichen Fischerbruderschaft, Sicherheitsdienste und Bildungseinrichtungen an dem Treffen teilnehmen.
Das Bühnenbild und die symbolische Geste am Meer
Derzeit wird der Veranstaltungsort hergerichtet. Die ursprünglich geplante Bühne am Sicherheitsdamm wurde verlegt: Sie wird nun direkt am Hafenbecken der Fischerschiffe stehen, sodass der Blick auf das offene Meer fällt. Moreno betonte, dies solle „eine visuelle Antwort darauf geben, warum die Menschen den Atlantik überqueren und an dem ersten Ort ankommen, der in Europa sichtbar wird.“
Der gesamte Kai wird für die Zeremonie genutzt: Etwa 50 Migranten und der Papst selbst werden die Bühne verlassen, um gemeinsam eine große Blumenoffrande ins Meer zu werfen. Anschließend werden 15 Migranten ihre persönlichen Geschichten schildern, und der Pontifex wird eine Rede über die Ursachen dieses menschlichen Phänomens halten – Kriege, Klimawandel und Hungersnöte.
Infrastruktur für die Besucher und Medien
In Arguineguín werden 3.000 Sitzplätze, zwei Kinderbereiche sowie zwei Tribünen aufgebaut. Auf diesen werden die akkreditierten Medienvertreter Platz nehmen, die über das zentrale Ereignis des Papstbesuchs auf Gran Canaria berichten.
Ein Kreuz aus Holzboot-Holz als bleibendes Mahnmal
Papst Leon XIV. wird sich auch zu Fuß zu einer kleinen Statue der Virgen del Carmen begeben, die am Eingang des Kais in einer kleinen Kapelle steht. Dort wird er die Aufstellung eines zwei Meter hohen Kreuzes verfolgen, das aus dem Holz eines ehemaligen Holzbootes (Cayuco) gefertigt wurde. Dieses Kreuz wird dauerhaft an Ort und Stelle bleiben – als Erinnerung an die Ereignisse an diesem Ort und an den historischen Papstbesuch.

