Die kürzeste und magischste Nacht des Jahres
Es sind nur noch wenige Tage bis zu einer der besondersten Nächte des Jahres: der Johannisnacht. In dieser Nacht zieht es viele von uns fast wie von selbst nach draußen – aus alter Tradition oder einfach aus Gewohnheit. Man schaut, ob im eigenen Viertel bereits ein Feuer brennt, verabredet sich spontan mit Freunden oder Nachbarn zu einem Drink oder genießt einfach die kürzeste Nacht des Jahres. Die einen haben feste Rituale, andere stolpern auf dem Heimweg von der Arbeit in ein Feuer und zögern nicht, sich etwas zu wünschen. Wieder andere sind auf der Suche nach dem perfekten Ort, um bei guter Musik und dem Schein der Flammen ein ausgelassenes Volksfest zu feiern. Doch wissen Sie eigentlich, warum wir die Johannisnacht begehen? Wenn Sie zu denen gehören, die jedes Jahr mitfeiern, aber den genauen Ursprung nicht kennen – keine Sorge. Wir verraten Ihnen alles, was Sie über dieses Fest wissen müssen, und vor allem: die besten Orte auf Teneriffa, um es zu erleben.
Vom heidnischen Brauch zum christlichen Fest
Wie jedes Jahr wird die Johannisnacht in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni gefeiert, also am Vorabend des eigentlichen Feiertags. Viele halten sie für die kürzeste Nacht des Jahres, obwohl die Sommersonnenwende tatsächlich schon zwischen dem 20. und 21. Juni stattfindet. Worin wir uns jedoch alle einig sein dürften: Es ist die magischste. Denn dieser Tag vereint Religiosität mit heidnischen Ritualen – eine Mischung, die eine ganz besondere Atmosphäre schafft, die viele für ihre Wünsche nutzen.
Um den Ursprung der Johannisnacht zu verstehen, muss man diese beiden Seiten betrachten. Auf der einen Seite steht der Brauch der alten Europäer, die Sommersonnenwende mit großen Feuern zu feiern. Diese Feuer symbolisierten die höchste Energie der Sonne, dienten dazu, die Luft zu reinigen, die Ernte zu stärken und böse Geister zu vertreiben. Auf der anderen Seite steht die christliche Tradition, die mit der Ausbreitung des Christentums Einzug hielt. Der heidnische Ritus wurde in den liturgischen Kalender integriert und mit der Geburt Johannes des Täufers verbunden. Der Überlieferung nach entzündete sein Vater Feuer, um seine Ankunft zu verkünden. So wurde der 24. Juni als Gedenktag festgelegt – genau sechs Monate vor der Geburt Jesu.
Wasser und Feuer: Die Rituale der Reinigung
In der Johannisnacht steht die Reinigung im Mittelpunkt – und damit werden Wasser und Feuer zu den Hauptdarstellern. Deshalb sind die Feuer an den Küstenorten so beliebt. Viele möchten schlechte Vorzeichen hinter sich lassen und springen dafür über die Flammen oder tauchen um Mitternacht ins Meer. Ganz wichtig in dieser Nacht: das Alte hinter sich lassen. Eines der bekanntesten Rituale ist es, auf einen Zettel zu schreiben, was man aus seinem Leben verbannen möchte, und ihn dann ins Feuer zu werfen. Fast genauso beliebt ist es, wenn Schüler und Studenten ihre Unterlagen verbrennen – denn die Johannisnacht fällt ja auch mit dem Schuljahresende zusammen.
Die schönsten Orte für die Johannisfeuer auf Teneriffa
Auch wenn überall auf der Insel Feuer entzündet werden, sind die Küstenorte die absoluten Hotspots. Ein Muss im Norden ist Puerto de la Cruz. Die Feuer am Playa Jardín locken jedes Jahr Hunderte von Menschen an, die eine magische Nacht erleben wollen. Im Süden gehört Los Cristianos zu den beliebtesten Anlaufstellen, um über die Feuer zu springen und um Mitternacht ein Bad im Meer zu nehmen. In Santa Cruz de Tenerife hingegen versammelt sich eine stetig wachsende Gemeinschaft am Strand von Los Charcos de Valleseco. Kein Wunder, denn dort wird ein riesiges Volksfest mit Live-Bands, Foodtrucks und Hüpfburgen organisiert.
Sicher feiern und den Feiertag nutzen
Wichtig ist, egal wohin es Sie zieht: Genießen Sie eine der magischsten Nächte des Jahres, aber bleiben Sie sicher – vor allem im Umgang mit dem Feuer. Und vielleicht haben Sie ja das Glück, am nächsten Tag nicht arbeiten zu müssen. Dann gibt es keine Ausrede, die Feuer zu verpassen. Sie fragen sich, ob der 24. Juni in Ihrer Gemeinde ein Feiertag ist? Die 14 gesetzlichen Feiertage sind nicht auf der ganzen Insel gleich. Einige sind national, andere bestimmt die Autonome Gemeinschaft, die Insel oder die Gemeinde. Und hier liegt der Unterschied: Während die meisten Tinerfeños am Mittwoch (24. Juni) arbeiten müssen, gibt es Ausnahmen. Denn einige Gemeinden haben den 24. Juni aufgrund ihres Schutzpatrons, Johannes des Täufers, zum Feiertag erklärt. Konkret haben die Arbeitnehmer in folgenden Orten frei: Garachico, Guía de Isora, Los Silos und San Juan de la Rambla.

