Ein Hochgenuss auf der Insel der Vulkane
„Ich bin der Sohn eines Vulkans“, heißt es in der Hymne der Kanaren – und die Inseln, geboren aus Feuer und umgeben von ewigem Meer, haben das Kochen zu einer eigenen Kunstform erhoben. Diesen 30. Mai, am Día de Canarias, verwandelt sich Gran Canaria in eine einzige Festtafel. Wir verraten, wo Sie das Fest der Inselidentität mit allen Sinnen genießen können. Denn es gibt keinen besseren Weg, die Seele dieser Insel zu ehren, als sie zu essen.
Fischklassiker und kanarische Tradition: Gambrinus Las Palmas
Manche Adressen muss man nicht neu erfinden – sie sind bereits perfekt. Gambrinus Las Palmas ist seit Jahrzehnten eine dieser unverzichtbaren Anlaufstellen für fangfrischen Fisch vom kleinen Kutterschiff und traditionelle kanarische Küche. Am Día de Canarias feiert das Restaurant das, was die Inseln ausmacht: Hier treffen sich die Aromen des Meeres und der Gärten der Insel an einem Tisch. Den Auftakt machen Papas arrugadas mit Mojo (Runzelkartoffeln mit pikanter Sauce), kanarischer Oktopus und Gofio escaldado (geröstetes Getreidemehl, heiß angerührt). Die Hauptgänge sind eine Hommage an die authentischsten Gerichte der Insel: Thunfisch in Adobo, Kaninchen in Adobo, Carajacas (panierte Fleischstreifen), Ziegenfleisch, Tintenfisch, Sancocho (gesalzener Fisch mit Kartoffeln) und Zahnbrasse mit Koriander. Zum Abschluss warten Huevos mole (Eigelb in Zimt-Zucker) und Mousse de Gofio – jener Geschmack der Kindheit, den kein Gran-Canaria-Bewohner je vergisst. Ein Menü, das jeden, der als Kanarier hereinkommt, als noch stolzerer Kanarier wieder hinausgehen lässt. Adresse: Calle Secretario Artiles 3, Las Palmas de Gran Canaria.
Feinste Bistroküche vor historischer Kulisse: La Catedral Bistró in Arucas
Wenn es in Gran Canaria ein Restaurant gibt, das in der Küche und dem Ambiente gleichermaßen glänzt, dann ist es La Catedral Bistró – mitten im Herzen von Arucas, zu Füßen der beeindruckenden Basilika. Kilian Nordelo und sein junges, ambitioniertes Team haben hier eine intime, persönliche Manufaktur geschaffen: wenige Tische, offene Küche und eine Terrasse mit Blick auf die Kirche, die zum Verweilen einlädt. Seine Küche ist kanarisch im Herzen, aber zeitgenössisch in der Form: saisonale Produkte, ehrliche Technik und das Gefühl, dass jeder Teller mit Liebe und Bedacht komponiert wurde. Ein besonderes Highlight zum Día de Canarias ist sein Flan mit Bienmesabe und Ron Arehucas Añejo 18 Años Tradición Familiar. Dieser Rum, der 18 Jahre in den jahrhundertealten Kellereien von Arucas reifte, mit seiner eleganten Mahagonifarbe und Aromen von Heckenrose, Vanille und Biskuit, ist der flüssige Geist der Stadt – und wird hier zum Dessert. Die Kombination aus der mandeligen Süße des Bienmesabe und der seidigen Textur des Flans ist eine runde Hommage: Arucas auf dem Teller und Arucas im Glas. Der perfekte Abschluss für alle, die den Día de Canarias im Norden der Insel mit einem Hauch Geschichte feiern möchten. Adresse: Calle Federico Díaz Bertrana, 3, Arucas | @lacatedralbistro
Tradition mit moderner Technik: Sorondongo im historischen Vegueta
Dass ein Restaurant den Namen eines der traditionellsten Tänze der kanarischen Folklore trägt, spricht Bände. Sorondongo im historischen Viertel Vegueta ist das Projekt von Richard Díaz, ausgebildet an der Hotelfachschule Santa Brígida und dem Basque Culinary Center. Seine Küche feiert die Tradition mit höchstem Respekt vor dem Produkt und der Technik. Sein „Menú del Día de Canarias“ (vom 27. bis 30. Mai unter dem Motto „Kanaren verdienen mehr als einen Tag“) navigiert elegant durch das Kanonische: Tomaten mit Basilikum, Bonito mit Räucherkäse und Palmero-Pfeffer, Potaje (Eintopf), geschmorte Calamares, Fisch mit Cidre, Rippchen mit Kartoffeln und Mais, und zum Abschluss Frangollo (Maisgrieß-Dessert). Vertraute Gerichte, die in Richards Händen zu mehr als nur Essen werden: Sie sind eine Identitätserklärung. Adresse: Calle Armas 15, Barrio de Vegueta, Las Palmas de Gran Canaria | @sorondongorestaurante
Vegetarisch und kreativ: Berro Bistrot – eine Reise durch den Archipel
Nicht alle kanarische Gastronomie dreht sich um Fisch oder Schwein. Berro Bistrot beweist dies mit seinem „Menú Degustación del Día de Canarias“ am 30. Mai 2026 – eine Hommage und Neuinterpretation zugleich. Sieben Gänge führen durch den gesamten Archipel, ohne die Calle Numancia zu verlassen: schwarze Kartoffeln von Teneriffa, Gofio-Scaldón, eine Verkostung kanarischer Käsesorten, Kresse-Eintopf (Potaje de berros), Sancocho aus Pilzen und Meer, kanarische Ropa Vieja und zum Finale eine Mousse aus Gofio. Eine kreative, pflanzliche Küche, die die Kanarität nicht leugnet, sondern mit offenen Armen umarmt. In der Berro Bistrot ist die Kresse nicht nur der Name – sie ist der rote Faden einer Philosophie, die lokale und regionale Produkte ins Zentrum stellt. Für alle, die die Insel auf andere Weise feiern wollen, ist hier der richtige Ort. Adresse: Calle Numancia, 15, Las Canteras, Las Palmas de Gran Canaria | @berro_bistrot
Der Sancocho als Ritual: El Padrino in Las Coloradas
Manche Gerichte sind mehr als Essen – sie sind Rituale. Der kanarische Sancocho (gesalzener Zahnbrasse mit Kartoffeln, Süßkartoffel, Mojo und Gofio) ist eines davon. In El Padrino, einer Institution für frischen Fisch im Stadtteil Las Coloradas, wird dieser Feiertag mit einem Sancocho aus Zahnbrasse gefeiert, der Pflichtprogramm ist. Ein Klassiker, der genau weiß, was er ist, und keiner weiteren Argumente bedarf. Das Viertel Las Coloradas mit dem Atlantik als Kulisse macht die Erfahrung zu etwas, das nur Orte bieten können, die es schon lange richtig machen. Reservieren Sie rechtzeitig – der Sancocho am Día de Canarias bei El Padrino wartet nicht. Adresse: Calle Jesús de Nazareno, 1, Las Coloradas, Las Palmas de Gran Canaria.
Kulinarische Karte der Insel: La Trastienda de Chago in Gáldar
Wer bereit ist, in den Norden zu fahren, in den historischen Ortskern von Gáldar, wo die Zeit langsamer zu vergehen scheint, wird in La Trastienda de Chago mit einer Erfahrung außerhalb der Karte belohnt, die die Reise wert ist. Nereida Rodríguez und Carmelo Mégica haben die Gabe, lokale und regionale Produkte in etwas scheinbar Unvermeidliches zu verwandeln – als ob die Gerichte gar nicht anders sein könnten. Zu den Highlights außerhalb der Karte gehören: Rippchen vom schwarzen Schwein mit geschmorten schwarzen Kartoffeln, cremigem Mais und knuspriger Garantie purer Kanarität, auf höchstem Niveau; und ein Tiradito von Rotem Thun, mariniert in Gran Canaria Salz mit Orangenschalenabrieb aus dem Tal von Agaete, eingelegter Zwiebel aus Gáldar und Sauce aus indischer Feige. Ein Gericht, das fast eine Karte der Insel ist: Agaete, Gáldar, das Meer. Kleines, charmantes Restaurant, Reservierung Pflicht. Adresse: Calle Andamana, 5, Gáldar | @latrastiendadechago
Süßes Finale mit französischer Technik: AVE Pastelería Artesanal
Dass den krönenden Abschluss eine Konditorei französischer Inspiration mit lokalen Zutaten im Herzen macht, ergibt einen vollkommenen Sinn. AVE Pastelería Artesanal, die Kreation von Dana Joher in der Calle Carmen Llopis in Las Palmas, feiert den Día de Canarias mit zwei Stücken, die für sich genommen kleine Manifeste der Inselidentität sind. Der Guanche: knuspriger Blätterteig, Bananenkaramell, Biskuit und Gofio-Mousse. Der Bostock auf kanarische Art: Brioche, Bienmesabe und Mandeln in verschiedenen Texturen. Französische Technik im Dienst des kanarischen Geschmacks, ausgeführt mit der handwerklichen Präzision, die AVE zu einem der beliebtesten Anlaufpunkte der Stadt gemacht hat. Denn der Día de Canarias verdient ein Dessert, das in Erinnerung bleibt. Adresse: Calle Carmen Llopis, 1, Las Palmas de Gran Canaria | @avepasteleriaartesanal
Hijo del Volcán 2026: Eine Insel isst sich selbst
Quevedo, der Musiker, hat es zusammen mit Los Gofiones – diesen Klangwächtern der kanarischen Erinnerung – gesungen, und seine Worte sind endgültig: „Ich bin der Sohn eines Vulkans / umgeben von einem ewigen Meer / das uns trennt und uns verbindet.“ Dieses Lied, „Hijo del Volcán“, ist im Jahr 2026 die generationenübergreifende Hymne einer Identität, die sich nicht entschuldigt dafür, das zu sein, was sie ist. Und welchen besseren Weg gibt es, sie zu ehren, als sie zu essen?

