Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Ein Boot treibt hilflos vor Mauretanien
Der Atlantik ist erneut zu einem Grab geworden. Ein Migrantenboot, das in der Nacht des 8. September von Kartong in Gambia aus in See gestochen war, trieb vor der Küste Mauretaniens hilflos im Wasser und hinterließ Dutzende Vermisste sowie die Befürchtung, dass mindestens 35 Menschen beim Untergang des Bootes ums Leben gekommen sind. Die kleine Barkasse legte nach Angaben der Angehörigen der Insassen gegen zwei Uhr morgens mit 72 Passagieren an Bord in Richtung Kanaren ab. Nach vier Tagen, in denen das Boot dem Wellengang schutzlos ausgeliefert war, gingen den Passagieren die Lebensmittel und das Trinkwasser aus. Der Kapitän versuchte umzukehren, doch der Motor fiel aus und das Boot blieb den Strömungen überlassen.
Ohne GPS und Treibstoff auf offener See
Als das Boot schließlich geortet wurde, verfügte es nach Angaben des Migrationsrechtsaktivisten Ebrima Drammeh weder über ein GPS-Gerät noch über Treibstoff – zwei grundlegende Voraussetzungen, um eine Überfahrt über den Atlantik zu bewältigen. Der Fischerkutter Captain One Morgan konnte 37 Menschen retten, die sich noch an Bord des vor der mauretanischen Küste entdeckten Bootes befanden. Unter den Überlebenden waren 16 senegalesische Staatsangehörige, zwölf aus Guinea und neun aus Gambia.
27 Tage auf See – 83 Menschen sterben
Der Atlantik sammelt unaufhörlich Geschichten von Überleben und Tod. Die Tragödie vor Mauretanien ereignet sich nur zehn Tage nach einem der härtesten Ereignisse auf der Migrationsroute zu den Kanaren. Ein aus Gambia stammendes Fischerboot erreichte nach 27 Tagen qualvoller Irrfahrt die Gewässer von Gran Canaria – eine extreme Überfahrt, die 83 Menschen das Leben kostete und erneut die grausamste Seite dieser Route zeigte. Das Boot war am 7. August mit 128 Menschen an Bord aufgebrochen; nur 45 überlebten eine Reise, die von Hunger, Durst und Ungewissheit geprägt war. Fünf Leichen wurden vor Arguineguín im Süden der Insel gefunden, während die übrigen Opfer im Ozean blieben. Unter den Toten waren ein Baby und drei Frauen – eine erneute Tragödie, die daran erinnert, dass der Atlantik zu einem der gefährlichsten Migrationskorridore der Welt geworden ist.
Verzweiflung als Antrieb
Für Ebrima Drammeh lassen sich diese Ereignisse nicht allein als Bootsunglücke begreifen, sondern als Ergebnis einer Verzweiflung, die viele junge Gambier dazu treibt, ihr Leben auf dem Meer aufs Spiel zu setzen. „In Gambia sehen zu viele junge Menschen keine Zukunft“, sagt er und verweist auf fehlende Arbeitsplätze, die gestiegenen Lebenshaltungskosten und den familiären Druck, Geld nach Hause zu schicken, als einige der Faktoren, die diese Ausreisen befeuern. Drammeh erinnert daran, dass hinter jedem Boot Familien auf Antworten warten: „37 Menschen haben überlebt, weil die Fischer sie rechtzeitig gefunden haben, aber die Vermissten werden nicht nach Hause anrufen.“ Der Aktivist richtet zudem eine Warnung zu der Härte dieser Route an die Öffentlichkeit: „Viele gehen. Wenige kehren zurück.“
Gambia als Hauptausgangspunkt der Atlantikroute
Gambia hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte der atlantischen Migrationsroute in Richtung Kanaren entwickelt. Der Migrationsdruck, dem das kleine westafrikanische Land ausgesetzt ist, zeigte sich erneut am Samstag, dem 12. September 2026, als Personal der gambischen Marine in Zusammenarbeit mit der Guardia Civil ein Boot abfing, mit dem 207 Menschen eine irreguläre Seeroute antreten wollten. Unter ihnen befanden sich nach Angaben der gambischen Streitkräfte 196 Männer und elf Frauen, darunter elf Minderjährige. Die Gruppe hatte mehr als eine Woche im Fluss Faraba Bolong festgesteckt – unter prekären Bedingungen und mit begrenztem Zugang zu Nahrung und Wasser. Nach der Rettung und dem Transport zur Marinebasis von Banjul musste das Gambische Rote Kreuz die Migranten mit Lebensmitteln versorgen.
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