Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Kanarische Inseln im PISA-Keller
Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 sind ernüchternd für den Archipel: Die Kanarischen Inseln verharren im Bildungsranking Spaniens weiterhin auf den hinteren Plätzen. Knapp 27 Prozent der getesteten Jugendlichen verfehlen in den Naturwissenschaften die Mindestanforderungen. Noch alarmierender sind die Zahlen in Mathematik mit 39,3 Prozent und beim Leseverständnis mit 33,7 Prozent riskanter Ergebnisse. Dies zeichnet das Bild einer anhaltenden akademischen Schwächezone, die sich über das letzte Jahrzehnt manifestiert hat.
Jeder fünfte Jugendliche ohne Basiswissen
Besonders besorgniserregend ist ein strukturelles Problem, das die Studie offenlegt: 21,1 Prozent der kanarischen Schülerinnen und Schüler liegen gleichzeitig in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften unter der Kompetenzstufe 2. Das bedeutet: Einer von fünf jungen Menschen verfügt nicht über die grundlegenden Fähigkeiten, um in der heutigen Gesellschaft eigenständig zu bestehen. Die Spitzengruppe ist hingegen winzig: Nur zwei bis drei Prozent der Getesteten erreichen in den drei Disziplinen die Bestnoten der Stufen 5 und 6. An der Studie, die im Mai 2025 stattfand, nahmen repräsentativ 1.645 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren aus 50 Schulen des Archipels teil.
Mathematik bleibt die große Schwachstelle
Mit durchschnittlich 442 Punkten in Mathematik, 445 im Lesen und 469 in den Naturwissenschaften bleibt der Archipel deutlich hinter den Mittelwerten Spaniens und der OECD zurück. Während die Werte in den Naturwissenschaften (26,6 Prozent unter Stufe 2) und im Lesen (33,7 Prozent) bereits kritisch sind, ist die Lage in Mathematik mit 39,3 Prozent even prekärer. Besonders bitter: Im Fach Lesen wurden die schlechtesten Ergebnisse der letzten zehn Jahre verbucht – der Abwärtstrend scheint hier seinen Tiefpunkt erreicht zu haben.
Silberstreif am Horizont: Trendumkehr im Vergleich
Trotz des düsteren Gesamtbildes offenbart die Studie eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der kanarischen Schüler. Der Rückgang zwischen 2022 und 2025 fiel auf den Inseln deutlich milder aus als im spanienweiten Durchschnitt. So verlor der Archipel im Lesen 18,1 Punkte (-3,9 %), während das Land insgesamt 23 Punkte (-4,9 %) einbüßte. In Mathematik schrumpfte das Minus auf den Inseln auf 4,6 Punkte (-1,1 %) – ein regelrechtes Abdriften blieb also aus, verglichen mit einem Minus von 10 Punkten im OECD-Schnitt und 16 Punkten (-3,4 %) in Spanien. In den Naturwissenschaften fiel der Rückgang mit 3,6 Punkten (-0,8 %) ebenfalls moderater aus als im Rest des Landes.
Diese relative Stabilität sorgt nun dafür, dass die Kanaren in den Rankings nicht mehr das Schlusslicht bilden. In den Naturwissenschaften wurden drei autonome Gemeinschaften (Valencianische Gemeinschaft, Baskenland und Andalusien) überholt, der Rückstand zur spanischen Norm schrumpfte von zwölf auf acht Punkte. In Mathematik zogen die Inseln an der Valencianischen Gemeinschaft vorbei und zogen mit Andalusien gleich, wobei der Abstand zur Spitze von 26 auf 15 Punkte reduziert werden konnte. Den spektakulärsten Sprung gab es im Lesen: Von der viertletzten Position verbesserten sich die kanarischen Schüler auf einen Platz, der fünf Regionen (Baskenland, Valencianische Gemeinschaft, Navarra, Balearen und Andalusien) hinter sich lässt. Der Rückstand auf den Landesschnitt beträgt nun nur noch sechs Punkte – im vorherigen Zyklus waren es noch elf.
Erste Erfolge oder nur eine Momentaufnahme?
Bei aller Freude über den Aufwärtstrend gilt es, einen wichtigen Umstand zu beachten: Die Tests fanden im Mai 2025 statt – also einige Monate, bevor Förderprogramme wie die Leseinitiative „Viera“ im Oktober anliefen. Deren Wirkung konnte in diesen Ergebnissen also noch gar nicht abgebildet sein. Die aktuelle Verbesserung speist sich demnach aus anderen Faktoren.
Stärken in Umweltkompetenz und digitalem Lernen
Erfreuliche Details liefert der Blick in die Teilbereiche der Naturwissenschaften, die in dieser PISA-Runde den Schwerpunkt bildeten. Die kanarischen Schüler zeigen ein homogenes Profil mit nur minimalen Unterschieden zwischen den drei Unterkategorien. Besonders sticht die Umweltkompetenz hervor: Mit 472 Punkten gehören die Inseln – gemeinsam mit Kastilien-La Mancha und La Rioja – zu den umweltbewusstesten Territorien Spaniens. Auch beim Lernen in der digitalen Welt überzeugen die Inseln: Beim computergestützten Problemlösen wurden durchschnittlich 488 Punkte erzielt, was der Kompetenzstufe 3 entspricht.
Sitzenbleiben als Risikofaktor Nummer eins
Die Studie analysiert auch, welche Faktoren den Lernerfolg maßgeblich beeinflussen. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer eine Klasse wiederholt hat, hat ein 8,67-mal höheres Risiko, in allen drei Kompetenzbereichen schlecht abzuschneiden. Auch die soziale Herkunft spielt eine enorme Rolle. Der sozioökonomische Index der Kanaren liegt mit -0,24 unter dem OECD-Durchschnitt. Die Leistungsschere zwischen Schülern aus wohlhabenden (Q4) und benachteiligten Verhältnissen (Q1) klafft um 54 bis 59 Punkte auseinander – das entspricht fast drei Schuljahren. Der Migrationshintergrund wirkt sich ebenfalls aus: Einheimische Schüler erzielen bessere Werte, wobei sich der Abstand zu Migranten der zweiten Generation deutlich verringert.
Wohlbefinden und Sicherheit: Kanaren als Vorbild
Ein Gegenpol zu den durchwachsenen Leistungen ist das außergewöhnlich positive Schulklima. Die kanarischen Jugendlichen fühlen sich stärker mit ihrer Schule verbunden (+0,34) und sicherer (+0,55) als der OECD-Schnitt. Über 88 Prozent geben an, voll integriert zu sein, und mehr als 94 Prozent fühlen sich sicher. Mobbing ist seltener als im internationalen Durchschnitt (-0,15), wobei Hänseleien (29,1 %) und Gerüchte (27,4 %) die häufigsten Erfahrungen sind. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen: Mit einem Index von 0,14 liegt der Archipel in Spanien an der Spitze (gemeinsam mit Extremadura) und deutlich über dem nationalen (0,09) und OECD-Durchschnitt (0,00). Fast 78 Prozent der Schüler erkennen den Sinn der Schulzeit an und betrachten sie nicht als verlorene Zeit.
Digitalisierung: Zwischen Aufbruch und Rückstand
Ein geteiltes Bild zeigt sich bei der technologischen Ausstattung. Während die Haushalte fast flächendeckend vernetzt sind (98 % Smartphone-Besitz, 95 % WLAN), hapert es in den Schulen gewaltig: Nur 47,2 Prozent der Schüler haben ein eigenes Gerät zur Verfügung, 18,3 Prozent müssen sich welche teilen. Auch das Internet lässt zu wünschen übrig: Nur gut die Hälfte der Befragten hält Geschwindigkeit (52,6 %) und Stabilität (51,6 %) für ausreichend. Lehrkräfte werden selten gefördert: Gerade 7,4 Prozent erhalten laut Schulleitung Anreize für digitale Integration, und 56,3 Prozent fehlt schlicht die Zeit zur Vorbereitung. High-Tech wie Virtual Reality ist in nur 11,1 Prozent der Zentren verbreitet.
Umso erstaunlicher ist die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz im Schulalltag. 27,8 Prozent der Schüler nutzen KI-Tools fast täglich zum Lernen, 19,1 Prozent zum Zusammenfassen von Texten und 19,4 Prozent für erste Recherchen zu neuen Themen. Allerdings zeigt sich eine gefährliche Naivität: Nur 35 Prozent hinterfragen regelmäßig die Zuverlässigkeit der KI-generierten Inhalte. Diese Kluft zwischen Nutzung und kritischer Bewertung stellt eine der größten pädagogischen Herausforderungen der kommenden Jahre dar, um die Bildung auf den Kanaren nachhaltig zu stärken.
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