Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Medizinische Notlage im Gefängnis Tenerife II
Das medizinische Team des Gefängnisses Tenerife II schlägt Alarm: Die Lage sei kritisch, ja sogar aussichtslos. So sehr, dass sich die verbliebenen Mitarbeiter nicht einmal mehr als Team bezeichnen können. Nachdem eine Mitarbeiterin von ihren Aufgaben entbunden wurde, ist die Belegschaft auf einen einzigen Arzt und eine Subdirektorin geschrumpft. Letztere muss nun, mangels Personal, neben ihren Verwaltungsaufgaben auch noch medizinische Tätigkeiten übernehmen.
„Nur noch zwei Fachkräfte für 966 Insassen – die medizinische Grundversorgung im Gefängnis ist auf einem historischen Tiefstand angekommen“, warnt Antonio Rodríguez, Provinzdelegierter des Sektors Allgemeine Staatsverwaltung der Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO).
Personalkrise statt Planstellen
Der Stellenplan der Haftanstalt Tenerife II sieht eigentlich acht Mediziner und einen technischen Subdirektor vor. Die Realität sieht jedoch anders aus – und das schon seit geraumer Zeit. Laut Gewerkschaft war der Stellenabbau ein schleichender Prozess, doch ein Ereignis hat das Fass nun zum Überlaufen gebracht: Die Generalsekretärin der Strafvollzugsbehörde (Instituciones Penitenciarias) hat die Praxisphase einer Ärztin ausgesetzt, die das jüngste Auswahlverfahren erfolgreich bestanden hatte. Eine Entscheidung, die aus Sicht des Gewerkschaftssprechers ein bereits katastrophales Szenario weiter verschärft.
Rodríguez erinnert sich noch gut an bessere Zeiten: „Ende des letzten Jahrhunderts, als die Stellen besetzt waren, hatten die Ärzte täglich Sprechstunden. Heute schaffen sie gerade einmal die Behandlung von Notfällen – mehr ist nicht drin.“
Kaum Grundversorgung, keine Fachärzte
Für die rund tausend Inhaftierten bedeutet das: eine minimale medizinische Betreuung. Die Versorgung von Insassen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes sei mit den aktuellen Mitteln „äußerst mangelhaft“, so Rodríguez. Noch gravierender ist die Situation in der Psychiatrie: Da es keine Fachärzte im Team gibt, „können wir nur Notfälle behandeln und dann an das Krankenhaus überweisen“. Dies sei besonders problematisch, da „rund 35 Prozent der Gefangenen unter psychischen Problemen leiden“.
Auch andere Fachrichtungen wie die Zahnmedizin sind betroffen: „Früher kamen die Zahnärzte mindestens einmal im Monat vorbei, heute nur noch sporadisch“, kritisiert Rodríguez. Die Gewerkschaft betont, dass dies kein Einzelfall sei, sondern dem allgemeinen Trend in den meisten Gefängnissen des Landes entspreche. „Seit der Staat 2003 die Gesundheitskompetenzen der Strafvollzugsanstalten an die Autonomen Regionen übertragen hat, wird es stetig schlimmer. Nur Katalonien, das Baskenland und Navarra haben die Kompetenzen übernommen, der Rest hat gravierende Defizite“, so Rodríguez.
In den letzten Jahren werde es zudem immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen, weil die Arbeitsbedingungen „nicht attraktiv“ seien. Dazu kämen dann noch Aussetzungen wie die, die die Gewerkschaft am Mittwoch öffentlich gemacht hat.
Rätselraten um suspendierte Ärztin
Der Provinzdelegierte betont, dass die betroffene Ärztin mehr als fünf Jahre lang im Gefängnis gearbeitet hat. Bis zu ihrer Freistellung habe sie ihre Arbeit „korrekt und effizient“ verrichtet, so Rodríguez. Man verstehe daher nicht, was passiert sein könnte. Die Gewerkschaft Sektion CCOO sieht keine sachlichen Gründe für die Aussetzung der Praxisphase und vermutet persönliche oder berufliche Differenzen mit der Direktion der Haftanstalt. Die Direktorin hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Die Arbeitnehmervertretung fordert die Generalsekretärin der Strafvollzugsbehörde nun auf, den Fall und die Entscheidung über die Suspendierung „umgehend“ zu überprüfen. „Wir verlangen eine schnelle und gerechte Klärung ihrer administrativen Situation – sowohl um den beruflichen Schaden wiedergutzumachen, als auch um eine unverzichtbare medizinische Ressource für das Funktionieren des Gefängnisses zurückzugewinnen“, heißt es in einer Stellungnahme.
Schon wieder Ärger im Gefängnis Tenerife II
Für CCOO zeigen die Vorfälle erneut „die Managementprobleme, die das Zentrum in den letzten Monaten durchlebt“. Man befürchte zudem, dass interne Konflikte am Ende auch die Gesundheit der Insassen gefährden könnten.
Es ist nicht das erste Mal in letzter Zeit, dass es im Gefängnis Tenerife II kriselt. Anfang August forderte die Organisation „Tu Abandono Me Puede Matar“ (TAMPM), eine Gewerkschaft der Gefängnisbeamten, die Ablösung der Gefängnisdirektorin Mavi Bernaola. Der Vorwurf: Sie habe die Generalsekretärin der Strafvollzugsbehörde nicht über eine Protestaktion von Insassen informiert. Während die Mitarbeiter von 190 beteiligten Häftlingen des als besonders konfliktträchtig geltenden Moduls 2 sprachen, bestritt die Direktorin den Vorwurf und erklärte, nur einige Insassen hätten ihre Beschwerden geäußert.
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