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Gunhild Carling: „La Reina del Swing“ erstmals in Teneriffa

„La Reina del Swing“ im Auditorio Infanta Leonor

Gunhild Carling ist weit mehr als nur eine Musikerin – die Schwedin vereint Gesang, Stepptanz und virtuoses Instrumentalspiel in einer Person. Als international bekannte Botschafterin des Swing hat sie sich mit ihrem einzigartigen Charisma eine riesige Fangemeinde in den sozialen Netzwerken erobert. Nun kommt die vielseitige Künstlerin zum ersten Mal nach Teneriffa: Am Donnerstag, den 16. Juli, gastiert sie mit ihrem Programm „La Reina del Swing“ im Auditorio Infanta Leonor von Arona. Begleitet wird sie dabei von der Gran Canaria Big Band. Das Konzert verspricht eine musikalische Zeitreise von den Cabarets der 1920er-Jahre bis hin zu den großen Swing-Orchestern der 1940er-Jahre. Beginn ist um 20:30 Uhr.

Ein Traum wird wahr

Mit über 50 Millionen Aufrufen in den sozialen Medien und einer Karriere, die sie zur wichtigsten Botschafterin des traditionellen Jazz gemacht hat, zeigt sich Carling tief bewegt von ihrem bevorstehenden Auftritt auf der Insel. „Das wird ein absoluter Traum. Ich habe so viel Wunderbares über Teneriffa gehört und bin unheimlich gespannt, die Insel endlich kennenzulernen. Ich möchte sogar eine Live-Übertragung bei Sonnenaufgang machen“, verrät sie lachend.

Klassiker und Eigenkompositionen

Ihre Begeisterung für die Reise überträgt sich direkt auf das Programm des Abends. Das Konzert vereint unsterbliche Klassiker von Größen wie Billie Holiday, Louis Armstrong, Duke Ellington oder Count Basie mit eigenen Stücken. „Das Publikum kann sich auf eine Mischung aus großen Klassikern und eigenen Kompositionen freuen“, fasst die Künstlerin zusammen, die jeden ihrer Auftritte zu einer Improvisations- und Virtuosenübung macht. Den Titel „La Reina del Swing“, der auch das von ihr diese Woche in Arona gespielte Stück ziert, trägt sie ganz selbstverständlich. Für Carling ist der Swing niemals tot gewesen. „Ich glaube, der klassische Jazz ist die größte musikalische Erfindung des 20. Jahrhunderts. Ich liebe ihn über alles und spiele ihn unglaublich gern für die Menschen, um sie glücklich zu machen“, betont sie.

Ein Spektakel der Improvisation

Dieser Geist prägt auch ihre Konzerte, die weit über die reine Musikdarbietung hinausgehen. Auf der Bühne singt, tanzt und wechselt Carling ständig die Instrumente: Posaune, Trompete, Blockflöte, Dudelsack, Mundharmonika, Schlagzeug oder Klavier. Doch es gibt kein festes Drehbuch für die Wahl des Instruments. „Das entscheide ich spontan. Ich spiele oder singe das, was mich in dem Moment glücklich macht. Inspiration ist das Wichtigste“, versichert sie. Diese Spontaneität prägt auch ihre Interaktion mit dem Publikum. „Ich möchte eine Verbindung zwischen der Band, dem Publikum und mir spüren, noch bevor ich zu spielen beginne. Der einfachste Weg, das zu erreichen, ist, sich zu 130 Prozent der Musik und dem Klang hinzugeben. Sowohl die Musiker als auch die Zuschauer empfinden großen Respekt für jemanden, der Musik wirklich liebt.“

Eine Künstlerin aus der Manege

Aufgewachsen in einer Musikerfamilie mit Zirkushintergrund, versteht Carling das Spektakel als Summe aller Talente. Diese künstlerische Erziehung, in der Musik, Unterhaltung und Inszenierung eine Einheit bildeten, prägt bis heute ihren Auftrittsstil. „Ich mag alle Kulturen. Wir brauchen uns alle gegenseitig: Komponisten, Arrangeure, Künstler, Musiker, Veranstalter, Publikum, Tänzer… Wir alle sind Teil des Ganzen“, erklärt sie.

Gemeinsam mit der Gran Canaria Big Band

Diese Vision passt perfekt zum Geist von „La Reina del Swing“, einer Produktion, bei der sie von der Gran Canaria Big Band unter der Leitung von Chano Gil begleitet wird – einem nationalen Aushängeschild dieses Stils. Das Projekt verwandelt die Bühne in ein großes Cabaret, das an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert, und verbindet Live-Musik, Tanz und Improvisation, um die Entwicklung des Jazz und Swing nachzuzeichnen. Für die Big Band ist es eine Rückkehr in die Rolle des Gastgebers einer Produktion, die im Teatro Cuyás bereits ausverkauft war und nun erstmals in Teneriffa gastiert. „Ich hatte eine fantastische Zeit. Es war ein großartiges Erlebnis. Die Band ist wirklich außergewöhnlich“, erinnert sich die Künstlerin an ihre gemeinsame Arbeit mit der Formation unter der Leitung von Gil.

Jazz: Vergangenheit und Gegenwart

Obwohl die Show auf das goldene Zeitalter des Swing zurückblickt, wehrt sich die Künstlerin gegen jede Form von Nostalgie. Für sie gehört der Jazz ebenso sehr zur Vergangenheit wie zur Gegenwart. „Das goldene Zeitalter des Jazz war wundervoll, aber es ist genauso fantastisch, dass wir diese Musik heute wieder aufgreifen und zum Leben erwecken können. Das ist unglaublich. Ich glaube, der beste Moment ist die Gegenwart, und es liegt an uns Künstlern, die Welt zu einem schöneren und interessanteren Ort zu machen.“

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