La Laguna wird zur Bühne
Verschiedene Ecken von La Laguna bereiten sich auf eine neue Auflage des Festival Internacional de Música de Aguere vor. In nur vier Jahren hat sich das Event zu einem der bedeutendsten kulturellen Höhepunkte der Gemeinde entwickelt. Im gesamten Juli verwandeln sich denkmalgeschützte Orte wie Klöster, Kirchen und historische Gebäude in öffentliche Bühnen für kostenlose Konzerte. Die Organisatoren wollen so die Verbindung zwischen Musik und Kulturerbe stärken. All das mit einem starken internationalen Akzent: Verschiedene Nationalitäten treffen bei den Aufführungen und im Bildungsprogramm aufeinander.
Mehr als nur eine Konzertreihe
Der junge Festivalleiter Daniel Molina betont, dass das Ziel dieser Veranstaltung von Anfang an über eine einfache Konzertreihe hinausging: „Wir wollten La Laguna ein kulturelles Angebot auf hohem Niveau bieten und einen Begegnungsort für Künstler, Musikstudenten und Publikum schaffen. Es sollte kein reines Konzertprogramm werden, sondern ein Festival mit eigener Identität.“ So verbindet das Festival Konzerte mit Fortbildungskursen, einem internationalen Wettbewerb und der Arbeit seines eigenen Orchester-Ensembles. „Der pädagogische Aspekt ist einer der herausragendsten Punkte“, so Molina. Er erinnert daran, dass das Festival jungen Musikern aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit bietet, mit großen Profis zu arbeiten.
Internationale Resonanz und neuer Wettbewerb
In diesem Jahr hat der Bildungssektor bemerkenswertes internationales Interesse geweckt. Teilnehmer kommen unter anderem aus Japan, Polen und Rumänien. Zudem gibt es eine Warteliste mit Bewerbern aus Städten wie Amsterdam, Paris oder Budapest. Der diesjährige Wettbewerb ist dem Gesang gewidmet. Molina spricht von der großen Anziehungskraft, die dieses Angebot auf internationale Musiker ausübt, die Jahr für Jahr gerne wiederkommen. Viele europäische Fachleute sehen in der Initiative eine einmalige Chance, die interessante Stipendien für die Zusammenarbeit mit Spitzenkräften der Branche in einer einzigartigen Umgebung wie den Kanarischen Inseln bietet. Der Gastdozent für den Kurs Dirigieren ist in diesem Jahr Borja Quintas.
Das Orchester als Herzstück
Ein weiterer Pfeiler des Projekts ist das sogenannte „Orquesta Residente“. Es wurde gegründet, um den Schwierigkeiten bei der Gründung solcher Ensembles auf den Kanaren zu begegnen. „Es ist nicht nur eine Chance für junge Dirigenten, sondern auch für die Musiker selbst“, sagt der Festivalleiter. In dieser Auflage wird das Orchester das Abschlusskonzert bestreiten, das an zwei Orten stattfindet: in der Kirche Santísimo Redentor in Las Chumberas und in der Kirche San Bartolomé in Tejina. Die Eröffnung der vierten Ausgabe wird mit einem besonderen Konzert gefeiert, das die Uraufführung eines Werks der kanarischen Komponistin Laura Vega („Ni neu“, 2018) beinhaltet, sowie das Trio Nr. 2 in h-Moll, Op. 76 von Joaquín Turina und eine Adaption der sinfonischen Suite „Scheherazade“ von Pablo Díaz.
Musik für alle: Soziales Engagement und Gratis-Konzerte
Molina hebt auch das soziale Engagement des Festivals hervor. In diesem Jahr arbeitet es mit dem Verein Párkinson Tenerife zusammen, damit dessen Mitglieder einige Konzerte besuchen, an Proben teilnehmen und die Künstler kennenlernen können. „Musik kann ein Werkzeug sein, um Verbindungen zu schaffen“, erklärt Molina und weist auf die Kostenfreiheit aller Konzerte hin: „Das Programm ist darauf ausgelegt, so viele Menschen wie möglich zu erreichen.“ Das Festival Internacional de Música de Aguere zeigt damit ein starkes Bekenntnis zur Ausbildung, zur zeitgenössischen Kunst und zur internationalen Ausstrahlung. Es vereint in seinem Programm künstlerische Exzellenz, freien Eintritt und pädagogischen Anspruch, um die Bürger mit Musik zu verbinden und junge Talente zu fördern.
Lob aus Politik und Verwaltung
Der Kulturdezernent der Stadt La Laguna, Adrián del Castillo, hebt die Entwicklung der Veranstaltung und ihre wachsende Bedeutung hervor. Besonders betont er den Wert der Spielstätten: „Klöster, Kirchen, kulturelle Einrichtungen und historische Gebäude werden zu Orten der Begegnung mit Musik.“ Auch der Inseldirektor für Kultur des Cabildo de Tenerife, Conrado Álvarez, würdigt den jugendlichen Elan hinter der Initiative und unterstreicht gleichzeitig die Bedeutung der kulturellen Dezentralisierung, da das Festival auch in die Randgebiete der Gemeinde ausstrahlt. Er lobt zudem die gelungene Balance zwischen Aufführung und Ausbildung.

