Ein Gespräch unter dem Teide
Beklommen schaut Sara zum Teide hinauf und sagt zu ihrem Partner sehr ernst: „Wenn es passieren muss, dann warnen Sie uns bitte rechtzeitig.“ Sie spricht die latente Gefahr einer Eruption an, die durch die vulkanische Wiederbelebung rund um den höchsten Berg Spaniens in den letzten Jahren wieder in den Fokus gerückt ist. Diese Szene stammt aus dem Kurzfilm ‚Colapso‘, einem knapp vierminütigen Werk, das ab sofort auf YouTube und anderen digitalen Plattformen zu sehen ist.
Eine einfache, aber tiefgründige Botschaft
Der Film reflektiert auf einfache, aber tiefgründige Weise darüber, wie auf den Kanarischen Inseln über das Vulkanrisiko informiert wird. Dies geschieht im Rahmen eines Gesprächs zwischen dem jungen Paar Sara und Sahel während eines Besuchs im Teide-Nationalpark. Die Idee zu ‚Colapso‘ stammt von Moisés Coello, einem 27-jährigen Regisseur und Produzenten aus Teneriffa. Bereits sein erster Kurzfilm ‚Efímero‘ war auf verschiedenen Festivals zu sehen und fand international großen Anklang, insbesondere in Ländern wie den USA und Italien. Mit ‚Colapso‘ geht er nun einen Schritt weiter und sucht den direkten Draht zum Publikum über die sozialen Medien – einen der unmittelbarsten Kanäle, um die Menschen zu erreichen.
„Wir wollen begleiten, nicht alarmieren“
‚Colapso‘ wurde erst vor knapp zwei Wochen in Las Cañadas del Teide gedreht. Die Intention des Regisseurs ist es, wie er sagt, „eine reale Angst sichtbar zu machen, die viele Bewohner der Insel in diesen Momenten empfinden“. Der Kurzfilm sei keineswegs aus einer Fiktion heraus entstanden, stellt Moisés Coello klar: „Er entsteht aus der Furcht davor, dass man uns nicht rechtzeitig vor einer möglichen Eruption warnt, besonders diejenigen, die in Risikozonen leben oder verletzliche Angehörige haben.“ Mit diesem Film verleiht Moisés Coello jener stillen Angst eine Stimme, die besonders in den nördlichen Stadtteilen der Insel umgeht.
Zwei junge Talente aus Teneriffa
Die Hauptrollen spielen Nathaly de la Cruz (als Sara) und Daniel San Ginés (als Sahel), zwei vielversprechende Nachwuchsschauspieler von der Insel. Obwohl sie zuvor noch nie zusammengearbeitet hatten, war die Chemie zwischen ihnen „sofort da“, wie der Regisseur zugibt. „Beide schätzten sich im Schauspielsektor der Inseln sehr und verbinden auf tiefe Weise mit sozialen Anliegen.“ Nathaly stammt aus Los Realejos, und diese persönliche Verbundenheit verleiht ihrer Darstellung die emotionale Authentizität, die den Kurzfilm auszeichnet. Hinter der Kamera stand mit Drea eine bildende Künstlerin mit einem einfühlsamen Blick, die mit diesem Film ihr Debüt gibt und der neuen Generation kanarischer Kreativer gerecht wird. Zudem wirkt die Journalistin Fátima Bravo mit, die mit ihrer unverwechselbaren Stimme den Off-Kommentar spricht und dem Film eine Mischung aus Anklage und Nähe verleiht.
Keine akute Gefahr, aber wachsame Beobachtung
Es sei daran erinnert, dass Vulkanologen in den letzten Jahren eine Zunahme der vulkanischen Aktivität auf Teneriffa in Form von Schwärmen kleiner Erdbeben registrieren, von denen viele mit dem Teide in Verbindung stehen. Dennoch steht die Vulkanampel der Insel weiterhin auf Grün. Experten betonen, dass es keine Hinweise auf eine unmittelbare Eruptionsgefahr in kurzer oder mittlerer Frist gebe. Dennoch bleibt die Überwachung durch ein dichtes Netz von Instrumenten, die vor allem Beben, Gase und Bodenverformungen messen, unvermindert wachsam.
Ein Film aus Respekt, Dringlichkeit und Liebe
„‚Colapso‘ entsteht aus Respekt, Dringlichkeit und Liebe zu unseren Leuten“, erklärt der Regisseur abschließend. „Wir wollen nicht alarmieren, wir wollen begleiten und daran erinnern, dass wir rechtzeitig zuhören müssen, falls der Vulkan spricht. Wir stehen für alles zur Verfügung, was Sie benötigen: Bilder, Interviews oder anderes Material.“ Das Werk vermittelt eine große Emotionalität. In der Inhaltsangabe heißt es: „Sara und Sahel begleiten den Teide. Er schaut auf sein Handy. Sie schaut auf den Vulkan. Zwischen Nachrichten über mögliche Eruptionen, Touristen und dem Schweigen der Erde gelingt es Sara endlich, alles herauszulassen, was in ihr steckt.“ Neben dem Vulkanrisiko greift der Film ganz dezent auch andere Themen auf, wie etwa die Überlastung durch Besucher im Naturjuwel Teneriffas, dem Teide-Nationalpark. Wer sich diesen Überlegungen anschließen möchte, kann ‚Colapso‘ jetzt ansehen.

