Wissenschaftspreis-Premiere auf den Kanaren
Die Kanarischen Inseln haben sich am Dienstag als internationaler Austragungsort der Premios Cosmos etabliert. Das Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) hatte die erste in Spanien stattfindende Ausgabe dieser renommierten Auszeichnungen ausgerichtet. Im Auditorium der Fundación CajaCanarias versammelten sich dazu über 100 Schüler, Lehrer und Fachleute aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen, um die Verbreitung von Wissen und kritisches Denken bei der jungen Generation zu fördern.
Die Gewinner der Premios Cosmos 2026
Im Rahmen der Gala wurden mehrere Preise verliehen. Der Premio Cosmos Estudiantes, dessen Jury sich aus Schülern von zehn Bildungseinrichtungen von Teneriffa, La Palma und Gran Canaria zusammensetzte, ging an die Mathematikerin und Wissenschaftskommunikatorin Clara Grima für ihr Werk „Con algoritmos y a lo loco“. Den Premio Cosmos, der von einem international hochkarätigen Wissenschaftskomitee mit Experten aus Astrophysik, Mathematik, Biomedizin und anderen Disziplinen vergeben wird, erhielten José López für „La vida al borde del abismo“ sowie Lise Barnéoud für „Las células errantes“. Darüber hinaus zeichnete die Organisation das Instituto de Educación Secundaria (IES) Marina Cebrián für ein audiovisuelles Projekt aus, das im Laufe des Tages präsentiert wurde.
Warum die Wahl auf Teneriffa fiel
Die Entscheidung für Teneriffa als Veranstaltungsort war kein Zufall. Wie Jorge Martín, Direktor des Premio Cosmos Spanien 2026, erläuterte, habe sich das IAC seit Jahren fest der Wissenschaftskommunikation verschrieben. „Es ist für uns unverzichtbar, kritisches Denken bei der Jugend zu fördern“, betonte er. Und er fügte hinzu, dass die Ausrichtung dieser Preise der Höhepunkt einer enormen Anstrengung und einer großen Begeisterung sei. Seiner Ansicht nach habe die Zusammenkunft dazu gedient, Wissenschaft und deren Vermittlung den Jugendlichen näherzubringen, die er als „die wahren Hauptdarsteller der zukünftigen Generationen des Landes“ bezeichnete.
Internationale Ausrichtung und lokale Wurzeln
Die Premios Cosmos werden von der Internationalen Dekade der Wissenschaften für nachhaltige Entwicklung (2024-2033) unterstützt, einer globalen Initiative der UNESCO, die darauf abzielt, die internationale wissenschaftliche Vernetzung zu verstärken. Über die Förderung von wissenschaftlichen Berufen und der Lesekompetenz bei Jugendlichen hinaus ist es das Ziel, die besten Werke der Wissenschaftskommunikation in spanischer Sprache auszuzeichnen. Obwohl der Großteil des Publikums von den Kanarischen Inseln stammte, war keiner der Finalisten dieser Ausgabe von den Inseln. Dieser Umstand, so Martín, sei auf den internationalen Charakter der Auszeichnungen zurückzuführen. „Auch wenn die Organisation lokal ist, ist die Berufung der Preise eindeutig international“, erklärte er. Tatsächlich haben die Premios Cosmos bereits frühere Ausgaben in Ländern wie Italien, den Niederlanden und Frankreich veranstaltet und sich so als feste Größe im Bereich der spanischsprachigen Wissenschaftskommunikation etabliert.
Ein Appell an die kanarische Wissenschaftsszene
Das Fehlen kanarischer Autoren unter den Finalisten nutzte Martín jedoch auch für einen Appell: „Wir hoffen, dass sich in den kommenden Jahren mehr Autoren von den Inseln beteiligen, denn an Talent mangelt es nicht“, so Martín. Fernando Sánchez, Direktor für Kommunikation, Image und institutionelle Beziehungen der Fundación CajaCanarias, der Hauptpartnerin der Veranstaltung, bekundete den Willen, diesen Preis fortzuführen und seine Ausrichtung in den kommenden Ausgaben zu festigen. „Wir wollen, dass dies weiter wächst, und wir werden in den kommenden Jahren weiter auf den Premio Cosmos setzen“, schloss er.
Spannende Diskussionen über die großen Fragen der Menschheit
Während der Veranstaltung konnten die Teilnehmer zwei hochkarätige Podiumsdiskussionen verfolgen, die grundlegende Fragen zum Ursprung des Lebens, zur biologischen Identität, zum Universum und zur Bedeutung von kritischem Denken im Kampf gegen Desinformation behandelten.

