BNE eröffnet die Spielzeit 2026/27 mit „Afanador“
Das Auditorio de Teneriffa hat den Kartenvorverkauf für die beiden Aufführungen des Ballet Nacional de España (BNE) gestartet. Gezeigt wird das Stück „Afanador“, eine Hommage an den kolumbianischen Fotografen Ruven Afanador. Die Vorstellungen finden am Samstag, dem 5. September um 19:30 Uhr sowie am Sonntag, dem 6. September um 18:00 Uhr im Sinfoniesaal statt. Mit diesem Gastspiel läutet das renommierte spanische Ensemble die neue Saison des Kulturhauses auf der Insel ein.
Die Details gaben der Inselrat für Kultur, José Carlos Acha, und der künstlerische Leiter des Auditorios, José Luis Rivero, bekannt. „Es ist eine Freude, die Saison 26/27 mit einem so großartigen Spektakel zu beginnen“, erklärte Acha. „Das Stück hat bereits neun Preise gewonnen und markiert die Rückkehr des BNE ins Auditorio de Teneriffa nach 16 Jahren. Damals trat die Compagnie ebenfalls im Sinfoniesaal mit ‚El café de las chinitas‘ auf.“
Preise, Inspiration und künstlerische Vision
Das Werk „Afanador“ ist von zwei Fotobänden des Künstlers Ruven Afanador (geboren 1959 in Kolumbien) inspiriert, einem leidenschaftlichen Flamenco-Liebhaber. „Das Publikum erwartet eine flüchtige, aber plastische Erfahrung auf höchstem Niveau – mit 39 Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne“, hob der Kulturbeauftragte hervor.
José Luis Rivero betonte die kontinuierliche Ausrichtung des Hauses: „Das Auditorio de Teneriffa hat seit seiner Gründung stets auf den Tanz als szenische Ausdrucksform gesetzt. Mit diesem Format eröffnen wir – wie in den vergangenen Jahren auch – die Spielzeit, und zwar in Anknüpfung an die aktuelle Reihe ‚Mapas‘, die wir gerade erleben.“ Er bezeichnete „Afanador“ als „eines der bedeutendsten choreografischen Werke Spaniens“ und das „international erfolgreichste Stück des BNE“. Rivero dankte ausdrücklich Rubén Olmo, dem Direktor des BNE, „dafür, dass das Stück auf die Kanaren reisen kann. Seine technische Komplexität stellt das Auditorio als einen Ort dar, der solche Produktionen beherbergen kann.“
Der Choreograf Marcos Morau beschreibt die Arbeit als expressiv und auf Bilder fokussiert, die sich ins Gedächtnis einbrennen sollen. „Es ist eine Choreografie, die ihre technische Komplexität nicht versteckt, sondern offen auf der Bühne zeigt.“ Morau zufolge entstand die Aufführung aus der Inspiration durch die Bücher Ángel gitano und Mil besos sowie die Fotoarbeiten Afanadors, der den Flamenco „durch eine verzerrende Linse aus Traum, Begehren und Erinnerung“ betrachte.
Ein Stück mit rekordverdächtiger Auszeichnungsbilanz
„Afanador“ hat zwischen 2024 und 2025 insgesamt neun renommierte Tanzpreise gewonnen und gilt als wegweisendes Werk der spanischen Tanzszene. Der Dramaturg der Inszenierung, Roberto Fratini, erläuterte, das Stück wolle den Blick des Fotografen auf seine Modelle einfangen.
Die Preisliste umfasst unter anderem:
- Premios Godot 2024: Beste Choreografie (Spanischer Tanz und Flamenco)
- Premio de la Crítica de las Artes Escénicas 2024 (Katalonien): Beste Choreografie
- Premios Max 2025 (fünf Auszeichnungen): Beste Tanzshow, Beste Regie (Marcos Morau), Bestes Lichtdesign (Bernat Jansá), Bestes Kostümdesign (Silvia Delagneau), Beste Musikkomposition (Juan Cristóbal Saavedra, Enrique und Jonathan Bermúdez, Gabriel Georgio González und Roberto Vozmediano)
- Premios Talía 2025 (Akademie der Darstellenden Künste Spaniens): Beste Tanzshow und Beste Choreografie
Das Ballet Nacional de España – Tradition und Innovation
Das Ballet Nacional de España wird seit September 2019 von Rubén Olmo geleitet. Es wurde 1978 als Ballet Nacional Español gegründet, mit Antonio Gades als erstem Direktor, und ist die wichtigste öffentliche Tanzcompagnie des Landes. Es gehört zum Instituto Nacional de las Artes Escénicas y de la Música (INAEM), das dem spanischen Ministerium für Kultur und Sport untersteht.
Das Ziel des BNE ist die Bewahrung, Verbreitung und Vermittlung des reichen spanischen Choreografieerbes, das Stilrichtungen wie akademischen Tanz, stilisierte Tänze, Folklore, Bolero und Flamenco umfasst. Gleichzeitig fördert die Compagnie durch ihren aktuellen Plan den Dialog mit neuen Publikumsschichten und die nationale wie internationale Ausstrahlung. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf der Öffnung für Avantgarde und zeitgenössische Einflüsse, indem internationale Choreografen und junge Talente zur Zusammenarbeit eingeladen werden. Zudem setzt das BNE auf eine nachhaltige Wirtschaftsführung und die Kooperation mit öffentlichen wie privaten Partnern.
Karten und Rabatte
Die Eintrittskarten für „Afanador“ sind zu einem Einheitspreis von 15 Euro erhältlich. Besucher unter 30 Jahren zahlen lediglich 5 Euro. Der Vorverkauf läuft über die offizielle Website www.auditoriodetenerife.com, an der Theaterkasse (Montag bis Freitag, 10:00 bis 17:00 Uhr; Samstag, 10:00 bis 14:00 Uhr) sowie telefonisch unter der Nummer 902 317 327 (gleiche Öffnungszeiten). Darüber hinaus gibt es ermäßigte Tarife für Studierende, Arbeitsuchende und kinderreiche Familien.

