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Papstbesuch 2026: So entstehen die Bühnen für León XIV.

Ein Besuch mit Botschaft

„Von Anfang an wollten wir den tiefen Grund des Besuchs des Heiligen Vaters auf den Kanaren widerspiegeln: die Migrationsrealität und das Meer als Ort der Hoffnung, des Leids und der Begegnung.“ Mit diesem Leitgedanken haben die jungen Architekten Jorge Cerpa und Rafael Suárez von Gran Canaria das Raumkonzept für die Gottesdienste entwickelt, die Papst León XIV. am Donnerstag und Freitag, dem 11. und 12. Juni, in Arguineguín und im Estadio de Gran Canaria zelebrieren wird.

Dieser Geist, der die apostolische Reise des Papstes auf die Kanarischen Inseln prägt, bestimmte auch die Arbeit des Architekten Alejandro Beautell auf Teneriffa. Er gestaltete die Feierräume auf der Plaza del Cristo und im Hafen von Santa Cruz. Im letzteren Fall „liegt der Altar mit dem Meer als Kulisse. Dieser offene Horizont verweist auf das Drama der Migration, das sich in diesen Gewässern abspielt. Der Papst blickt auf Santa Cruz und bezieht die Stadt als Teil der Gemeinde mit ein; das gesamte Ensemble wird von der Uferpromenade aus sichtbar sein.“

Arguineguín: Das Meer als Bühne

Jorge Cerpa erläutert, dass der Vatikan klare Vorgaben gemacht habe. „In Arguineguín wurde besonders betont, dass die Bühne weder das Meer noch den Hafen verdecken darf, denn sie sind Teil der Botschaft und der Migrationsrealität, die die Kanaren erleben. Deshalb haben wir einen sehr offenen, lichtdurchfluteten Raum entworfen. Auch die Sicherheit – Zugänge und Raumkontrolle – wurde bis ins Detail geplant.“

Las Palmas: Monumentale Architektur im Stadion

„Im Estadio de Gran Canaria bekommt die Architektur eine feierlichere und monumentalere Dimension. Das Hauptdach ist als große weiße Kuppel konzipiert, die den Altar umhüllt. Die Rückwand wird aus zwölf Bögen bestehen, die die Apostel symbolisieren, und einem großen Mittelbogen, der für Christus steht. Auch die Virgen del Pino und der Cristo de Telde werden einen sehr prominenten Platz einnehmen.“

Besonders hervorgehoben wird die Zusammenarbeit mit Rafael Suárez, der über große Erfahrung bei Massenveranstaltungen – insbesondere dem Karneval – und in der technischen Umsetzung von Ideen verfügt. „Er bringt echte, effiziente Lösungen. Dank seiner Erfahrung und Verantwortung ist ein Großteil der Stadionbühne bereits vorgefertigt, und der gesamte technische Ablauf ist bestens im Griff“, betont Jorge Cerpa.

Teneriffa: Geometrie und Spiritualität im Hafen

Auf Teneriffa setzt Alejandro Beautell auf geometrische Strukturen für sein Projekt im Hafen. Es ist keine Bühne, sondern ein Gebäude, das Tag für Tag entsteht. „Der Grundriss folgt einem griechischen Kreuz, eingeschrieben in ein Quadrat aus schwarzer Lava – in Anlehnung an San Pietro von Bramante. Aus dieser Matrix entstehen Altar, Ambo und Sitz. Über dem Altar sorgt eine Öffnung im Dach für eine direkte Verbindung zum Himmel. An diesem Punkt senkt sich die Ebene, und der Raum verdichtet sich.“

Der Architekt aus La Laguna, der im Stadtteil El Toscal lebt, präzisiert: Auf der Hauptachse steht der Cristo de La Laguna, über dem Papst und vor einem neutralen Hintergrund. Die Virgen de Candelaria vervollständigt das Ensemble und bildet eine Dreiecksbeziehung mit Altar und Ambo. „Das Projekt strebt nach Klarheit, Proportion und Beständigkeit – innerhalb des Vergänglichen.“

Ein Geschenk des Himmels

Jorge Cerpa bezeichnet diese Aufträge als „ein Geschenk Gottes“, das er nur wenige Monate nach seinem Einstieg als technischer Berater der Diözese der Kanarischen Inseln erhalten habe. Er ist seit neun Jahren Architekt – ein Beruf, der ihm in die Wiege gelegt wurde, denn er folgt den Spuren seines Vaters Manuel Cerpa. Mit seinen 33 Jahren sieht sich Jorge jedoch zuerst als Ehemann und dann als Architekt. Besonders prägend waren für ihn die Teilnahmen an zwei Weltjugendtagen und insbesondere das Jubiläum, das im vergangenen Jahr in Rom stattfand. „Diese Begegnungen haben mir geholfen zu verstehen, wie solche Räume funktionieren, wie sich so große Feierlichkeiten anfühlen…“

„Das Jubiläum in Rom diente vor allem als Referenz für die Bühne im Estadio de Gran Canaria, besonders hinsichtlich der Monumentalität des Altars und der Beziehung zwischen Liturgie, Architektur und Raum.“

Gott in den kleinen Dingen

„Gott ist in den kleinen Details gegenwärtig, und die Architektur hat etwas sehr Schönes. Nicht nur in der Entwurfsphase, sondern im Alltag: Wie du mit den Menschen umgehst, mit den Kollegen, den Bauarbeitern und allen, die an einem Projekt mitwirken.“

Vom Festtag zur Berufung

Der gebürtige Teneriffaner Alejandro Beautell wurde gleichsam von der Schutzpatronin der Kanaren gezeichnet: am 2. Februar 1978 um zwei Uhr morgens – dem Fest der Virgen de Candelaria. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, denn er erbte die Leidenschaft für den Beruf von seinem Vater. „Und um das Maß vollzumachen“, konnte er als Junge schon gut zeichnen, was als sicheres Zeichen galt, dass er für diesen Beruf bestimmt war. Seit 21 Jahren übt er ihn nun aus.

Der Glaube des einfachen Christen, verbunden mit dem Dienst am Beruf, bilden für den Techniker eine Einheit. Er ist mit der Polin Patricia verheiratet und hat zu Hause seinen ganz persönlichen „León“ – so heißt sein kleiner Sohn, und das noch bevor er den Auftrag für einen anderen León, den Papst, erhielt.

Der Pontifex ist noch nicht eingetroffen, doch die Verantwortlichen für die Vorbereitung der Feierräume sind bereits von diesem Geist erfüllt und vertrauen auf die Vorsehung.

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