Wie Pozo Izquierdo zur Windsurf-Hauptstadt wurde
Alle Wege führen nach Rom – und alle Winde nach Pozo Izquierdo. Dieser kleine Küstenort im Süden Gran Canarias, in der Gemeinde Santa Lucía de Tirajana, ist weit mehr als ein natürliches Biodiversitätslabor. Seine Passatwinde, das Meer und eine lange sportliche Tradition haben ihn zur Welthauptstadt des Windsurfens und zum Austragungsort des Gran Canaria Gloria Windsurf World Cup gemacht – einem der renommiertesten Wettbewerbe des internationalen Circuits, der seit 1989 auf der Insel stattfindet.
38. Auflage mit internationalem Teilnehmerfeld
Die 38. Ausgabe der Windsurf-Weltmeisterschaft von Pozo Izquierdo, die Teil des PWA-Circuits (Professional Windsurfers Association) ist, versammelt bis zum 12. Juli über 120 Wettkämpfer aus drei Kontinenten. Obwohl eine Calima – der typische staubige Sandwind aus der Sahara – die für den Nachmittag des 7. Juli geplanten Wettfahrten erzwingen musste, läuft die Konkurrenz mit dem Ziel weiter, die besten Spezialisten der Wave-Disziplin auf einer der weltweit besten Windsurf-Arenen zu küren.
Auftakt mit Tradition und neuem Fokus auf die Wave-Disziplin
Der Eröffnungstag begann bereits am 4. Juli mit dem traditionellen Gruppenfoto aller Teilnehmer. Obwohl die Windbedingungen den Start der Läufe verhinderten, herrschte am Strand von El Arenal bereits die Atmosphäre eines Events, das als Referenz im internationalen Kalender gilt. Diese Ausgabe bringt zudem eine sportliche Neuerung: Die Wave-Disziplin steht nun absolut im Mittelpunkt. Während der neun Wettkampftage teilen sich die Profis das Wasser mit jungen Talenten der Kategorien U13, U15, U18 und U21 – sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen – sowie mit den Teilnehmern der Master-Kategorie +45.
Warum Pozo Izquierdo das Paradies für Windsurfer ist
Es ist kein Geheimnis: Pozo Izquierdo gilt als einer der besten Orte der Welt zum Windsurfen. Die außergewöhnlichen natürlichen Bedingungen haben den Ort zur festen Heimat der Weltmeisterschaft gemacht. Der Hauptgrund für diese Wahl ist die Intensität und Beständigkeit des Winds. In den Sommermonaten beschleunigen die nordöstlichen Passatwinde durch den bekannten Venturi-Effekt, der durch die Berglandschaft der Insel entsteht. Dieses Phänomen erzeugt Winde, die oft 40 bis 50 Knoten überschreiten und perfekte Bedingungen für spektakuläre Sprünge und anspruchsvolle Manöver bieten.
Der Strand von El Arenal bietet Wellen von ein bis drei Metern Höhe, die nach rechts brechen. In Kombination mit einem Seitenwind (Side-Onshore) entstehen natürliche Rampen, die ideal für die weltbesten Windsurfer sind, um luftige Manöver und typische Wave-Techniken auszuführen. Anders als andere internationale Destinationen, wo der Wind unbeständig sein kann, zeichnet sich Pozo Izquierdo durch die Verlässlichkeit seiner Wetterbedingungen aus. Im Juli wehen die Passatwinde konstant, was die Durchführung des Turniers Jahr für Jahr garantiert und Gran Canaria zu einem globalen Maßstab macht.
Heimat der Legenden und Sprungbrett für Talente
Pozo Izquierdo ist auch als Trainingsort einiger der größten Windsurfer der Geschichte bekannt. Größen wie Björn Dunkerbeck und die Schwestern Daida und Iballa Ruano haben einen Großteil ihrer Karriere an diesem Spot verbracht. Ihr Vermächtnis hat Pozo Izquierdo zusammen mit den außergewöhnlichen natürlichen Bedingungen zu einem der emblematischsten und prestigeträchtigsten Veranstaltungsorte der Welt-Windsurf-Szene gemacht.
Der Präsident des Cabildo de Gran Canaria (der Inselregierung), Antonio Morales, unterstrich bei der Vorstellung die internationale Bedeutung des Wettbewerbs, der seiner Meinung nach bereits Teil der Sport- und Sozialgeschichte der Insel ist. „Dieser Wettkampf ist zweifellos einer der wichtigsten der Welt. Die Meisterschaft von Pozo Izquierdo hat sich internationale Anerkennung erarbeitet, die dazu beigetragen hat, die Geschichte des Windsurfens auf den Kanaren zu schreiben und das Bild Gran Canarias weltweit zu prägen. Dabei werden Werte wie Nachhaltigkeit, Respekt vor dem Meer, der Natur und die verantwortungsvolle Ausübung des Sports vermittelt“, erklärte er.
Mehr als nur Sport: Wirtschaftsfaktor und Nachwuchsförderung
Die Windsurf-Weltmeisterschaft von Pozo Izquierdo geht weit über den sportlichen Wettkampf hinaus. Jeden Sommer verwandelt sie die Gemeinde Santa Lucía de Tirajana in eine internationale Bühne, die Sportler, technische Teams, Medien und Fans aus zahlreichen Ländern anzieht. Der Wettbewerb gilt als einer der prestigeträchtigsten im weltweiten Wellen-Circuit. Seine Auswirkungen sind auch in der lokalen Wirtschaft spürbar: Während der Turniertage steigt die Auslastung in Unterkünften, Restaurants und Geschäften in der Umgebung, während gleichzeitig das Angebot an Sporttourismus auf der Insel gestärkt wird.
Darüber hinaus empfängt Pozo Izquierdo jedes Jahr zahlreiche Sportler, die diesen Ort aufgrund der Beständigkeit der Passatwinde zum Trainieren wählen. Das macht die Meisterschaft zur besten Visitenkarte für ein Reiseziel, das das ganze Jahr über Sport lebt. Die Institutionen heben auch den Wert der Veranstaltung als Instrument zur Förderung des Breitensports und des Generationswechsels hervor. Die Teilnahme von Junioren-Kategorien an der Seite der Weltelite ermöglicht es jungen Talenten, mit internationalen Champions auf einer Bühne zu stehen – und festigt die Rolle von Pozo Izquierdo als wahre Talenteschmiede des globalen Windsurfens.
So verfolgen Sie das Spektakel – vor Ort und im Stream
Die 38. Auflage des Gran Canaria Gloria Windsurf World Cup 2026 kann sowohl vor Ort als auch kostenlos im Internet verfolgt werden. Die Wettkämpfe finden am Strand von El Arenal in Pozo Izquierdo statt. Der Eintritt ist an allen Turniertagen frei. Wer nicht nach Gran Canaria reisen kann, kann die Läufe live im Stream auf dem YouTube-Kanal „World Wave Tour“ verfolgen, der die gesamte Veranstaltung in Echtzeit überträgt.

