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Schlafen auf 3.200 Metern: Teide-Schutzhütte öffnet wieder

Schlafen in den Sternen: Teide-Schutzhütte öffnet wieder

Mitten im Himmel schlafen, mehr als 3.200 Meter über dem Meeresspiegel – das ist auf Teneriffa wieder möglich. Die Schutzhütte Altavista am Teide nimmt ab dem 20. Juli 2026 ihren Betrieb wieder auf, nachdem umfassende Modernisierungen abgeschlossen sind. Das Ziel: die Anlage zu erneuern und ihre Umweltbelastung zu reduzieren.

Die höchste Berghütte Spaniens öffnet wieder

Die Unterkunft im Nationalpark Teide – die höchste Berghütte Spaniens und eine der höchsten Europas – war seit November 2019 geschlossen. In dieser Zeit hat die Naturschutzbehörde des Inselrats von Teneriffa (Cabildo) mehrere Projekte zur Verbesserung der Bausubstanz angestoßen, um die Hütte wieder auf die Landkarte der Wanderer zu setzen. Doch unter welchen Bedingungen kann man hier den Sternen so nah sein?

Reservierungssystem und gestaffelte Preise

Das Refugio Altavista öffnet seine Türen mit einem Vorab-Reservierungssystem, das den Zugang reguliert und einen nachhaltigen Betrieb der Anlage mitten im Teide-Nationalpark ermöglicht. Der allgemeine Übernachtungspreis für Nicht-Residenten beträgt 71 Euro pro Nacht. Einwohner Teneriffas zahlen hingegen nur 29 Euro – eine Vergünstigung, mit der der Inselrat den Bürgern den Zugang zu einem der markantesten Orte der Insel erleichtern will. Mitglieder von Bergsportvereinen, die nicht auf Teneriffa wohnhaft sind, erhalten einen ermäßigten Tarif von 56,80 Euro pro Nacht. Der Aufenthalt ist auf eine Nacht begrenzt, und alle Buchungen müssen vorab über die Plattform des Betreibers erfolgen.

Kapazität, medizinische Versorgung und extreme Bedingungen

Die Hütte bietet nun Platz für bis zu 49 Besucher des Teide-Nationalparks. Zwei Plätze sind für das Wachpersonal reserviert, und drei weitere stehen für die Krankenstation zur Verfügung, die sowohl Gästen als auch Nicht-Gästen offensteht. Aufgrund ihrer exponierten Lage auf über 3.200 Metern Höhe ist die Hütte extremen Wetterbedingungen ausgesetzt. Im Winter fallen die Temperaturen oft unter den Gefrierpunkt, und Windböen können Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde erreichen. Aus diesem Grund ist gut ausgebildetes und ausgerüstetes Personal unverzichtbar, um Wanderer im Notfall zu versorgen. Die Hütte verfügt über eine eigene Krankenstation und steht in direktem Kontakt mit den Notdiensten (112). Aufgrund der abgelegenen Lage ist sie mit den notwendigen Mitteln für Notfälle ausgestattet, darunter Material für die Wiederbelebung (CPR) und die Versorgung von Verbrennungen, Knochenbrüchen, Traumata und Blutungen.

Von der Steinmauer zur modernen Hütte: Eine Geschichte aus 170 Jahren

Die erste Schutzhütte auf dem Teide-Gipfel entstand 1856 auf Initiative des italienischen Astronomen Charles Piazzi Smyth. Während seiner Beobachtungen auf dem Gipfel Guajara erkannte er den dringenden Bedarf eines Unterschlupfs vor dem eisigen Wind. Er entschied sich für den Ort Altavista, nachdem er erfahren hatte, dass die Gegend von Inselbewohnern aufgesucht wurde, die in einer nahegelegenen Höhle Eis abbauten. Am 28. August 1856 zog er nach Altavista und stellte fest, dass der Ort die nötigen Voraussetzungen bot. Seine Begleiter begannen sofort, aus den vorhandenen Steinen Schutzwände für einen umschlossenen Raum zu errichten – 55 Meter lang, 1,20 Meter breit und 1,80 Meter hoch, unterteilt in mehrere Abteile.

1890 ließ der britische Fotograf, Philanthrop und Naturforscher Graham Toler auf den Überresten von Piazzi Smyths Bau eine neue Unterkunft errichten, um die hölzerne Hütte zu ersetzen und den Tourismus auf der Insel – insbesondere den Bergtourismus – zu fördern. Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1891 und wurden zwischen Winter 1892 und Frühjahr 1893 abgeschlossen. 1893 nahm die Hütte ihren Betrieb auf. Der Inselrat von Teneriffa übernahm die Hütte 1950. Nach mehreren Umbauten wurde das Refugio Altavista in seiner heutigen Form 1954 fertiggestellt, gefolgt von weiteren Renovierungen, insbesondere 1995 und 2007. 2019 musste die Hütte aufgrund ihres schlechten Zustands schließen.

Autark und umweltfreundlich: Die Modernisierung

Die jüngsten Arbeiten umfassten die Sanierung und Neugestaltung der Räume innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens, um die Funktionalität, Isolierung und Belüftung zu verbessern. Die Erneuerungen, insbesondere im Energiebereich, machen die Hütte nun völlig autark. Hochleistungs-Solarmodule mit einer Leistung von 59,5 kWp versorgen die Heizungs- und Kühlsysteme. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 161 kWh sichert die Stromversorgung für Heizung, Beleuchtung, Nebenanlagen und andere unverzichtbare elektronische Geräte – selbst an Tagen mit wenig Sonnenschein. Bisher waren viele Anlagen auf fossile Brennstoffe angewiesen, eine Einschränkung, die jahrelang bestand. Der Transport des Treibstoffs per Helikopter war nicht nur aufwändig und CO₂-intensiv, sondern störte auch die Tierwelt der Umgebung. Die neuen Systeme machen das Refugio Altavista nun in dieser Hinsicht vollkommen unabhängig. Ein weiteres ökologisches Problem der Vergangenheit war die Abwasserbehandlung. Die Installation einer modernen Kläranlage löst auch dieses Problem und trägt dazu bei, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf diese einzigartige Naturlandschaft zu minimieren.

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