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Gran Canaria Live Fest: Anwohner klagen und sammeln Geld für Klage

Lärm-Alarm in Siete Palmas: Anwohner wehren sich gegen Festival-Lärm

Bewohner des Stadtteils Siete Palmas in Las Palmas de Gran Canaria haben genug. Sie haben eine öffentliche Spendenaktion ins Leben gerufen, um rechtlich gegen das Gran Canaria Live Fest vorzugehen. Ihrer Ansicht nach wurden während des Festivals ihre Grundrechte massiv verletzt – insbesondere das Recht auf Ruhe, Gesundheitsschutz und die Unverletzlichkeit der Wohnung. Zudem kritisieren sie die ihrer Meinung nach willkürlichen Bewegungs- und Zugangsbeschränkungen zu ihren eigenen Häusern.

Vier Tage Ausnahmezustand im Estadio de Gran Canaria

Das Gran Canaria Live Fest fand vom 2. bis zum 5. Juli im Estadio de Gran Canaria statt. Nationale und internationale Top-Acts spielten vor Zehntausenden Besuchern. Das Problem: Das Stadion ist ein offenes Fußballstadion – und somit schalltechnisch eine einzige, große Lärmkulisse. Für die Anwohner der umliegenden Wohnblocks bedeutete das vier Tage und Nächte Ausnahmezustand.

Zu einer Versammlung am Mittwochabend entlang der Avenida Pintor Felo Monzón lud die Nachbarschaftsvereinigung der Urbanización Siete Palmas. Deren Vorsitzender David Rodríguez legte gemeinsam mit betroffenen Anwohnern und Vertretern der Eigentümergemeinschaften dar, welche Belastungen sie während der Konzerttage erdulden mussten. Rodríguez erinnerte daran, dass die ersten Bewohner ihre Wohnungen bereits Mitte der 1990er Jahre bezogen – während das Estadio de Gran Canaria erst am 8. Mai 2003 eröffnet wurde, und zwar hauptsächlich für Fußballspiele und Leichtathletik-Wettkämpfe. „Damals war weder die Idee eines mehrtägigen Festivals mit Konzerten bis in die frühen Morgenstunden üblich, noch war so etwas vorhersehbar“, betont Rodríguez. Der normale Lärm eines Fußballspiels sei mit der geballten, tagelangen Beschallung aus mehreren Konzerttagen samt Soundchecks überhaupt nicht vergleichbar.

Die Nachbarschaftsinitiative ist überzeugt: Die Länge des Festivals und die späten Uhrzeiten dienen einzig und allein dem Zweck, die Gewinne des Veranstalters zu maximieren. „Als die Leute hier ihre Wohnungen kauften, wussten sie zwar, dass ein Stadion kommen würde – aber das bedeutete keine stillschweigende Zustimmung zu einer solchen Grundrechtsverletzung, die sogar die spanische Verfassung schützt“, so Rodríguez. Er wies zudem auf international renommierte Festivals in Großstädten hin, die viel strengere Auflagen haben: Lollapalooza in Chicago etwa endet täglich um 22:00 Uhr. Beim Granca Live Fest 2026 hingegen waren Auftritte sogar um 0:15 Uhr angesetzt – und die angekündigten Endzeiten, so der Vorwurf, wurden nicht eingehalten. Für die Initiative ein klarer Beweis, dass ein Ausgleich zwischen Großevents und Anwohnerruhe durch angemessene Zeitlimits durchaus möglich ist.

Der Vertreter der Anwohner betont, dass man die wirtschaftliche und touristische Bedeutung des Festivals für die Stadt durchaus anerkenne. Doch ein Ende der Konzerte um Mitternacht herum – so argumentieren sie – würde den gleichen wirtschaftlichen Effekt haben, da der Großteil der Umsätze in den umliegenden Geschäften und Lokalen ohnehin vor dem Einlass in das Stadion stattfinde. Die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung sieht die Nachbarschaftsinitiative als gescheitert an. „Es gab in dieser Ausgabe praktisch keinen Dialog“, so der Vorwurf. Zudem habe man auf das Ansinnen, die Festival-Akten einzusehen, keine Antwort erhalten. Deshalb habe man nun beschlossen, die Unterstützung der Nachbarn für eine öffentliche Spendensammlung zu erbitten. Das Geld soll die Anwalts- und Verfahrenskosten decken, um die eigenen Rechte vor Gericht durchzusetzen. „Nachdem der institutionelle Dialog ausgeschöpft ist, bleibt uns nur der Rechtsweg“, erklärte die Vereinigung.

Die Initiative betont, dass die Spendenaktion auf Freiwilligkeit, Solidarität und Transparenz beruhe. Die Anwohner werden gebeten, einen kleinen Betrag auf das Konto der Nachbarschaftsvereinigung zu überweisen. Im Gegenzug verspricht der Vorstand, regelmäßig über den gesammelten Betrag und die Verwendung der Gelder zu informieren. Abschließend appellieren die Anwohner an die öffentlichen Verwaltungen: „Große Städte zeichnen sich nicht durch Monster-Festivals aus, sondern dadurch, dass diese mit dem Leben derer vereinbar sind, die dort wohnen – und dass die Bewohner das Gefühl haben, Teil davon zu sein.“

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