Neue Attraktion im Schatten des Drachenbaums: „Territorio Guanche“
Der Parque del Drago in Icod de los Vinos erweitert sein touristisches Angebot um eine faszinierende kulturelle Komponente. Die Initiative geht auf die Tourismusabteilung und die Stadtentwicklungsgesellschaft Icodtesa zurück, die von Gerardo Rizo geleitet werden. Das Herzstück ist ein neu geschaffener Ausstellungsraum, der die Lebensweise der kanarischen Ureinwohner, der Guanchen, detailliert nachstellt und damit die vorspanische Epoche der Gemeinde lebendig werden lässt.
Leben und Tod im alten Ycoden
Der Ausstellungsraum gewährt einen direkten Einblick in die Behausungen der Guanchen. Vor der Ankunft der Europäer gehörte das Gebiet zum Menceyato von Ycoden, einem der alten guanchischen Königsherrschaften auf Teneriffa. In dieser vulkanischen Landschaft fanden die Ureinwohner ideale Bedingungen vor: Sie ließen sich in Höhlen nieder, die sie an den Hängen von Schluchten und Klippen zu sicheren Rückzugsorten und Wohnstätten ausbauten. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Bestattungsriten. Die Guanchen glaubten an ein Leben nach dem Tod und behandelten ihre Verstorbenen mit größtem Respekt. Sie beherrschten fortgeschrittene Techniken der Einbalsamierung, wofür sie lokale Rohstoffe wie natürliche Harze und Tierfelle verwendeten.
Ein Film taucht in die Welt der Guanchen ein
Ergänzt wird die Schau durch einen eigens produzierten Film mit dem Titel „Icod de los Vinos, territorio guanche“. Geschaffen wurde er von dem in Icod geborenen Carlos Rodríguez. Der Film vertieft das Verständnis für die Geschichte und Kultur dieses indigenen Volkes und zeigt auf, welchen Einfluss die Guanchen auf das heutige Icod de los Vinos hatten. Der weltberühmte Drachenbaum von Icod de los Vinos, der schätzungsweise 800 Jahre alt ist, spielte in den guanchischen Glaubensvorstellungen eine zentrale Rolle. Für sie galt das Monument als heiliges Wesen, ein Symbol für Stärke, Schutz und ein langes Leben.

