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„Islas de Leyenda“: Neue Mythen-Kampagne der Kanaren

„Islas de Leyenda“: Kanarische Mythen neu erzählt

Die Kanarischen Inseln wollen nicht länger nur mit Sonne und Strand punkten. Mit einer internationalen Kampagne namens „Islas de Leyenda“ rücken sie nun ihr kulturelles und historisches Erbe in den Mittelpunkt – genauer gesagt das der Ureinwohner, der Guanchen. Das Herzstück der Aktion: sieben kurze Animationsfilme, die alte Legenden des Archipels in einem modernen und bildgewaltigen Gewand präsentieren.

Warum jetzt Mythen statt Meer?

Vorgestellt wurde die Kampagne von Jéssica de León, der zuständigen Ministerin für Tourismus und Beschäftigung, gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Tourismusbehörde, José Juan Lorenzo, sowie der Direktorin für Produktpromotion, Mónica Palacios. Auch der Soziologe und Journalist Yuri Millares war dabei – einer von drei Experten, die für die inhaltliche Genauigkeit der Filme bürgen. „Oft herrscht der Eindruck, wir würden nur Sonne und Strand vermarkten. Aber wir zeigen schon lange, dass das nicht stimmt“, erklärte De León. „Wir arbeiten weiter an dem, was uns einzigartig macht. Unsere Kultur und unser Erbe sind unsere starken Differenzierungsmerkmale in der ganzen Welt.“

Der Schritt kommt nicht von ungefähr. In Europa entfallen bereits 40 Prozent der touristischen Nachfrage auf Kulturreisen – und dieser Trend wächst. Die Zielgruppe ist erwachsen, zwischen 30 und 65 Jahre alt, verfügt über ein mittleres bis hohes Bildungsniveau und ist ausgesprochen interessiert an Geschichte, Handwerk, Gastronomie und der lokalen Kultur der bereisten Regionen.

Eine Kampagne mit Strategie

José Juan Lorenzo betonte, dass „Islas de Leyenda“ keine einmalige Aktion sei. „Sie ist das Ergebnis einer Entwicklung, die in einem Meilenstein gipfelt: der Aufnahme des Schutzes und der Erhaltung des Kulturerbes in den strategischen Plan ‚Canarias Destino 2025–2027‘. Damit eng verbunden ist ein weiterer großer, struktureller Fortschritt: die Bedeutung, die wir den Kanarischen Bürgern bei der Definition unseres Tourismusmodells einräumen.“

Sowohl Touristen als auch Einheimische zeigten ein wachsendes Interesse an der historischen und kulturellen Identität der Inseln. „Daher ist es unerlässlich, Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederbelebung unseres materiellen und immateriellen Erbes zu ergreifen – um die Essenz unseres Reiseziels zu erhalten und zu stärken“, so Lorenzo.

Sieben Inseln, sieben Legenden

Die Kampagne besteht aus sieben einminütigen Filmen, die auf zeitgenössischen Animationstechniken und einer visuell beeindruckenden Sprache beruhen. Jede Episode widmet sich einer anderen Legende einer der Kanarischen Inseln:

  • Der Garoé-Baum (El Hierro)
  • Der Dämon von Echeyde (Teneriffa)
  • Der Riese von Mahán (Fuerteventura)
  • Die Cuesta de Silva (Gran Canaria)
  • Gara und Jonay (La Gomera)
  • Die Prinzessin Ico (Lanzarote)
  • Die Mauer von Roberto (La Palma)

Authentisch, modern und international

Laut Mónica Palacios war von Anfang an klar: „Wir wollten keine konventionelle Werbekampagne, sondern Inhalte mit Eigenwert. Inhalte, die echtes Interesse wecken und Zielgruppen erreichen, die heute Kultur, Unterhaltung und visuelle Geschichten auf digitalen Plattformen konsumieren.“ Die Tourismusbehörde legte Wert darauf, die richtigen Geschichten zu identifizieren und sie so zu erzählen, dass sie sowohl lokal authentisch als auch international anschlussfähig sind. „Wir haben ein Gleichgewicht gesucht zwischen lokaler Authentizität und internationaler Strahlkraft. Deshalb haben wir Künstler aus dem Archipel und aus unseren wichtigsten Quellmärkten einbezogen.“

Beteiligt sind unter anderem die Illustratorinnen und Künstler Carla Garrido, Sara Herranz, Paulina Mocna, Ann Bahrs, Ciara Quilty-Harper, Nicolás Marsá und das Studio Dedo Ciego. Jeder Kurzfilm hat seine eigene Technik und Ästhetik, doch alle fügen sich in eine gemeinsame erzählerische Identität ein.

Musik und Sprache als Schlüssel

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Soundebene des Projekts. Die Originalmusik verwendet traditionelle Instrumente wie die „Pito Herreño“, eine typische Flöte von El Hierro. Für den spanischen Markt wird die Tonspur bewusst im kanarischen Akzent eingesprochen. Auch inhaltlich wurde großer Wert auf Genauigkeit gelegt: Die Tourismusbehörde holte den Journalisten und Soziologen Yuri Millares, die Archäologin und Historikerin Verónica Alberto sowie den promovierten Historiker Javier Velasco ins Boot, um eine respektvolle und fundierte Verbindung zur Mythologie und Identität der Inseln zu gewährleisten.

„Islas de Leyenda“ ist ab sofort auf den digitalen Kanälen der Kanarischen Inseln zu sehen – ein modernes, mutiges Projekt, das beweist: Die Kanaren können weit mehr als Strandurlaub.

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