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400 Wohnmobile legen Teneriffas Autobahn lahm

Wohnmobil-Konvoi legt Süden Teneriffas lahm

Rund 400 Wohnmobile und Camper haben am Samstagmorgen auf der Autobahn des Südens (TF-1) für einen kilometerlangen Stau gesorgt. Wer am späten Vormittag in Richtung Süden unterwegs war, bot sich ein ungewohntes Bild: eine endlose Schlange aus Freizeitfahrzeugen, die sich über die Autobahn schob. Organisiert hatte die Protestfahrt die Asociación Club Ecologista Costa Adeje-Tenerife (ACAT).

Gegen 13:00 Uhr war der Konvoi auf Höhe von Santa María del Mar in Richtung Santa Cruz unterwegs. Gestartet war er bereits um 11:00 Uhr an der Tankstelle El Gomero in Las Chafiras. Ziel der Aktion war es laut ACAT-Präsident Juan Martín, erneut auf die zunehmenden Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, mit denen Wohnmobilisten auf der Insel konfrontiert sind.

„Diskriminierende“ Regeln: Parkverbote und fehlende Entsorgung

Die Vorwürfe der Teilnehmer sind deutlich. Sie sehen sich mit einer Flut von Einschränkungen konfrontiert, die sie als diskriminierend bezeichnen. Dazu zählen unter anderem:

  • Parkverbote, die speziell Wohnmobile betreffen
  • Schilder, die die Zufahrt nur für Pkw erlauben
  • Höhenbeschränkungen, die Wohnmobile ausschließen
  • zeitliche Nutzungsbeschränkungen auf 24 Stunden
  • vor allem aber: das Fehlen von geeigneten Stationen zum Entleeren von Grau- und Schwarzwasser

Letzteres sei nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Gefahr für die Umwelt, betonte Martín. „Es ist etwas, das wir nicht wollen – erstens, weil es kontraproduktiv ist, und zweitens, weil es ein Angriff auf die Umwelt ist.“ Besonders auswärtige Wohnmobilisten, die weniger Bezug zur Insel hätten, würden ihre Abwässer dann oft dort entsorgen, wo es ihnen gerade passt. „Die Schuld bekommt dann die gesamte Gemeinschaft“, so der ACAT-Präsident.

„Sie wollen die Ziege nicht bei den Hörnern packen“

In Martín’s Augen wollen die Behörden das Problem nicht sehen oder nicht entschlossen angehen. „Anders gesagt: Sie wollen die Ziege nicht bei den Hörnern packen“, sagte er unter Anspielung auf eine typisch kanarische Redewendung. Man habe nicht nur Kritik geübt, sondern auch konkrete Lösungen vorgeschlagen – doch gehört werde man nicht.

Stattdessen würden die vorhandenen Parkflächen immer weiter verkleinert. Aktuell würden Parkplätze mit einer Breite von 1,8 Metern und einer Länge von 4,5 Metern markiert – ein Wohnmaß sei aber 2,2 Meter breit und 6 Meter lang. „Das ist diskriminierend, hässlich und gemein. Es ist eine Gemeinheit, was man uns als Wohnmobil-Gemeinschaft antut“, beklagte sich Martín.

Wohnmobil-Tourismus bringt Geld – und wird ignoriert

Der ACAT-Chef betonte auch die wirtschaftliche Bedeutung des Wohnmobil-Tourismus. Die Branche sorge für Einnahmen und belebe die lokale Wirtschaft. Er forderte Kritiker auf, „sich auf die Straße zu begeben, zu den Orten zu fahren, die Wohnmobile ansteuern, und den Einzelhandel zu fragen“. Als Beispiel nannte er Oroteanda und die Nacht vor der Protestaktion. „Die Tankstelle El Gomero war komplett leergekauft. Die Restaurants fragten uns, wann wir wiederkommen“, so Martín.

Schon 2024 gab es eine Großdemonstration

Bereits im Februar des vergangenen Jahres hatten Wohnmobilisten mit rund 350 Fahrzeugen auf den Hauptverkehrsadern der Insel protestiert. Die Aktion an diesem Samstag übertraf diese Zahlen leicht. Doch die Stimmung bleibt gedrückt: Trotz der Proteste habe sich die Situation nicht verbessert, sondern verschärft. Die Einschränkungen würden immer mehr zunehmen, so das Fazit der Organisatoren.

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