touristen entwurzeln rotschopf teide nationalpark

Touristen entwurzeln Rotschopf im Teide-Nationalpark

Verbotene Souvenirs: Pflanze und Stein im Kofferraum

Kaum haben sie ihre Arbeit aufgenommen, da wurden die neuen Wildhüter des Teide-Nationalparks auch schon fündig. Bei einer Kontrolle ertappten sie zwei Touristen, die sich eine endemische Pflanze und einen großen vulkanischen Felsbrocken aus dem Schutzgebiet angeeignet hatten. Für solche Mitbringsel ist der Eintritt ins Schutzgebiet jedoch nicht gedacht – das Entfernen von Pflanzen und Steinen ist im Park strengstens verboten.

Ein seltener Rotschopf als Beute

Bei der Pflanze handelt es sich um ein Tajinaste, genauer gesagt um das Rote Tajinaste (Echium wildpretii). Diese Pflanze ist eine der bekanntesten und repräsentativsten der heimischen Flora Teneriffas. Sie blüht nur in den Hochlagen der Insel und bildet einen imposanten, bis zu zwei Meter hohen Blütenstand aus Hunderten von kleinen, lanzettförmigen Blüten. Die beiden Urlauber – nach Angaben der Behörden deutsche Staatsbürger – hatten die Pflanze und den Stein im Kofferraum ihres Fahrzeugs versteckt. Die Beamten leiteten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, das mit einem Bußgeld von bis zu 1.500 Euro enden könnte.

Massive Aufstockung der Parkwächter

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen, nachdem die Überwachung im Teide-Nationalpark drastisch verstärkt worden war. Noch Mitte April patrouillierten lediglich zwei Parkwächter durch das Areal – heute sind es 27. 14 von ihnen sind Umweltbeamte der Inselregierung (Cabildo de Tenerife), die zum Teil frisch aus einer Auswahlprüfung kommen. Hinzu kommen 13 private Sicherheitskräfte, darunter die jetzt aktiven Wildhüter. Diese privaten Verstärkungen werden erst in zwei Wochen ihren 24-Stunden-Dienst aufnehmen, nachdem der Regierungsrat des Cabildo den entsprechenden Auftrag vergeben hat.

3,4 Millionen Euro für mehr Sicherheit

Die Inselregierung investiert insgesamt 3,4 Millionen Euro in den Ausbau der Kontrollmaßnahmen für das Aushängeschild der kanarischen Natur. Der Vertrag läuft über drei Jahre. Umweltdezernentin Blanca Pérez spricht von einem „Meilenstein“ für die Sicherheit des Parks. Der neue Dienst soll sich vor allem auf die Prävention und den Schutz des Nationalparks sowie auf stark frequentierte Aussichtspunkte wie Chipeque, Ayosa, Lomo del Retamar und Los Poleos konzentrieren – alles Orte, die unter der Überlastung durch Touristen leiden.

Von der Wildblume zum Fall fürs Ordnungsamt

Die Aufgabe der neuen Parkwächter ist klar definiert: schnelles Eingreifen bei Notfällen, Unfällen, Bränden und anderen Schadensfällen, Überwachung von Flächen innerhalb und außerhalb des Schutzgebiets sowie die Koordination von vorbeugenden Maßnahmen und Notfallplänen. Die Strafen für Vandalismus und unangebrachtes Verhalten in den Naturräumen Teneriffas können drastisch ausfallen – bei schweren Verstößen gegen die Umweltauflagen drohen im Teide-Nationalpark sogar Bußgelder von bis zu 600.000 Euro. In der Regel jedoch bewegen sich die Strafen für das Mitnehmen von Steinen oder Sand zwischen 600 und 1.500 Euro.

Eine Blume mit Zukunft

Die Tajinaste erlebt in diesem Frühjahr eine neue Blüte – im wahrsten Sinne des Wortes. Die „Blume der tausend Blüten“, das Rote Tajinaste des Teide, gilt als einer der Star-Endemiten der Inselflora und ist die größte Blume der Kanaren. Lange Zeit stand sie kurz vor dem Aussterben. Nun scheint die Art ihren Erhaltungsprozess erfolgreich abgeschlossen zu haben und zeigt wieder so viel Vitalität, dass ihre Zukunft als „gesichert“ gilt. Insgesamt beherbergt der Teide-Nationalpark 58 endemische Pflanzenarten – doch keine ist so eindrucksvoll wie dieser rote Riese.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link