Neue Bedenken gegen das Megaprojekt
Die Umweltschutzorganisation Turcón hat am Samstag Alarm geschlagen: Das laufende Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung für den „Plan de Modernización, Mejora e Incremento de la Competitividad Turística de El Veril“ im Süden Gran Canarias sei unzureichend. In diesem Gebiet plant die Loro Parque-Gruppe bekanntlich den Bau des Themenparks Siam Park. Die Organisation fordert, dass die geplante Bebauung dem Schutz des Natur- und Kulturerbes, der öffentlichen Wasserressourcen und der ökologischen Vernetzung der Schlucht (Barranco) untergeordnet wird. Neue Eingriffe, die die Umweltfunktion dieses Gebiets gefährden, müssten vermieden werden. Das Allgemeininteresse und das Prinzip des Umweltverschlechterungsverbots müssten Vorrang haben.
Neue Eingabe bei der Umweltkommission
Wie Turcón in einer am Samstag verbreiteten Mitteilung erklärt, hat die Organisation erneut eine Stellungnahme bei der Autonomen Kommission für Umweltverträglichkeitsprüfung der Kanarischen Regierung eingereicht. Der Grund: Das von der Kommission verabschiedete Scoping-Dokument, das die Anforderungen für das Projekt festlegt, gehe nicht ausreichend auf die Einwände ein, die Turcón bereits in der Phase der öffentlichen Anhörung und Konsultation vorgebracht hatte. Daher bleibe die Organisation bei all ihren zuvor formulierten Ablehnungen und lege nunmehr formell ihren Widerspruch dar.
„Wir müssen als offiziell Beteiligte anerkannt werden“
In dem neu eingereichten Schreiben fordert Turcón, dass ihr Status als offiziell am Verfahren beteiligte Organisation während aller Phasen des Prozesses anerkannt und bestätigt wird – gestützt auf das Umweltrecht und die Regelungen zur Bürgerbeteiligung. Dies solle ihre Legitimation stärken, in dem Verfahren mitzuwirken, in dem sie von Anfang an Partei ist.
Aus dem Freizeitpark wird ein riesiges Hotelareal
Die Organisation erinnert daran, dass die Raum- und Tourismusplanung Gran Canarias an Kriterien der ökologischen Nachhaltigkeit sowie an Transparenz und Bürgerbeteiligung gebunden sein müsse – insbesondere bei Projekten, die in besonders empfindlichen Gebieten das Landschaftsbild, das Territorium und das Naturerbe beeinträchtigen könnten. Turcón betont, dass die laufende Umweltprüfung zudem das wahre Ausmaß des geplanten Vorhabens offengelegt habe. Was zunächst unter dem Namen eines Themenparks präsentiert wurde, entpuppe sich nun als massive Hotellerie- und Beherbergungsnutzung. „Dies verändert die Dimension des Projekts und seine potenziellen Auswirkungen auf das Gebiet grundlegend“, unterstreicht die Organisation.
Maximale Sorgfalt gefordert
Für Turcón Ecologistas en Acción erfordert diese Neudefinition des Projekts höchste Sorgfalt bei der Umweltprüfung. Es müsse sichergestellt werden, dass das Verfahren transparent abläuft und die Bürgerinnen und Bürger den tatsächlichen Inhalt des Vorschlags klar erkennen können, bevor das Verfahren fortgesetzt wird. Die Umweltschützer betonen, dass der Barranco de El Veril in einem stark besiedelten und urbanisierten Umfeld im Süden Gran Canarias ein Gebiet mit hohem ökologischem Wert sei. Es sei daher unabdingbar, dass das Umweltprüfverfahren den Schutz des Natur- und Kulturerbes, der öffentlichen Wasserressourcen und der ökologischen Vernetzung der Schlucht garantiere. Das Ziel von Turcón ist es, sicherzustellen, dass alle Entscheidungen über die Zukunft von El Veril mit größtmöglicher ökologischer, rechtlicher und technischer Sorgfalt getroffen werden – unter vollständiger Wahrung der Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit und des Schutzes des Territoriums.

