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Nebel als Wasserquelle: Koreaner lernen von Kanaren

Südkoreanische Delegation auf Teneriffa: Lernen von der Nebelwasser-Innovation der Kanaren

Eine hochkarätige Delegation aus Südkorea hat die Einrichtungen des Kanarischen Instituts für Agrarforschung (ICIA) auf Teneriffa besucht. Ziel des Treffens war es, sich aus erster Hand über die Fortschritte des Projekts ‚Life Nieblas‘ zu informieren – eine bahnbrechende Initiative zur Gewinnung von Wasser aus der Atmosphäre, die die Kanarischen Inseln auf die strategische Landkarte im globalen Kampf gegen die Wüstenbildung katapultiert.

Spitzenforscher aus Asien zu Gast auf den Kanaren

Die asiatische Abordnung wurde von Narvay Quintero, dem kanarischen Minister für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität, empfangen. Begleitet wurde er von der ICIA-Direktorin Janira Gutiérrez Peraza, dem Projektkoordinator Carlos Regalado und dem Professor der Universität La Laguna, Axel Ritter. Auf südkoreanischer Seite beteiligten sich Experten des National Disaster Management Research Institute (NDMI), das auf Katastrophenmanagement spezialisiert ist, sowie des Korea Research Institute for Human Settlements (KRIHS), das sich mit Raumordnung befasst. Zudem war ein Führungskraft aus dem Privatsektor vertreten.

Wie funktioniert ‚Life Nieblas‘? Ein System ohne Energieverbrauch

Das im Jahr 2020 gestartete und von der Europäischen Union finanzierte Projekt ‚Life Nieblas‘ lässt sich direkt von der Natur der Inseln inspirieren. Konkret nutzt es die Fähigkeit von Lorbeerwald-Arten wie der Baumheide, Luftfeuchtigkeit aufzunehmen. Das System besteht aus dreidimensionalen Strukturen mit vertikalen Filamenten, die die Nebeltropfen einfangen. Das Wasser fließt dann durch die Schwerkraft in Sammelbehälter – und das vollständig autonom und ohne jeglichen Energieaufwand.

Beeindruckende Erfolgsbilanz: Zahlen und Fakten aus Gran Canaria

Während des Treffens betonte Minister Narvay Quintero, dass das Projekt bereits erfolgreich in Gebieten getestet wurde, die durch Brände oder Abholzung geschädigt wurden – und das nicht nur auf den Kanaren, sondern auch in Katalonien und Portugal. Besonders herausragend sind die Ergebnisse auf Gran Canaria:

  • 120.000 Liter Wasser, die während der Testphase aufgefangen wurden.
  • 35 Hektar wiederaufgeforstete Fläche in Regionen, die stark von Dürre betroffen sind.
  • 15.000 gepflanzte Bäume mit einer Überlebensrate von 86 Prozent – ein Wert, der deutlich über den Ergebnissen traditioneller Wiederaufforstungsmethoden liegt.
  • 175 Tonnen CO2 pro Jahr, die dank des neu entstandenen Waldbestands gebunden werden können.

Hightech vor Ort: Vom Windkanal bis zum Feldversuch in Anaga

Das Programm der südkoreanischen Delegation umfasste eine intensive technische Besichtigung der ICIA-Labore auf Teneriffa. Die Wissenschaftler begutachteten den Windkanal des hydraulischen Labors – eine hochmoderne Einrichtung, die entscheidend für die Optimierung der Aerodynamik und Effizienz der Nebelfänger war. Anschließend reiste die Gruppe weiter nach Taborno im Gebirgsmassiv Anaga, um die hydrometeorologische Messstation des Instituts zu besichtigen. Dort überwacht die Abteilung für Pflanzenproduktion die Bodenphysik, hydrologische Prozesse und die Echtzeit-Datenerfassung. Dies unterstreicht das immense Potenzial dieser kanarischen Technologie für eine internationale Anwendung.

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