Tourismus auf den Kanaren: Winter 2026 bricht alle Rekorde
Es gibt keine Anzeichen einer Abkühlung, keine Trendwende in den Statistiken. Der Tourismus auf den Kanarischen Inseln hat noch immer nicht seinen Zenit erreicht und wächst unaufhaltsam weiter. Der Archipel schloss das erste Quartal 2026 mit historischen Höchstwerten bei den internationalen Besucherzahlen und den Tourismuseinnahmen ab – angetrieben durch einen Monat März, der sämtliche bisherigen Rekorde seit der Entstehung der Branche in den 1970er Jahren pulverisierte.
März 2026: Der stärkste Monat der Tourismusgeschichte
Die vom spanischen Statistikamt INE veröffentlichten Erhebungen zu den touristischen Grenzbewegungen (Frontur) und zur Tourismusausgaben (Egatur) zeigen: Die Kanaren beenden einen historischen Winter und bleiben Spaniens meistbesuchte Region. Die Daten des ersten Quartals zeichnen insgesamt ein positives Bild, doch die Analyse des Monats März ist überwältigend. Die Kanaren dominieren in sämtlichen Kennzahlen.
Der dritte Monat des Jahres ist – bislang – der Monat mit den meisten internationalen Touristen und den höchsten Einnahmen aller Zeiten. Der Archipel empfing 1,5 Millionen ausländische Urlauber, die insgesamt 2.478,87 Millionen Euro ausgaben. Der März war innerhalb der touristischen Hochsaison auf den Inseln stets der zugkräftigste Monat. 2026 gab es dabei keine Überraschungen: Der dritte Monat des Jahres behauptete diese Spitzenposition und baute sein Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter aus. Die Zahl der Touristen stieg um 0,4 Prozent gegenüber 2025, die Ausgaben legten um 2,3 Prozent zu.
Ein Jahrzehnt des Wachstums: Vergleich mit 2016
Um den Aufschwung der Branche zu verstehen, genügt ein Blick zurück. Vor zehn Jahren gab der März ebenfalls den Takt der Branche vor. 2016 kamen im letzten Monat des ersten Quartals 1,2 Millionen ausländische Besucher auf den Archipel. Heute sind die Zahlen um fast 30 Prozent gestiegen und übersteigen die Marke von 1,5 Millionen. Noch deutlicher ist der Sprung bei den Ausgaben der Urlauber. Im März 2016 belief sich das Gesamtausgabenvolumen auf 1.368,60 Millionen Euro. Zehn Jahre später liegt es bei über 2.478 Millionen Euro – das entspricht einem Wachstum von mehr als 80 Prozent. Diese Entwicklung passt zur Strategie der letzten Jahre, das Modell stärker auf einen Besucher mit höherer Ausgabenbereitschaft auszurichten, statt auf ein unkontrolliertes Mengenwachstum zu setzen.
Pro-Kopf-Ausgaben und Aufenthaltsdauer: Der Gast gibt mehr aus
Nicht nur die Zahl der Passagiere und das Gesamtausgabenvolumen sind Indikatoren für die gute Gesundheit der Branche. Auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Person sprechen eine klare Sprache: Im März erreichten sie 1.587 Euro – ein Plus von 1,89 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die durchschnittlichen Tagesausgaben blieben mit 185 Euro stabil (wie 2025), während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 8,4 Tagen im März des Vorjahres auf 8,56 Tage in diesem Jahr anstieg.
Betrachtet man das gesamte Quartal, bestätigen die Daten die Stärke des Reiseziels. Zwischen Januar und März empfingen die Kanaren 4,48 Millionen internationale Touristen – ein Plus von 2,76 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 6.941,45 Millionen Euro, ein Anstieg um 1,42 Prozent. Eine detailliertere Betrachtung des Quartals offenbart jedoch einige Nuancen: Die durchschnittlichen Ausgaben pro Person sinken leicht, von 1.569 Euro im Jahr 2025 auf 1.549 Euro im Jahr 2026, und auch die durchschnittliche Reisedauer verkürzt sich. Gleichzeitig steigen die täglichen Ausgaben pro Besucher auf 192 Euro – gegenüber 183 Euro im Vorjahr. Das untermauert den Trend eines Touristen, der seine Ausgaben bei etwas kürzeren Aufenthalten stärker konzentriert.
Spitzenreiter in Spanien: Kanaren vor Katalonien und Andalusien
Im Vergleich zu den anderen autonomen Gemeinschaften Spaniens führen die Kanaren nicht nur ihre eigenen Rekorde an, sondern bleiben auch an der Spitze des Landes. Im März konzentrierte sich hier 22,94 Prozent aller internationalen Touristen, die nach Spanien kamen – vor Katalonien und Andalusien. Diese Führungsposition spiegelt sich auch bei den Ausgaben wider: 25,8 Prozent des gesamten nationalen Ausgabenvolumens entfielen auf die Kanaren, weit vor den übrigen Reisezielen. Dieser Trend setzt sich im kumulierten Jahreswert fort: Die Kanaren führen das Ranking der Tourismuseinnahmen im ersten Quartal mit 27,7 Prozent des nationalen Gesamtvolumens an, gefolgt von Katalonien und der Autonomen Gemeinschaft Madrid.
Geopolitische Krisen bremsen den Boom (noch) nicht
Das instabile internationale Umfeld macht sich bislang nicht in den Zahlen bemerkbar. Weder die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, noch der Druck auf die Luftverkehrskosten durch gestiegene Kerosinpreise, noch die wirtschaftliche Unsicherheit, die solche Ereignisse oft begleitet, haben bisher die Ankunft von Touristen oder das Ausgabenvolumen auf den Kanaren gebremst. Die Branche läuft weiterhin auf Autopilot, gestützt auf Buchungen, die oft Monate im Voraus getätigt wurden. Wie es im weiteren Jahresverlauf aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die Sommersaison wird zeigen, ob dieses Klima der Unsicherheit letztlich die Reiseentscheidungen und die Geldbörsen der Urlauber beeinflusst.
Spanien insgesamt mit positivem Quartal – Briten und Deutsche führen
Im gesamten Land schloss das erste Quartal ebenfalls positiv ab. Spanien empfing mehr als 17,5 Millionen internationale Touristen – 2,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Die Gesamtausgaben erreichten 25.017 Millionen Euro, ein Anstieg von 6,3 Prozent. Das Ministerium für Industrie und Tourismus betont, dass sich ein Trend verfestigt, bei dem das Ausgabenwachstum über dem Anstieg der Ankunftszahlen liegt. An der Herkunftsverteilung der Reisenden hat sich kaum etwas geändert. Großbritannien bleibt der große touristische Motor mit knapp 3,2 Millionen Besuchern im ersten Quartal und einem Wachstum von 2,3 Prozent. Deutschland behauptet mit 2,1 Millionen Touristen und einem moderateren Plus von 1,2 Prozent den zweiten Platz, während Frankreich die Tendenz durchbricht: Mit einem Rückgang von 5,9 Prozent liegt es knapp über der Zwei-Millionen-Marke. Dieses Muster wiederholt sich bei den Ausgaben: Der britische Markt steuert weiterhin den größten Anteil bei – 14,7 Prozent des Gesamtausgabenvolumens – gefolgt von Deutschland mit 12 Prozent und den nordischen Ländern mit 7,7 Prozent. Diese Verteilung unterstreicht die Bedeutung der traditionellen Märkte für die Stabilität der Branche.

