Sommer 2026: Ferienwohnungen auf den Kanaren werden deutlich teurer
Wer diesen Sommer eine Ferienwohnung in Strandnähe auf den Kanarischen Inseln sucht, muss mit saftigen Preissteigerungen rechnen. Die Kosten für eine Wochenmiete sind im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 80 Euro gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Tecnitasa-Gruppe hervor, der die wöchentlichen Mietpreise in den wichtigsten Küstenregionen Spaniens analysiert.
Zwischen 775 und 1.100 Euro: Die Preisspanne auf den Hauptinseln
In den touristischen Hauptzonen von Gran Canaria und Teneriffa liegen die wöchentlichen Mietpreise für Apartments mittlerweile zwischen 775 und 1.100 Euro. Die Dynamik auf den Inseln hat dabei eine eigene Note, die stark vom hohen Stellenwert des Tourismus in der kanarischen Wirtschaft und dessen direkter Auswirkung auf den Ferienwohnungsmarkt geprägt ist.
Erste Anzeichen einer Abkühlung im Tourismussektor
Nach mehreren Jahren mit kontinuierlichem Wachstum zeigt der Sektor nun erste Bremsspuren. So verzeichnete man im April einen Rückgang der Touristenankünfte um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die touristischen Ausgaben um 6,8 Prozent sanken. Einen derart deutlichen Rückgang hatte man zuletzt 2019 gesehen – abgesehen von den Jahren der Corona-Pandemie. Dieser Trend steht im Gegensatz zur Stabilität oder sogar zum Wachstum, das in anderen spanischen Regionen zu beobachten war. Diese Trendwende hilft, den anhaltenden Preisdruck auf dem Ferienwohnungsmarkt in den wichtigsten Küstenregionen des Archipels einzuordnen.
Gran Canaria: Von bezahlbar bis exklusiv
Betrachtet man die Inseln im Detail, zeigen sich je nach Lage und Insel feine Unterschiede. Der Bericht konzentriert sich auf Gran Canaria und Teneriffa. Auf Gran Canaria liegen die Preise für eine 35-Quadratmeter-Wohnung in Playa del Inglés bei 800 Euro pro Woche. Deutlich teurer wird es in Mogán, wo eine 70-Quadratmeter-Wohnung stolze 1.100 Euro kostet, genau wie eine 40-Quadratmeter-Wohnung in San Agustín. In Las Canteras, einem der begehrtesten urbanen Küstenabschnitte der Hauptstadt mit hohem Wohn- und Touristendruck, schlägt eine 40-Quadratmeter-Wohnung mit rund 850 Euro pro Woche zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 40 bis 85 Euro pro Woche, was prozentual zwischen 5 und 8 Prozent liegt. Playa del Inglés bleibt im Süden der Insel eine der vergleichsweise günstigeren Optionen, während sich Mogán und San Agustín als die teuersten Zonen der Insel etablieren – ein klares Zeichen für ihre hohe Nachfrage und Positionierung als Top-Sonnen- und Strandziele.
Teneriffa: Süd hoch, Nord günstiger
Auf Teneriffa bewegt sich die Preisspanne in etwas engeren, aber dennoch hohen Bereichen. Eine 50-Quadratmeter-Wohnung in Costa Adeje kostet 1.000 Euro pro Woche, während in Playa de Los Cristianos rund 950 Euro fällig werden. Deutlich günstiger ist es im Norden der Insel: In Puerto de la Cruz sinkt der Preis auf 775 Euro pro Woche – der günstigste Wert in der gesamten untersuchten Stichprobe. Das unterstreicht die unterschiedliche touristische Ausrichtung der Inselregionen. Die Preissteigerungen fallen hier mit 30 bis 55 Euro pro Woche im Vergleich zum Sommer 2025 moderater aus und liegen unter 5 Prozent.
Die Kanaren im bundesweiten Vergleich
Blickt man auf das gesamte spanische Festland, sind die größten Preissprünge in diesem Sommer in Granada, Castellón, Cádiz, Alicante, Valencia, Murcia und Tarragona zu verzeichnen, wo die wöchentlichen Küstenmieten um über 8 Prozent gestiegen sind. In einer zweiten Gruppe, zu der auch die Kanarischen Inseln als Ganzes zählen, liegen Barcelona, Almería, Las Palmas, Vizcaya, Girona, Balearen und Gipuzkoa mit Steigerungen zwischen 5 und 8 Prozent. Am unteren Ende der Skala, in A Coruña, Santa Cruz de Tenerife sowie den Provinzen Lugo, Pontevedra und Huelva, liegen die Zuwächse unter 5 Prozent. In Asturien, Kantabrien und Málaga sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

