Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Kanarische Hotels trotzen dem Abwärtstrend
Die Hotelbranche auf den Kanarischen Inseln spürt in diesem Sommer nicht die leichte Abkühlung, die der Tourismussektor nach der Karwoche erlebt hat. Im Gegenteil: Die Hotels gewinnen weiterhin Gäste – sowohl aus Spanien als auch aus dem Ausland. Allerdings verkürzen die spanischen Urlauber die Dauer ihrer Reisen, was das Volumen der von ihnen gebuchten Übernachtungen sinken lässt.
Dieser Rückgang bei einem der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit der Branche ist jedoch nur teilweise spürbar, denn das starke internationale Geschäft sorgt für einen globalen Anstieg von 2,4 Prozent. Wenn die Nachfrage nicht ausbleibt, schwinden auch die Gründe, das Angebot zu begrenzen.
5 Prozent mehr Gäste: Die Zahlen im Detail
Im Juli empfingen die Hotels des Archipels 1.058.995 Besucher – das sind 50.965 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres, wie die Hotelbelegungsstatistik (Encuesta de ocupación hotelera) des Nationalen Statistikinstituts (INE) zeigt. Dieser Anstieg von 5 Prozent verteilt sich auf 611 geöffnete Hotels in ganz Kanarien. Allein in den letzten zwölf Monaten wurden 39 neue Hotels eröffnet oder wieder in Betrieb genommen.
Die Zahl der verfügbaren Betten (nur in Hotels) stieg um 10.353 – ein relatives Wachstum von 4 Prozent im Jahresvergleich. Besonders dynamisch entwickelte sich die Provinz Santa Cruz de Tenerife mit einem Zuwachs von 7.064 Betten, während in der Provinz Las Palmas 3.289 neue Betten auf den Markt kamen.
Arbeitsmarkt profitiert: 4.722 neue Jobs
Die Ausweitung der Hotelkapazitäten schlägt sich auch in der Beschäftigung nieder: 4.722 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Insgesamt beschäftigen die Hotels der Inseln derzeit 63.822 Mitarbeiter – 8 Prozent mehr als zu Beginn des Vorjahres. Zusammen mit dem Gastgewerbe, dem Handel und einigen öffentlichen Dienstleistungen bildet dieser Sektor das Fundament für die anhaltend gute Verfassung des Arbeitsmarktes in der Autonomen Gemeinschaft.
Inflationsdruck und Zinsangst: Die Bedrohung im Hintergrund
Die Gefahr einer zweiten Inflationswelle, ausgelöst durch die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, belastet die Haushaltskassen vieler Familien. Diese Entwicklung führt zu einer gewissen Zurückhaltung im Reiseverhalten – auch wenn die Hotels das bislang noch nicht zu spüren bekommen.
Alle Analysten rechnen bereits mit einer erneuten Zinsanhebung nach den Sommerferien. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung im September die Leitzinsen erhöhen, hätten europäische Reisende mit variablen Hypotheken spürbar weniger Geld zur Verfügung, sobald ihre Kredite angepasst werden. Mit dieser Zinserhöhung wollen die Notenbanken der Teuerung entgegenwirken, die ohnehin schon die Kaufkraft der Familien schwächt.
So sehr Erlebnisse – und dazu zählen Reisen – seit der Pandemie in der Prioritätenliste der Haushalte nach oben gerückt sind: Irgendwann macht die kontinuierliche Preissteigerung es unmöglich, sich Urlaub fernab der Heimat zu leisten. Oder sie zwingt dazu, den Aufenthalt am Zielort zu verkürzen – genau das passiert derzeit in einer beträchtlichen Zahl von Fällen.
Aufenthaltsdauer sinkt: 6,4 Tage im Durchschnitt
Im Juli dieses Jahres lag die durchschnittliche Verweildauer der Gäste in den Kanaren-Hotels bei 6,40 Tagen – ein Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber Juli 2025. Dieser Wert fällt deutlich stärker aus als der gesamtspanische Durchschnitt, der lediglich ein Minus von 0,9 Prozent verzeichnete. Nur die steigende Zahl der Gäste hält die Übernachtungskurve der Hotels noch im Aufwärtstrend.
Die östliche Provinz beherbergt ihre Gäste am längsten: Fuerteventura führt mit 7,47 Tagen, gefolgt von Lanzarote (7,10) und dem Süden Gran Canarias (7,04). Nur in diesen Regionen erreichen die Reisen die Durchschnittsdauer von einer Woche. Der Süden Teneriffas bleibt mit 6,53 Tagen darunter, während der Rest der westlichen Inseln nicht einmal den sechsten Tag erreicht.
Sanfte Landung statt Rekordjagd
Die Grenzstatistik Frontur zeigte bereits im Juni – dem letzten Monat, für den Daten vorliegen – einen Verlust von 17.571 Besuchern (minus 1,3 Prozent). Es war der dritte Monat in Folge, der diese sanfte Landung widerspiegelte, vor der die Branche gewarnt hatte. Dieser Rückgang könnte sich jedoch als Segen erweisen: Das ständige Brechen von Rekorden bei den Ankünften hatte die Befürchtung genährt, dass man sich dem Limit nähert.
Die Tourismusausgabenstatistik (Egatur) bezifferte den Umsatz der gesamten Branche – nicht nur der Hotels – in der ersten Jahreshälfte auf 11,853 Milliarden Euro, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Möglich wurde dies nicht zuletzt durch die in den letzten Jahren ausgehandelten Vertragserhöhungen. Den Trend untermauert die Inflation, die sich auch in den Unterkunftspreisen niederschlägt.
Blick nach vorn: Weniger, aber zahlungskräftigere Gäste
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten der Hotelbelegungsstatistik zeigen, dass diese Art der Unterkunft derzeit von der Kundenflucht verschont bleibt. Die Zukunft des Tourismusgeschäfts wird durch die Strategie bestimmt, weniger Besucher zu empfangen, die jedoch über eine höhere Kaufkraft verfügen. Zumindest im Juli bewegte sich die Entwicklung in den Hotels der Autonomen Gemeinschaft genau in diese Richtung.
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