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Kanaren steigen in den Olymp der Luxusimmobilien auf

Kanaren steigen in den Olymp der Luxusimmobilien auf

Die Kanarischen Inseln haben den Olymp des Luxusimmobilienmarktes erklommen. Nach mehreren Jahren, in denen sie in diesem Segment herausstachen, hat sich der Archipel zur dritten autonomen Gemeinschaft Spaniens mit dem höchsten Anteil an Luxusimmobilienkäufen entwickelt. Nur die beiden wichtigsten Luxusdestinationen des Landes liegen noch vorne: die Balearen und Madrid. Die Kanaren haben damit andere Regionen überholt, die früher in diesem Markt ein größeres Gewicht hatten, wie etwa die Costa del Sol. Heute werden auf den Inseln zwölf von hundert Immobilientransaktionen über einer Million Euro abgeschlossen. Diese Daten hat kürzlich The Simple Rent – ein auf das High-End-Segment spezialisiertes Immobiliennetzwerk – in einem Bericht veröffentlicht, der den Premium-Markt auf nationaler Ebene detailliert analysiert. Es handelt sich um eine Landkarte der Luxusimmobilienaktivität, auf der der Archipel stetig an Boden gewinnt.

Ein konsolidierter Markt mit Wachstumspotenzial

In dem Bericht von The Simple Rent erscheinen die Kanaren bereits als ein konsolidierter Markt, nicht mehr als aufstrebende Destination. Es ist jedoch ein Markt, der noch immer eine beträchtliche Zugkraft und Wachstumsfähigkeit besitzt. Der Quadratmeterpreis in dieser Nische liegt auf den Inseln bei rund 3.200 Euro. Wenig überraschend ist, dass die überwältigende Mehrheit der Käufer Ausländer sind. Doch welche Faktoren treiben den Luxusimmobilienmarkt auf den Inseln eigentlich an?

Internationale Nachfrage als Haupttreiber

Einer der Hauptgründe ist die Nachfrage internationaler Käufer. Der Archipel war traditionell eine Region, in der Käufe durch internationale Investoren ein größeres Gewicht haben. Der Erwerb von Wohnimmobilien durch ausländische Bevölkerung machte im zweiten Quartal 2025 laut dem letzten Bericht des spanischen Registergerichtskollegiums 29,9 % des Gesamtvolumens aus. Verglichen mit dem spanischen Durchschnitt von 14,1 % verdoppelt sich dieser Wert auf den Kanaren. Es handelt sich um Kunden mit einer höheren Kaufkraft, die nicht nur die Preise in der gesamten Immobilienwertskala nach oben treiben, sondern auch eher Zugang zu solchen Objekten haben. Aufgrund der steigenden Nachfrage werden diese Luxusimmobilien in der Region auch immer zahlreicher.

Klima, Remote Work und vergleichsweise moderate Preise

Die Stärkung der Remote-Arbeit, insbesondere im Ausland, ermöglicht es zudem digitalen Nomaden mit hohen Gehältern, Immobilien auf dem Archipel zu erwerben, um hier lange Aufenthalte zu verbringen. Ein weiterer Faktor, der die Verkäufe ankurbelt, ist derselbe, der jedes Jahr Millionen von Touristen auf die Kanaren lockt: das Klima. Das gute Wetter in den Wintermonaten – auch wenn diese Saison kälter und regnerischer als gewöhnlich war oder dies zumindest der allgemeine Eindruck ist – eine im Vergleich zum restlichen europäischen Kontinent mildere Witterung zieht viele potenzielle Käufer an. Schließlich gibt es einen letzten, ebenso wichtigen Faktor: Die Preise auf dem Luxusmarkt der Inseln, obwohl für die durchschnittliche lokale Kaufkraft hoch, sind nicht mit denen in anderen europäischen Luxusimmobilien-Mekkas wie den Balearen vergleichbar.

Auswirkungen des Golden-Visa-Endes und aktuelle Debatten

Spezialisierte Unternehmen im Luxussegment sind sich einig, dass die Nachfrage in diesem Markt weiterhin hoch ist, auch wenn sie zum Jahresbeginn 2026 nicht mehr die gleiche Dynamik hat wie in den Jahren vor der Pandemie, als der Sektor einen echten Boom erlebte. Allerdings wurde der Markt nicht durch die Abschaffung der Goldenen Visa beeinträchtigt. Dieser Mechanismus ermöglichte es bis vor kurzem vermögenden Personen von außerhalb der Europäischen Union (EU), durch eine Immobilieninvestition von mindestens 500.000 Euro eine Aufenthaltserlaubnis für Spanien zu erhalten. Eine Regelung, die von 1.784 ausländischen Millionären auf den Kanaren im Laufe der zehn Jahre ihres Bestehens genutzt wurde, um legal in Spanien leben zu können. Die Regierung von Pedro Sánchez kündigte jedoch 2024 das Ende dieser „Goldenen Visa“ an, die zunehmend in die Kritik gerieten, als die Immobilienpreise im ganzen Land immer weiter stiegen und der Zugang zu Wohnraum für die meisten Bürger zu einem Hindernislauf wurde.

Auf den Kanaren ist die Debatte über eine Beschränkung des Wohnungskaufs für Ausländer weiterhin aktuell. Die Regionalregierung versucht, von der Europäischen Union eine Sondergenehmigung zu erhalten, um den Erwerb von Immobilien durch internationale Bürger auf dem Archipel einzuschränken. Das Ziel der Landesregierung ist es, den Preisanstieg abzumildern, der dadurch entsteht, dass auf dem kanarischen Immobilienmarkt Käufer mit einer Kaufkraft aktiv sind, die sich stark von der der überwiegenden Mehrheit der Inselbewohner unterscheidet. Allerdings haben Immobilienexperten bereits darauf hingewiesen, dass diese Beschränkung zumindest im Luxussegment keine allzu große Auswirkung auf die Verbesserung des Wohnungszugangs für Residenten hätte, da es sich um zwei voneinander getrennte Märkte handelt.

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