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Aura farmen: Neuer Viral-Trend erobert die Kanaren

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Vom Bildschirm auf den Platz

Die heutige Populärkultur wird maßgeblich von viralen Phänomenen aus dem digitalen Ökosystem gespeist. Ein großer Teil des alltäglichen Lebens spielt sich inzwischen im Internet ab – der Agora des 21. Jahrhunderts. Der neueste Trend, der Jugendliche begeistert, hat jedoch die sozialen Netzwerke verlassen und ist auf die Plätze und in die Parks Spaniens umgezogen: die sogenannten „Aura farmen“-Battles. Bei diesen Wettbewerben imitieren die Teilnehmer Posen, Gesten und Tänze aus Memes oder Videospielen, um ihr Charisma und Selbstbewusstsein unter Beweis zu stellen.

Premiere auf Teneriffa

Die erste Veranstaltung dieser Art auf den Kanarischen Inseln fand am vergangenen Wochenende in San Cristóbal de La Laguna statt – genauer gesagt im als „Cuadrilátero“ bekannten Kneipenviertel. Mehr als hundert Neugierige aller Altersgruppen versammelten sich, um das Spektakel zu verfolgen. Auf Gran Canaria sind bereits zwei weitere Termine geplant: am kommenden Samstag, den 29. August, in Las Palmas de Gran Canaria und in Vecindario.

Dieser neue Trend, der bereits in Ländern wie Mexiko oder Brasilien große Erfolge feiert, ist eng mit der Welt der Videospiele und sozialen Medien verbunden. Der Begriff „farmen“, ursprünglich aus der Gaming-Szene, bezeichnet das wiederholte Anhäufen einer bestimmten Ressource. In Spielen wie League of Legends sammeln Figuren etwa Erfahrungspunkte oder Gold, um stärker zu werden und neue Gegenstände zu kaufen. Genau dieses Prinzip wird nun auf das „Aura“ übertragen – ein Begriff, der für Charisma, Stil, Präsenz und Selbstsicherheit in einer bestimmten Situation steht.

Was bedeutet „Aura farmen“?

Die Logik dahinter: Wenn jemand vor einer Menschenmenge einen perfekten Salto zeigt, würde ein junger Mensch wohl sagen, die Person habe „+1000 Aura“ gewonnen. Stolpert die Person jedoch und fällt hin, dreht sich das Vorzeichen ins Negative – oder das Wort „Aura“ wird durch „Laura“, ihr Gegenteil, ersetzt. Bei einer Battle treten zwei oder mehr Teilnehmer in einem Kreis aus Zuschauern gegeneinander an. Jeder versucht, Gesten, Tanzschritte oder populäre Memes aneinanderzureihen, um den Applaus und die Begeisterung des Publikums – oder manchmal einer vorher bestimmten Jury – zu gewinnen. Gemessen wird das Charisma der Jugendlichen anhand ihrer Kenntnis und Ausführung von im Internet beliebten Posen und Aktionen.

Beispiele für solche Aktionen sind unter anderem der „Six Seven“, ein Ausdruck mit einer Armbewegung, die in den sozialen Medien so populär ist, dass sogar Papst Leo XIV. sie während seines Madrid-Besuchs zeigte. Oder das „Mewing“, eine Geste, bei der man den Kiefer betont und mit dem Finger vom Ohr bis zum Kinn entlangfährt. Auch „Sigma“-Posen sind gefragt – ein Begriff für eine unabhängige Persönlichkeit, die sich um die Meinung der Gesellschaft nicht schert – sowie Tänze aus Fortnite, einem der weltweit beliebtesten Videospiele, das eine Vielzahl an Tänzen und Gesten aus der aktuellen Popkultur integriert hat.

Stimmungsvolle Premiere in La Laguna

Samuel Ramírez war einer der Teilnehmer der Battle in San Cristóbal de La Laguna. Die große Menschenmenge vor den Bars an der Plaza Víctor Zurita Soler war eine angenehme Überraschung und sorgte bei dem jungen Mann keineswegs für Nervosität – im Gegenteil: Sie steigerte den Spaß für ihn und die anderen Teilnehmer. „Die Battle war der Wahnsinn, ich hatte mich riesig darauf gefreut. Die Stimmung war spektakulär: Ich hatte schon befürchtet, dass etwas passieren könnte, vielleicht eine Schlägerei oder Ähnliches, wegen der Gegend, aber wir haben einfach eine Weile Blödsinn gemacht und es war großartig“, erklärt der junge Mann. Er betont außerdem, dass er bei dieser Aktivität neue Leute kennengelernt hat, obwohl er erst seit Kurzem auf der Insel lebt.

Geteilte Meinungen, große Pläne

Die Reaktionen auf das Phänomen folgen im Allgemeinen zwei Denkschulen. Auf der einen Seite gibt es viele, die es nicht verstehen und die Frage aufwerfen, wie die Jugend von heute ihre Zeit verbringt – zu viele Stunden vor den Bildschirmen. Auf der anderen Seite gibt es jene, die es begrüßen, dass junge Menschen soziale Aktivitäten in der Gruppe an der frischen Luft unternehmen. Sie unterstützen die Jugend, auch wenn sie den Trend vielleicht nicht nachvollziehen können, solange die jungen Leute Spaß haben, ohne jemandem zu schaden.

Wie auch immer: Dieser neue virale Trend hat die Kanarischen Inseln mit voller Wucht erobert – und entwickelt sich zumindest vorerst rasant weiter. Bei zukünftigen Veranstaltungen, wie der in Vecindario, wird es eine Jury und drei Preise für das Podest geben: Der Gewinner erhält das heiß ersehnte Videospiel Grand Theft Auto VI, der Zweitplatzierte einen 100-Euro-Gutschein für ein lokales Geschäft und der Dritte ein Trikot der Unión Deportiva Las Palmas. Die Zeit wird zeigen, ob es sich um das nächste kurzlebige Phänomen handelt oder ob der Trend von Dauer ist.

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