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Neuer Drago: Los Realejos ersetzt Jahrhundert-Baum

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Ein Stück Identität kehrt zurück

Es werden Jahrzehnte vergehen, bis der neue Drago von San Francisco die monumentale Erscheinung seines Vorgängers erreicht. Doch der Friedhof von Realejo Bajo hat seine markante Pflanze zurück – und damit einen Teil seines unverwechselbaren Charakters mit Blick auf die Gemeinde Los Realejos. Arbeiter haben kürzlich ein sieben Meter hohes Exemplar der emblematischen Kanarenart Dracaena draco exakt an der Stelle gepflanzt, an der jahrhundertelang der alte Drago stand.

Der Schock vom 4. März

Am Abend des 4. März gegen 20:30 Uhr war das historische Exemplar, auch bekannt als Drago del Buenpaso, unter den enormen Wassermassen und Sturmböen des vergangenen Winters zusammengebrochen. Der Baum war 17 Meter hoch und über 200 Jahre alt. Sein Verlust traf die Bevölkerung von Los Realejos tief – handelte es sich doch um einen der voluminösesten und beliebtesten Drachenbäume der gesamten Insel Teneriffa. Bürgermeister Adolfo González sprach damals vom Verlust „eines Symbols“ der Gemeinde.

Für González stand sofort fest: An diesem Ort muss wieder ein Drago wachsen, um die sentimentale Lücke zu schließen. Doch die Umsetzung war alles andere als einfach und beschränkte sich keineswegs nur auf das Einpflanzen eines neuen Baumes.

Aufwendige Vorbereitung: Mehr als nur ein Baum

Zunächst musste die Gemeindeverwaltung von Los Realejos die durch den Sturz beschädigten Mauern reparieren. Die Arbeiten umfassten den Abriss der Frontmauer und der Pflanzbeete des alten Standorts, die originalgetreu wiederhergestellt und in ihrer Kapazität erweitert wurden. Zudem installierte man ein Drainagesystem und füllte das Erdreich mit speziell geeigneter Erde auf. Da der Drago botanisch gesehen eine Pflanze und kein Baum ist, verzichtete man bewusst auf ein Bewässerungssystem, um Staunässe zu vermeiden. Nach der Pflanzung erhielt die Basis eine spezielle Behandlung.

Auch die Auswahl des jungen Nachfolgers gestaltete sich schwierig. Die Gärtner begutachteten rund zehn Exemplare in der Gemeinde, bevor sie sich für einen Drachenbaum aus den Gärten des städtischen Marktes entschieden, der ohnehin eine Umsetzung benötigte. Der neue Drago überzeugt mit sieben Metern Höhe, einer aufrechten Wuchsform und einer symmetrischen Krone. Er ist gesund und kräftig genug, um den Transport per Kranwagen zu überstehen. Bereits zwei Monate vor dem Umsetzen wurden Boden und Wurzelbereich behandelt, der Stamm mit Schienen verstärkt und teilweise geschützt.

Ein Drago empfängt den Segen des Bischofs

Die Neupflanzung wird sogar einen kirchlichen Segen erhalten: Am kommenden Montag, während der Prozession zu Ehren Unserer Lieben Frau, der Mutter der Betrübten, durch die Straßen von Realejo Bajo, wird Bischof Eloy Santiago von der Diözese Nivariense das historische Friedhofstor von San Francisco segnen, wo der neue Drago steht. Die von der Pfarrgemeinde organisierte Zeremonie findet im Beisein des Bürgermeisters, der Bruderschaft des Marienbildnisses sowie Vertretern der Pfarrei Unserer Lieben Frau der Empfängnis statt.

Ein Baum im Fokus der Öffentlichkeit

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Drachenbäume erneut für Schlagzeilen sorgen. Erst am vergangenen Samstag, dem 15. August, stürzte ein 15 Meter hohes, monumentales Exemplar auf der Plaza de Los Remedios in La Laguna ein, direkt vor der Kathedrale. Die Ursache war dieselbe wie in San Francisco: die gewaltigen Regenfälle des vergangenen Winters.

In beiden Fällen konnten die Gemeinden Ableger der umgestürzten Pflanzen retten. Doch in Los Realejos wollte man nicht auf das Heranwachsen eines solchen Sprösslings warten. Die Entscheidung fiel auf ein sorgfältig ausgewähltes Exemplar – mit der Hoffnung, dass es wie sein Vorgänger mindestens 200 Jahre an diesem geschichtsträchtigen Ort überdauern wird.

Mehr als Botanik: Ein Symbol der Kanaren

Der Drago ist wohl das emblematischste Gewächs der kanarischen Flora. Seine verzweigten Kronen, die glänzend graue Rinde und die Mystik, die diese Pflanzen bereits zu Zeiten der Guanchen umgab, machen ihn zu einem Wahrzeichen der Inseln – weit mehr als bloßer grüner Schmuck. Die Stürze des jahrhundertealten Baumes von San Francisco und des monumentalen Exemplars in La Laguna rückten die Dracaena draco ins Rampenlicht der Berichterstattung. Sie wächst an Klippen, Steilhängen und unzugänglichen Hängen der Schluchten in Höhenlagen zwischen 30 und 800 Metern.

Die Drachenbäume sind endemisch in Makaronesien, also auf den Kanaren, Madeira und den Kapverden. José Alberto Delgado, Leiter der Organischen Einheit für Biodiversität der Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa, betont ihre Bedeutung: Sie „geht weit über die Biologie hinaus, da sie Teil des kollektiven, landschaftlichen, historischen und kulturellen Gedächtnisses der Kanarischen Inseln ist“. Ein Gesetz der Kanarischen Regierung erklärte den Drago gar zum natürlichen Pflanzensymbol der Insel Teneriffa.

Von ursprünglichen Wäldern oder größeren Beständen in freier Natur ist heute kaum noch etwas übrig. Dank ihrer einfachen Vermehrung und spektakulären Erscheinung sind Drachenbäume zu beliebten Zierpflanzen geworden, auch wenn sich immer noch Exemplare in entlegenen Winkeln der Schluchten finden – insbesondere auf Teneriffa, La Palma und Gran Canaria.

Ein Katalog für die Ewigkeit?

José Alberto Delgado hatte einst eine Liste der monumentalsten Drachenbäume Teneriffas erstellt, in der Hoffnung, sie als Katalog für geschützte Exemplare zu etablieren. Bisher blieb dies jedoch erfolglos, da die Kanarische Regierung diese Kompetenz an die Gemeinden übertragen hat, die jedoch keine spezifischen Listen entwickelten. Die Liste umfasste 39 Bäume – nach dem Sturz des Drachen von San Francisco sind es nun noch 38. Der Drago von La Laguna war nicht darunter.

Drachenbäume finden sich in Städten, Dörfern und abgelegenen Schluchten – und sie sind ein Anblick, den man mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte.

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