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Ärzte auf den Kanaren legen Arbeit nieder – Hunderte protestieren

Hunderte Mediziner fordern ein eigenes Statut

Über 200 Ärztinnen und Ärzte haben sich am Mittwoch in Las Palmas de Gran Canaria einer Demonstration angeschlossen, um vom spanischen Gesundheitsministerium ein eigenes Berufsstatut und vom Kanarischen Gesundheitsdienst (SCS) einen konkreten Maßnahmenplan zu fordern. Die Proteste sind Teil einer landesweiten Bewegung der Mediziner, die auf bessere Arbeitsbedingungen drängen.

Gewerkschaft: „Wir können nicht ewig warten“

Eric Álvarez, Vorsitzender der Kanarischen Ärztegewerkschaft (Sindicato Médico Canario, SMC), erklärte zu Beginn des Marsches, dass die Proteste auf den Inseln zwei Hauptziele verfolgen. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass für Donnerstag und Montag zwei weitere Streiktage gegen den SCS geplant sind, um eine Antwort auf die gestellten Forderungen zu erzwingen. Álvarez betonte, dass zwar Verhandlungen mit dem SCS geführt würden, man aber nicht ewig auf eine Berücksichtigung der Anliegen warten könne.

Der Gewerkschaftschef wies zudem darauf hin, dass das Ministerium ein eigenes Verhandlungsstatut schaffen müsse. Dies unterstrich auch Javier Luño, Vorsitzender der Gewerkschaft der Kanarischen Medizinangestellten (Semca). Er hob hervor, dass die Ärzteschaft nur etwa 14 bis 15 Prozent des gesamten Gesundheitspersonals ausmache und daher in der Minderheit ihre Rechte nicht ausreichend verteidigen könne. Álvarez bekräftigte, dass das Ziel der Proteste – die auch in Santa Cruz de Tenerife auf Initiative der Vereinigung „Ärzte vereint für ihre Rechte“ (Médicos Unidos por sus Derechos) unterstützt werden – letztlich eine bessere öffentliche Gesundheitsversorgung sei.

Abwanderung als Ursache für Wartezeiten

Álvarez führte weiter aus, dass viele Ärzte ins Ausland abwanderten, weil das nationale Gesundheitssystem keine attraktiven Arbeitsbedingungen biete. Dieser Mangel an Fachkräften sei die wahre Ursache für die langen Wartelisten – und nicht der Streik, wie es von Seiten der Verwaltung oft dargestellt werde. Die Streiktage hätten zwar vor einem Jahr begonnen, das Problem der Wartezeiten bestehe jedoch schon weitaus länger, versicherte Álvarez.

Hohe Beteiligung erwartet

Der Vorsitzende des SMC zeigte sich zuversichtlich, dass die beiden neuen Streiktage auf den Kanaren eine stärkere Beteiligung der Ärzte finden werden. Ziel sei es, einen eigenen Verhandlungstisch zu erzwingen und die 2023 getroffenen Vereinbarungen umzusetzen. Álvarez bezifferte die Beteiligung am nationalen Ausstand am Mittwochmorgen auf den Inseln auf 59 Prozent – es ist bereits die vierte Streikwoche zur Forderung nach einem eigenen Berufs- und Verhandlungsstatut. Das Gesundheitsministerium gab dagegen eine Beteiligung von lediglich 13,68 Prozent an.

Protest mit Musik und deutlichen Botschaften

Die Demonstration in der Hauptstadt Gran Canarias startete auf der Plaza de Las Ranas und endete im Parque de San Telmo. Begleitet wurde der Zug durch die Innenstadt von einer Batucada, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu gewinnen. Die Mediziner trugen Transparente und Pappschilder mit Sprechchören wie „Ohne Ärzte keine Gesundheitsversorgung“, „Für ein eigenes Statut“ und „Gesundheitsministerium, übernimm deine Verantwortung“.

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