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Therese-Rekord: Straße auf Teneriffa monatelang gesperrt

Neuer Zeitplan für die Sperrung

Die Straße von Tierra del Trigo in der Gemeinde Los Silos bleibt wegen der Schäden durch das Sturmtief Therese noch einen weiteren Monat gesperrt. Das hat die Gemeindeverwaltung jetzt bekannt gegeben. Am 26. März waren zwei Hänge über der Fahrbahn abgerutscht. Hinzu kam ein weiterer Erdrutsch, der durch das über die Ufer tretende Wasser der Schlucht Barranco de La Guardia ausgelöst wurde. Während des gesamten Unwetters war die Straße nicht befahrbar. Nach aktuellen Schätzungen der Gemeindeverwaltung wird sich die Vollsperrung nun um drei Wochen verlängern.

Große Umwege für Anwohner

Die 350 Bewohner des Ortsteils Tierra del Trigo, der in den mittleren Höhenlagen liegt, müssen nun über die Gemeinden El Tanque und Garachico fahren, wenn sie das Zentrum ihrer eigenen Gemeinde erreichen wollen. Das sind deutliche Umwege, die den Alltag der Bewohner massiv beeinträchtigen.

Dringende Reparaturarbeiten

Die Sanierung der Straße wurde im Eilverfahren ausgeschrieben und beinhaltet die Sicherung der Stützmauern aus Bruchsteinmauerwerk. Ziel ist es, die Fahrbahn so instand zu setzen, dass sie wieder sicher befahren werden kann. Das beauftragte Unternehmen hatte gemeinsam mit den Gemeindetechnikern bereits die technischen Bewertungen vor den eigentlichen Arbeiten durchgeführt. Die Gesamtkosten für die Instandsetzung belaufen sich auf 100.000 Euro.

Staatliche Hilfe beantragt

Die Gemeindeverwaltung von Los Silos hat beim Ministerium für Territorialpolitik bereits einen Antrag auf Übernahme von 50 Prozent der Kosten gestellt. Dieser Antrag läuft über die spezielle Hilfslinie, die zur Bewältigung der Schäden durch das Sturmtief Therese eingerichtet wurde. Bürgermeisterin Carmen Luz Baso Lorenzo (PSOE) erklärte, dass die Gemeinde die verbleibenden 50.000 Euro selbst stemmen werde – allerdings nur, wenn keine weiteren öffentlichen Gelder fließen. „Es sei denn, andere Verwaltungen wie die Kanarische Regierung oder die Inselregierung von Teneriffa legen ebenfalls Hilfsprogramme für die vom Unwetter betroffenen Gemeinden auf. Bislang gibt es jedoch keine entsprechenden Ankündigungen“, so die Bürgermeisterin. Die Gemeindekasse von Los Silos ist mit einem Jahreshaushalt von etwas mehr als sieben Millionen Euro vergleichsweise knapp bemessen.

Gesamtschaden deutlich höher

Die Reparatur der Straße von Tierra del Trigo ist die bislang teuerste Einzelmaßnahme in der Gemeinde nach dem Unwetter im vergangenen März. Bürgermeisterin Baso Lorenzo beziffert die Gesamtschäden, die Therese in Los Silos angerichtet hat, jedoch auf die doppelte Summe, nämlich rund 200.000 Euro.

Sensible Natur schützt die Straße

Die betroffene Straße liegt im Gebiet des wissenschaftlichen Schutzgebiets von Interián („Sitio de Interés Científico de Interián“). Aus diesem Grund sind die Renaturierungsarbeiten streng reglementiert und auf das Nötigste beschränkt. „Es werden nur die unverzichtbaren Maßnahmen durchgeführt, um die Stabilität und Festigkeit der Fahrbahn zu gewährleisten, damit die Fahrzeuge wieder verkehren können“, erläutert Baso Lorenzo. Obwohl es sich um eine Gemeindestraße und einen historischen Weg handelt, bezeichnet sie diese als „Straße von insularer Bedeutung, da sie von Touristen, Anwohnern und Bewohnern der Region, die im Süden arbeiten, ständig genutzt wird.“

Schüler besonders betroffen

Die Folgen der Sperrung treffen vor allem die jüngsten Bewohner von Tierra del Trigo. Die Bürgermeisterin weist darauf hin, dass die Schüler der Sekundarstufe, die in dem Ortsteil leben, nun gezwungen sind, mit dem Schulbus über die Gemeinde El Tanque und durch den Ortsteil Las Cruces in Garachico zu fahren, um ihre Schule zu erreichen. Ein zusätzlicher Zeitaufwand, der die ohnehin schwierige Situation für die betroffenen Familien weiter verschärft.

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