Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Grünes Licht für Auslieferung
Die spanische Audiencia Nacional hat der Auslieferung von Jamie Hutch an die irischen Behörden zugestimmt. Hutch ist der Sohn des bekannten Gangsters Gerry Hutch, auch bekannt als „The Monk“, der als Anführer einer der einflussreichsten Mafiaorganisationen Irlands gilt. Der Beschuldigte lebte zuletzt auf Lanzarote und wird in seiner Heimat wegen des Verdachts der Mitgliedschaft bzw. Beteiligung an einer kriminellen Organisation gesucht.
Entscheidung der Audiencia Nacional
Die Entscheidung wurde am 18. August von der Vierten Strafkammer der Audiencia Nacional getroffen. Sie lehnt den Einspruch der Verteidigung ab und bestätigt damit die zuvor erlassene Anordnung zur Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls. Allerdings bleibt es den spanischen Gerichten überlassen, wann die Übergabe erfolgt – ob vor oder nach einem möglichen Verfahren in Spanien.
Argumente der Verteidigung
Die Verteidigung hatte unter anderem argumentiert, dass Hutch während des fraglichen Zeitraums seinen ständigen Wohnsitz auf Lanzarote hatte. Zudem verwies sie auf ein laufendes Strafverfahren in Spanien, konkret auf Ermittlungen am Gericht in Arrecife. Die Audiencia Nacional sieht jedoch keine Belege dafür, dass das Verfahren auf Lanzarote dieselben Taten betrifft, für die Irland die Auslieferung beantragt hat.
Darüber hinaus stellt das Gericht fest, dass kein rechtskräftiges Urteil – weder verurteilend noch freisprechend – einer Übergabe entgegensteht. Auch das Argument der fehlenden vorherigen Benachrichtigung über die Anklage oder das irische Verfahren wurde zurückgewiesen. Nach den Regeln für Europäische Haftbefehle sei dies kein Grund, die Auslieferung zu verweigern. Hutch könne seine Verteidigungsrechte im irischen Verfahren vollständig wahrnehmen.
Kriminelle Aktivitäten von Lanzarote aus
Die Ermittlungen betreffen ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk und die Beschaffung sowie Weitergabe vertraulicher Informationen über Polizeiermittlungen. Nach Unterlagen der irischen Behörden soll Hutch zwischen April 2016 und September 2021 von Lanzarote aus an Aktivitäten der kriminellen Organisation Hutch beteiligt gewesen sein. Die Verteidigung argumentierte, dass der Wohnsitz auf den Kanaren und die Verfahren in Arrecife die Zuständigkeit der spanischen Justiz begründen müssten.
Die Audiencia Nacional sieht das anders: Nur weil ein Teil der mutmaßlichen Beteiligung von Lanzarote aus erfolgte, seien die irischen Gerichte nicht ausgeschlossen. Die untersuchten Taten und ihre Auswirkungen hätten sich auch in Irland ereignet. Das Gericht weist zudem darauf hin, dass bei der Vollstreckung der Übergabe das zuständige spanische Gericht Rücksprache mit dem ermittelnden Gericht halten kann, um zu klären, ob die Übergabe vorübergehend ausgesetzt oder an eine spätere Rückkehr nach Spanien geknüpft werden sollte.
Rechtliche Schritte und nächste Verfahren
Mit der aktuellen Entscheidung hat die Audiencia Nacional den Einspruch abgelehnt und die Auslieferungsanordnung vom 8. Juli bestätigt. Besondere Kosten wurden dem Beschuldigten nicht auferlegt. Die Verteidigung hat jedoch bereits drei weitere Rechtsmittel gegen diese Entscheidung eingereicht, die noch ausstehen. Zudem wurde eine Nichtigkeitsbeschwerde beim Verfassungsgericht angekündigt.
Rechtsanwalt Emilio Cabrera, der Hutch vertritt, bemängelt, dass das Gericht seine Entscheidung an die zuständige Ermittlungsabteilung in Madrid weitergeleitet hat, ohne zuvor über die eingereichten Schriftsätze zu entscheiden.
Festnahme und Hintergrund der Familie Hutch
Jamie Hutch wurde im April festgenommen – nur wenige Tage, bevor sein Vater Gerry bekannt gab, bei den irischen Wahlen anzutreten. Der Spitzname „The Monk“ geht auf dessen „disziplinierten und methodischen“ Stil in der Unterwelt zurück. Bereits mit 18 Jahren hatte Gerry Hutch über dreißig Vorstrafen. Sein kriminelles Vermögen wird auf bis zu 40 Millionen Pfund geschätzt.
Seine spektakulärsten Überfälle fanden zwischen 1980 und 1995 statt. Der bekannteste war der Raub auf das Devisenlager von Brinks Allied im Norden Dublins, bei dem seine Bande in nur zehn Minuten drei Millionen Euro erbeutete. Die Familie Hutch führt seit Jahren eine erbitterte Fehde mit dem rivalisierenden Kinahan-Clan. Seit 2015 hat diese Auseinandersetzung in Irland und Spanien etwa zwanzig Todesopfer gefordert. Die Gewalt eskalierte nach der Ermordung von Gerry Hutchs Neffen Gary Hutch an der Costa del Sol, die mutmaßlich auf das Konto der Rivalen geht.
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