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Agaetes Kaffeekultur: Einzigartig und bald geschützt?

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Ein jahrhundertealtes Erbe in vulkanischer Erde

Vor mehr als 100 Jahren begann man im nordwestlichen Agaete (Gran Canaria) mit dem Anbau von Kaffee, zunächst als Ergänzung zum damals vorherrschenden Bananenanbau. Verwurzelt in vulkanischem Boden und in ungewöhnlich niedrigerer Höhe angebaut, erwies sich dieses Experiment schnell als rentabel. Die Tradition wurde seither von Generation zu Generation weitergegeben – und heute strebt man danach, diese Einzigartigkeit auf europäischer Ebene anerkennen zu lassen.

Der Weg zur geschützten Herkunftsbezeichnung

Der Verein der Kaffeebauern, AgroAgaete, und das Rathaus der Gemeinde im Nordwesten der Insel treiben seit Monaten das Verfahren voran, um für dieses Produkt die geschützte geografische Angabe (kurz: IGP, die spanische Entsprechung der EU-weiten geschützten geografischen Angabe) zu erhalten. Dieses Gütesiegel soll die Besonderheit des Kaffees anerkennen, seine Eigenheiten schützen und bewahren.

Viele der kleinen Erzeuger in der Gemeinde haben den Umgang mit dieser ungewöhnlichen Pflanze von ihren Eltern gelernt, die sie einst ins Tal brachten. Sie gelobten, diese neuen Plantagen am Leben zu erhalten. Denn der Kaffee von Agaete ist eine Familiengeschichte – kleinbäuerlich, handwerklich und mit viel Hingabe betrieben. So beschreibt es auch Juan Sosa, Präsident von AgroAgaete und Eigentümer der Finca Los Grimones. Sein Verein wurde vor zwei Jahrzehnten genau mit dem Ziel gegründet, den Anbau nicht verloren gehen zu lassen und zu bewahren, was die vorherige Generation erreicht hatte.

Vom Eigenbedarf zur Herzensangelegenheit

Die ersten Kaffeepflanzungen brachten jedoch keine großen Erträge, erinnert sich Manolo Lugo, Eigentümer der Finca La Morreta, im Gespräch. Die Idee war vielmehr, den Kaffee für den Eigenbedarf zu nutzen: „um sich in Zeiten großer Not und Nahrungsmangel den Bauch zu wärmen“ oder um illustren Gästen ein kleines Tässchen anzubieten, von dem man wusste, dass man es auf dem Hof der Eltern finden konnte.

Doch diese Kulturen haben an Bedeutung gewonnen, je deutlicher ihre Rentabilität wurde. Heute stehen in La Morreta rund 1.400 Kaffeepflanzen. Für die Eigentümer, Manolo Lugo und seine Frau Julia García, bedeuten sie weit mehr als nur Produktion – sie sind eine emotionale Bindung. „Für mich ist es eine Freude, jeden Tag auf die Finca zu kommen. Da soll mich keiner wegbringen!“, betont Lugo nachdrücklich.

Neue Generationen, neuer Elan

Der Erfolg spricht sich herum: Selbst Menschen von außerhalb Agaetes haben Interesse an dem ursprünglich aus Amerika stammenden Rohstoff gefunden. Eine von ihnen ist Patricia Juan, Eigentümerin der Finca Los Quéqueres. Sie gibt zu, dass sie sich das Wissen über Ernte, Behandlung und Röstung des Kaffees erst Stück für Stück aneignen musste. Ihr Beitrag sei zwar „nur klein“, erzählt sie, doch Los Quéqueres habe sich zu einem Treffpunkt rund um den Kaffee entwickelt – ein Ort, an dem andere Frauen aus dem Tal und ihre Freundinnen zusammenkommen, um die Bohnen zu pflücken und zu enthülsen, während sie bei einem Plausch die Zeit verbringen.

Warum eine IGP? Schutz und Glaubwürdigkeit

Genau wegen solcher Geschichten ist AgroAgaete überzeugt, dass der Kaffeeanbau und das daraus entstehende Produkt als etwas Einzigartiges und Unterscheidbares geschützt werden müssen. „Wir versuchen, ein Schutzmittel zu schaffen. Zuerst für uns selbst, dann für die Öffentlichkeit“, argumentiert Sosa und ergänzt: „Die Qualitätssiegel, die wir erreichen können, haben heute direkte Auswirkungen – sowohl auf die Sichtbarkeit als auch auf die Positionierung des Produkts am Markt.“

Der Präsident des Erzeugerverbands erklärt, dass die Idee eines Schutzes im Kreis von AgroAgaete fast von Anfang an diskutiert wurde. In den letzten Monaten habe man diese Überlegungen intensiviert und schließlich den Beschluss gefasst, das Verfahren für die IGP einzuleiten. Man entschied sich bewusst für die IGP und nicht für eine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP – Denominación de Origen Protegida), da zwar der Anbau in Agaete stattfindet, aber andere Verarbeitungsschritte außerhalb der Region erfolgen. Für eine DOP wäre jedoch erforderlich, dass der gesamte Prozess bis zur Vermarktung in derselben geografischen Region stattfindet.

Mit der IGP, so Sosas Überlegung, entstehe eine Absichtserklärung sowie eine externe Kontrollinstanz, die darüber wacht, dass alle Eigenschaften und Anforderungen, die auf dem Etikett „Café de Agaete“ festgehalten sind, eingehalten werden. „Alle Erzeuger, die dieses Siegel auf ihrem Produkt tragen möchten, müssen diese erfüllen. Es geht um eine Vereinheitlichung“, fasst er zusammen und fügt hinzu: „Das bringt Glaubwürdigkeit gegenüber den Menschen.“

Was macht den Kaffee so besonders?

Was aber macht den Kaffee aus diesem kleinen Winkel Europas so einzigartig? Patricia Juan hat darauf eine klare Antwort: „Der vulkanische Boden gibt ihm sehr viel Wert, und dass er zwischen anderen Pflanzen wächst, umgeben von Mandarinen-, Orangen- und Guavenbäumen, verleiht ihm einen sehr, sehr besonderen Geschmack.“ Diese Nuancen sind es, die letztlich den Gaumen des Genießers erreichen – ein Erlebnis, das fruchtige Geschmacksnoten offenbart, ähnlich wie bei einem guten Wein.

Die kleine Produzentin ist überzeugt, dass die IGP dem Produkt, dem sie so viel Zeit und Liebe widmet, „mehr Qualität und mehr Sicherheit beim Konsum“ verleihen wird. Vor allem aber gehe es darum, eine kulturelle Tradition zu verteidigen, die in diesem Ort und seinen Familien seit über 100 Jahren lebendig ist.

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