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Wohnungskrise: Kanaren geben nur 12,8 Prozent des Wohnbaubudgets aus

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Blamage für die Wohnungspolitik

Die Wohnungsnot ist auf den Kanarischen Inseln das zweitdringendste Problem der Bevölkerung – doch die zuständigen Behörden handeln im Schneckentempo. Wie aus dem aktuellen Ausführungsbericht der Generalintervention der Kanarischen Regierung hervorgeht, hat das Kanarische Wohnungsinstitut (ICAVI) in der ersten Jahreshälfte lediglich 12,8 Prozent seines Haushalts ausgegeben. Damit belegt die Behörde den vorletzten Platz aller autonomen Organismen des Regionalparlaments – nur das nahezu inaktive Konsortium El Rincón schnitt mit 5,01 Prozent noch schlechter ab.

Auch das übergeordnete Ministerium für öffentliche Arbeiten, Wohnen und Mobilität unter der Leitung von Pablo Rodríguez (Coalición Canaria) rangiert mit einer Ausgabequote von mageren 15,7 Prozent auf dem zweitschlechtesten Platz aller Ministerien. Diese Zahlen offenbaren eine eklatante Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit – zumal der jüngste Soziobarometer des Archipels vom November 2025 die Wohnungsfrage als zweitschwerwiegendstes Problem der Inselbewohner einstuft.

Millionen liegen brach

Von den 219,2 Millionen Euro, die dem ICAVI in diesem Jahr zur Verfügung stehen, wurden bis Ende Juni lediglich 28,1 Millionen abgerufen. Beim übergeordneten Ministerium sieht es kaum besser aus: Von 525,9 Millionen Euro Budget flossen nur 83 Millionen in konkrete Maßnahmen. Bemerkenswert ist, dass dieses Muster keine Ausnahme darstellt. Bereits im Vorjahr lag die Ausgabequote zur Jahresmitte bei 11,8 Prozent – und im Jahr 2024 sogar nur bei 15,3 Prozent. Beide Male gelang es dem Institut zwar, zum Jahresende auf beachtliche 89 beziehungsweise 90,3 Prozent aufzuholen, doch Kritiker bemängeln, dass die Bevölkerung gerade in der aktuellen Krise nicht auf eine Aufholjagd am Jahresende warten könne.

Das Ministerium für öffentliche Arbeiten, Wohnen und Mobilität verzeichnete 2025 zur Halbzeit eine Ausführung von 21,4 Prozent, konnte das Jahr aber mit 82,9 Prozent abschließen. Im Jahr 2024 pendelte die Quote von 12,75 auf 71,92 Prozent. Diese wiederkehrenden Verzögerungen werfen ein schlechtes Licht auf die Planungseffizienz der Behörden.

Führungswechsel und Personalmisere

Das ICAVI durchlebt ein turbulentes Jahr: Im Februar trat der damalige Direktor Antonio Ortega zurück, nachdem berichtet wurde, dass gegen ihn wegen einer Sexualstraftat ermittelt wird. Seine Nachfolgerin ist Pino de León, die das Institut bereits zwischen 2017 und 2019 geleitet hatte. Die personellen Turbulenzen spiegeln sich auch in den nackten Zahlen wider: Von 221 Planstellen im Institut sind aktuell 54 unbesetzt – fast ein Viertel der Stellen.

Immerhin konnte das Institut einen Auftrag zur energetischen Sanierung von 88 Wohnungen im Stadtteil Añaza in Santa Cruz de Tenerife an die Firma Fachadas Dimurol vergeben. Das Auftragsvolumen liegt bei 1,67 Millionen Euro. Zudem wurde ein Beratungsunternehmen (Factoría, Gestión y Consultoría) für etwas mehr als eine halbe Million Euro beauftragt, um das Institut bei der Verwaltung des Registers für Antragsteller von Sozialwohnungen zu unterstützen.

Desaströse Bilanz beim Wohnungsbau

Besonders ernüchternd ist die Bilanz bei Neubauprojekten: Eigentlich waren für 2026 vier Ausschreibungen für öffentliche Wohnungsbauprojekte geplant. Doch bisher wurde kein einziger Bauauftrag vergeben. Die Ausschreibung für 133 öffentliche Wohnungen auf Teneriffa blieb komplett erfolglos, weil sich kein einziges Unternehmen um den Auftrag beworben hatte. Ein klares Zeichen dafür, dass die Konditionen für Bauunternehmen offenbar wenig attraktiv sind.

Stattdessen kämpft das Institut mit einem massiven Personalmangel bei der Bearbeitung von Wohnungsanträgen. In einem internen Vermerk zur Begründung der Ausschreibung räumt das ICAVI ein, dass es eine „offensichtliche und nachgewiesene“ Unterbesetzung gebe, um die Aufgaben rund um das Antragsregister zu bewältigen. Über 34.000 Menschen sind dort aktuell registriert.

Hoffen auf Besserung durch neue Regeln

Bis zum 7. August 2026 unterstützten 22 Mitarbeiter des externen Dienstleisters das Institut bei dieser Herkulesaufgabe. Im Jahr 2025 bewältigte das Team insgesamt 17.863 Informations- und Beratungsgespräche und half bei der Bearbeitung von 13.263 Anträgen. Nach dem Auslaufen des Vertrags musste die Behörde die Leistung neu ausschreiben. Nun sollen nur noch 13 Arbeitskräfte zum Einsatz kommen – eine Reduzierung, die die Regierung mit der neuen Verordnung zum öffentlichen Register für Sozialwohnungen begründet, die das Verfahren vereinfachen soll.

Die neue Regelung schafft jedoch nicht nur Erleichterung, sondern auch Konfliktstoff: Das Losverfahren zur Vergabe von öffentlichen Wohnungen wurde abgeschafft, und Antragsteller müssen nun einen zwölfjährigen Aufenthaltsnachweis auf den Inseln erbringen, um eine Sozialwohnung zu beantragen. Sozialverbände kritisierten diese Maßnahme als „diskriminierend und wirkungslos“. Die Regierung rechnet trotzdem mit einem deutlichen Anstieg der Antragszahlen – sowohl wegen der vereinfachten Verfahren als auch wegen der angehobenen Einkommensgrenzen für den Bezug von gefördertem Wohnraum.

Die neuen Mitarbeiter sollen sich um die Bürgerberatung, die Bearbeitung von Anträgen, die Zuweisung neu gebauter Sozialwohnungen und die Unterstützung der Gemeinden bei der Führung ihrer lokalen Register kümmern. Zudem müssen sie den Berg von Altanträgen abarbeiten, der sich vor Inkrafttreten der neuen Verordnung angestaut hat. Eine Mammutaufgabe, die angesichts der angespannten Wohnungslage auf den Inseln kaum Geduld zulässt.

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