Strandsperrung auf Teneriffa: Kein Ende in Sicht
Die Playa de La Consolación im Viertel El Guincho bleibt vorerst geschlossen. Nach einem Mauersturz im vergangenen Februar gibt es weiterhin keinen Termin für die Wiedereröffnung. Die Gemeindeverwaltung von Garachico hat das Gebiet nun offiziell als „akute Einsturzgefahr und Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ eingestuft, um das Verwaltungsverfahren gegenüber der Generaldirektion Küsten der Kanarischen Regierung zu beschleunigen.
Privatbesitz blockiert schnelle Lösung
Die Gemeinde musste zu diesem juristischen Schritt greifen, weil der Einsturz auf einem Privatgrundstück passierte. „Wir können keinen Notstand ausrufen, um die Arbeiten durchzuführen, denn das Gelände ist nicht öffentlich“, erklärt der zuständige Stadtrat für Strände, Andrés Hernández (CC). Die Eigentümer des Grundstücks zeigen sich kooperativ und möchten zur Wiedereröffnung des Strandes beitragen – allerdings nur mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung als Vermittler. „Wir sind bereit, alles Mögliche voranzutreiben, aber ohne die Genehmigung der Küstenbehörde können wir nichts tun“, so Hernández.
Der Stadtrat möchte die Behörde jedoch nicht als Sündenbock für die Verzögerungen darstellen: „Die haben eine enorme Menge an Akten zu bearbeiten.“
Die Zeit arbeitet gegen den Strand
Die Zeit ist kein Verbündeter der Playa de La Consolación. Bereits direkt nach dem Vorfall nahm die örtliche Polizei das Geschehen auf, die Gemeindearchitekten verfügten die Schließung, und die Verwaltung handelte umgehend. Fünf Monate später kam die Antwort der Küstenbehörde – sie bestätigte lediglich die Maßnahme. „Sie haben uns geantwortet, dass die Schließung in Ordnung sei, aber mehr auch nicht“, berichtet Hernández.
Daraufhin beauftragte die Gemeindeverwaltung eine technische Studie, um die am besten geeignete Vorgehensweise zu ermitteln. Das Ergebnis: Der Teil der Plattform, der ins Wasser gestürzt ist, soll nicht wieder aufgebaut werden. Stattdessen soll der noch stehende Rest entfernt werden. „Wir müssen den übrig gebliebenen Teil der kleinen Aussichtsplattform bzw. des Vorsprungs beseitigen, der seit vielen Jahren kaum noch genutzt wurde“, präzisiert Hernández.
Komplizierte Abrissarbeiten in senkrechter Wand
Es handelt sich um eine vertikale Abrissarbeit. „Natürlich können wir den Rest der Mauer nicht ins Meer werfen. Wir müssen die Steine kontrolliert und einzeln entfernen und das Material zur angrenzenden Straße transportieren“, erläutert der Stadtrat.
Dieser technische Vorschlag wurde nun an die Generaldirektion Küsten weitergeleitet, die über dessen Machbarkeit entscheiden muss. Die Behörde empfahl, den Weg der „declaración responsable“ (Verantwortungserklärung) zu gehen, damit innerhalb von 15 Tagen eine Rückmeldung erfolgen kann. Hernández rechnet allerdings mit etwa drei Wochen. Das bedeutet: Die La Consolación wird in diesem Sommer nicht mehr öffnen. Und selbst für September, wenn das Küstenviertel seine Fiestas feiert, mag er keine Zusage geben. „Das hängt von der Antwort der Küstenbehörde, der Beauftragung einer Firma durch die Eigentümer und der Dauer der Arbeiten ab“, warnt er.
Anwohner fordern Antworten – und kritisieren Regelverstöße
Um die Situation zu erklären, lud die Gemeindeverwaltung von Garachico zu einer Versammlung mit rund 30 Anwohnern von El Guincho ein. „Wir haben ihnen alles erläutert und den gesamten Schriftverkehr gezeigt. Sie konnten Fragen stellen und ihre Bedenken äußern. Es herrschen Sorge und auch eine gewisse Verärgerung – vor allem darüber, dass Unbefugte den Zaun überwinden und den Strand betreten“, sagt Hernández.
Die örtliche Polizei habe bereits mehrfach Badende des Geländes verwiesen, allerdings ohne Bußgelder zu verhängen. „Wir können nicht jeden Tag Beamte dort postieren, um ein Unglück zu verhindern“, so der Stadtrat für Strände abschließend.
Die neuesten Nachrichten von den Kanaren
Tägliche News, Wetterwarnungen und praktische Infos – direkt von den Inseln, auf Deutsch. Wir leben hier und wissen, was los ist – bevor die Medien darüber berichten. Alles erscheint auf unserem WhatsApp-Kanal – ohne Umwege, ohne Algorithmus.

